09. September 2020 / 14:54 Uhr

Lok Leipzig: 4.500 Zuschauer beim Heimspiel gegen den Chemnitzer FC?

Lok Leipzig: 4.500 Zuschauer beim Heimspiel gegen den Chemnitzer FC?

Rainer Kelch
Leipziger Volkszeitung
Blick in den Fanblock des 1. FC Lok mit Fahnen beim Spiel 1. FC Lokomotive Leipzig (Lok) vs Chemnitzer FC (CFC), Fu§ball, Regionalliga Nordost, 31.03.2019
Bald mehr als 1.000 Fans im Stadion? Lok ist auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. © Christian Modla
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Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat mehrfach an seinem Hygienekonzept gefeilt. Verantwortliche hoffen auf die Genehmigung von 4.500 Fans beim Traditionsduell gegen den Chemnitzer FC. Doch zuvor testet die Loksche 300 Kilometer entfernt beim Landesligisten SSV Einheit Perleberg.

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Leipzig. Der Etat beim Regionalligameister 1. FC Lok ist seit dem Ausstieg von Hauptsponsor ETL im Sommer bekanntlich eng gestrickt. Riesige Fernsehgelder wie in den Bundesligen gibt es in der vierten Liga nicht. Der MDR überträgt zwar mittlerweile viele Spiele live oder im Stream und fast alle als Zusammenfassung (gut für die Reichweite und damit interessant für potentielle Sponsoren), zahlt aber dafür jedem Verein nur 15 .000 Euro – pro Saison! Um dauerhaft liquide zu sein, sind für die meisten Regionalligaclubs deswegen regelmäßige und möglichst hohe Spieltagseinnahmen überlebenswichtig. Auch hier hat Corona Löcher in die Kassen gerissen.

„Wir sind dringend auf die Zuschauereinnahmen angewiesen, können Verluste auf diesem Gebiet nicht dauerhaft kompensieren“, erklärt Lok-Geschäftsführer Martin Mieth. 1.000 Fans durften zuletzt ins Bruno-Plache-Stadion, der Zuschauerschnitt in der vergangenen Saison lag deutlich über 3.000. Zu den fehlenden Einnahmen durch verkaufte Tickets kommt noch das Geld, das nicht an Imbissen und Fanartikelständen ausgegeben wird. Unterm Strich bedeutet das für Lok aktuell pro Spieltag einen Einnahmeverlust von rund 20. 000 bis 25 .000 Euro netto – ein dickes, fettes Loch, das möglichst schnell und gut abgedichtet werden soll.

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Schon vor einiger Zeit hatte Mieth deswegen ein Hygienekonzept eingereicht. Geplant wird mit 4.500 Zuschauern und organisatorisch mit Zehnergruppen auf Tribüne und Stehplätzen, die je eine Reihe nach oben und unten sowie 1,50 m nach links und rechts Abstand halten müssen. Im Gespräch mit dem Gesundheitsamt am vergangenen Freitag wurden einige Änderungen besprochen, nun sollen zwei Reihen frei bleiben und einiges mehr. „Wir hoffen täglich auf einen positiven Bescheid“, so Mieth. Tendenz: Im Traditions-Duell gegen den Chemnitzer FC (19. September, 14.05 Uhr) dürfen wieder deutlich mehr Fans ins Stadion als bisher – jedoch keine Gästeanhänger.

Noch keine Spielgenehmigung für Kanadier Ntignee

Auch im sportlichen Bereich ist der 1. FC Lok auf die Zusammenarbeit mit einer Behörde angewiesen. Neuzugang Goteh Ntignee hat nach wie vor keine Spielgenehmigung. Maßgeblich hierfür ist die Ausländerbehörde, die eine Arbeitserlaubnis erteilen muss, weil das Offensiv-Talent nicht aus der EU kommt und somit nicht von der Arbeitnehmerfreizügigkeit profitieren kann. Sollte jedoch kein Problem darstellen, da Bürger seines Heimatlands Kanada im Normalfall einen Aufenthaltstitel mit Arbeitserlaubnis erteilt bekommen. Nur mahlen Behördenmühlen mitunter recht langsam, in diesem Fall in der Regel etwa vier Wochen, weil hierfür eine zentrale Stelle der Ausländerbehörde in München den Daumen heben muss. Auch im Fall Ntignee hofft Lok auf positive Nachrichten vor der Partie gegen Chemnitz. Der Club hat alle vorliegenden Unterlagen bei den zuständigen Verbänden – von Fifa bis Landesverband – hinterlegt, damit dann alles schnell gehen kann.

Auf jeden Fall mitwirken kann Ntignee am Sonnabend, wenn Lok in die Prignitz reist, wo Landesligist (6. Liga) Einheit Perleberg als Testgegner wartet (14 Uhr, Jahn-Sportplatz). „Wir folgen gern der Einladung unseres Sponsors Eisenbahngesellschaft Potsdam zu diesem Spiel“, erklärt Mieth – auch wenn es wohl die längste Auswärtsfahrt der Saison wird. Fast 300 Kilometer müssen bewältigt werden, um in den nordwestlichsten Zipfel Brandenburgs zu kommen.