27. Juni 2019 / 14:13 Uhr

Lok Leipzig dampft nach Wermsdorf

Lok Leipzig dampft nach Wermsdorf

Justus Keller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wermsdorfer Torjubel in Beilrode: Justus Keller, Dominic Arendt und Florian Böttger (v.l.).
So sieht Wermsdorfer Torjubel aus. Wie viele Male werden das die Zuschauer am Sonnabend gegen Lok Leipzig erleben dürfen? © André Kamm
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Am Sonnabend empfangen die blau-weißen Hubertusburger den Regionalligisten aus der Messestadt. Jürgen Hessel erzählt, wie es zu diesem Fußballspiel kam...

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Wermsdorf. Weil der abermalige blau-weiße Höhenflug auf den Bronzeplatz der Nordsachsenliga so schön war, wollen sich die Hubertusburger am Sonnabend mal wieder richtig erden lassen – die Wermsdorfer empfangen Regionalligist 1. FC Lok Leipzig an der Sachsendorfer Straße zum Spiel des Jahres. Anstoß der freundschaftlichen Begegnung ist um 15 Uhr.

Die Zuschauer dürfen sich auf eine bis in die Haarspitzen motivierte Mannschaft von Trainer Dierk Kupfer und sicherlich viele Gästetore freuen. Abzuwarten bleibt, wie lange der Kreisoberligist gegen die bereits wieder in der Vorbereitung zur neuen Saison befindliche Übermacht aus Leipzig bestehen kann – schließlich trifft ein Achtligateam auf einen renommierten Viertligisten mit riesiger Tradition, der zu DDR-Zeiten viermal den Pokal holte und 1987 im Europacupfinale der Pokalsieger stand (0:1 in Athen gegen Ajax Amsterdam).

JETZT Durchklicken: Die Bilder vom Testspiel des 1. FC Lok gegen Erzgebirge Aue!

Der 1. FC Lok Leipzig spielte am 26. Juni 2019 gegen Erzgebirge Aue. Zur Galerie
Der 1. FC Lok Leipzig spielte am 26. Juni 2019 gegen Erzgebirge Aue. ©
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Mut macht, dass Testspiele bekanntermaßen ihre eigenen Gesetze haben. Für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt sein, der Wetterbericht verheißt ebenfalls würdige Bedingungen. Es ist also angerichtet an der Sachsendorfer Straße. Die gelungene Saison findet ihr absolutes Highlight und Blau-Weiß hofft auf zahlreiche Unterstützer bei seiner Mission, möglichst nicht zweistellig zu verlieren und selbst irgendwie ein Tor zu erzielen. Zuschauer, die mit dem Fahrzeug kommen, werden gebeten, rechtzeitig anzureisen. Ein Teil des Hartplatzes neben dem Spielfeld wird als Parkfläche zur Verfügung stehen.

Ihren großen Auftritt haben die Hubertusburger Jürgen Hessel, Geschäftsführer der Glas und Systembau GmbH, zu verdanken. Der 39-Jährige holte die Loksche zum Spiel an die Sachsendorfer Straße. Über Hintergründe und Motive spricht der zweifache Familienvater aus Wermsdorf im Interview.

Herr Hessel, 20 Mitarbeiter, die Auftragsbücher sind voll, Sie haben in Mitteldeutschland gut zu tun. Bleibt noch Zeit für den Fußball?
Neben der Familie ist der Fußball meine Leidenschaft. Ich versuche, so gut es geht alles unter einen Hut zu bringen.

Dabei ist der 1. FC Lokomotive Leipzig Ihr Verein. Wie kam es zur Begeisterung für die Probstheidaer?
Als Jugendlicher war der VfB Leipzig meine große Liebe. Ich war fasziniert, wie sich der Verein vom Abstiegskandidaten der zweiten Liga zum Aufstiegsaspiranten entwickelte und habe das Abenteuer Bundesliga 1993/94 noch gut in Erinnerung.

Ein ziemlicher Brocken für einen Regionalligisten

Durch Missmanagement und Abstiege war 2004 mit der Insolvenz des VfB erst mal Schluss?
Trotzdem bin ich dem wiedergegründeten Fußballverein Lok Leipzig treu geblieben. Die Probstheidaer haben schwere Zeiten erlebt. Seit einigen Jahren geht es aufwärts, professionelle Strukturen wurden geschaffen, die Fans stehen zur Mannschaft. Ziel ist der Aufstieg in die 3. Liga.

Welche Rolle spielen Sie dabei?
Ich bin jetzt seit über zwei Jahren als Sponsor aktiv und schaue mir natürlich die Spiele an. Während bei RB Leipzig das große Geld hauptsächlich von einem Brausemulti fließt, kommt die Unterstützung für die traditionsreichen Leipziger Regionalligisten aus dem Mittelstand und kleinen Handwerksbetrieben.

Wie kam es dazu, dass die Loksche nun ausgerechnet zum FSV Blau-Weiß Wermsdorf dampft und am 29. Juni an der Sachsendorfer Straße Station macht?
Da muss ich etwas ausholen. Das große Fußball-Areal rund um das Bruno-Plache-Stadion wird schrittweise modernisiert. Dazu zählt auch ein Kunstrasenplatz, der in Kürze seiner Bestimmung übergeben wird. Kostenpunkt für das blau-gelbe Mammutprojekt: etwa eine Million Euro.

Ein ziemlicher Brocken für einen Regionalligisten.
So ist es. 50 Prozent der Gesamtsumme steuerte die Stadt Leipzig bei und 40 Prozent waren Fördergelder vom Freistaat Sachsen.

Bleiben schlappe 100 000 Euro.
Diesen notwendigen Eigenanteil hat der Verein über Crowdfunding (Gruppenfinanzierung über viele Kleinspender – die Redaktion) finanziert. Daneben gab es auch Möglichkeiten, die Mannschaft für ein Testspiel zu buchen.

War die Aktion für Lok Leipzig erfolgreich?
Unbedingt, mit den Zuwendungen vieler kleinerer und mittlerer Unterstützer wurde der Eigenanteil erbracht.

Die letzten Meldungen vor Wermsdorf vs. Lok Leipzig

Warum haben Sie Wermsdorf als Austragungsort auserkoren?
Weil ich selbst jahrelang in der Region Fußball gespielt habe, in meiner Jugendzeit bei der SG Sachsenobst Mahlis. Wegen eines Knorpelschadens musste ich aber verletzungsbedingt einige Jahre pausieren und wurde dann von Karsten Wolf zu den Hubertusburgern geholt. Dort habe ich bis 2012 in der zweiten Männermannschaft als Vorstopper oder Libero gekickt.

Inzwischen sind sieben Jahre vergangen und Sie sind immer noch mit dem Herzen Hubertusburger?
Ja, ich verfolge die positive Entwicklung der Blau-Weißen in den letzten Jahren und habe mich als Sponsor im Nachwuchsbereich engagiert.

Worauf können sich die Fußballinteressierten rund um den Collm freuen?
Auf ein tolles Fußballevent am Fuße der Hubertusburg. Vielleicht ist ja auch Benjamin Kirsten vor Ort. Für die vielen Dynamo-Dresden-Fans der Region sicher ein klangvoller Name.

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