19. März 2020 / 13:44 Uhr

Lok Leipzig fordert seine Fans zu Hilfsaktion auf: "Leute, macht die Bude voll!"

Lok Leipzig fordert seine Fans zu Hilfsaktion auf: "Leute, macht die Bude voll!"

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
120.000 Zuschauer im Zentralstadion sahen am 22. April 1987 das Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger zwischen dem 1. FC Lok und Girondins de Bordeaux.
120.000 Zuschauer im Zentralstadion sahen am 22. April 1987 das Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger zwischen dem 1. FC Lok und Girondins de Bordeaux. © imago images / Montage
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Deutschlands Fußball-Ligen befinden sich in Corona-Zwangspause. Ein Ende ist nicht abzusehen. Auch dem 1. FC Lok Leipzig fehlen dadurch dringend benötigte Zuschauereinnahmen. Um die Probleme abzumildern verkauft der Regionalligist jetzt virtuelle Tickets und will beim Spiel gegen den "Unsichtbaren Gegner" einen knapp 33 Jahre alten Zuschauerrekord knacken.

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Leipzig. In Zeiten von Ligapause und ausbleibenden Zuschauereinnahmen werden vor allem die Fußball-Clubs in Deutschland zunehmend erfinderisch, um ihre finanziellen Nöte zu lindern. Zu diesen Vereinen gehört ab sofort auch der 1. FC Lok Leipzig. "Viele Fans und Unterstützer haben sich bereits an uns gewandt, wollen mit Rat und Tat zur Seite stehen", teilte der Regionalligist am Donnerstag mit. "Eine Idee kam hierbei besonders häufig auf: Nämlich die von virtuellen Karten, wie sie aktuell auch an vielen anderen Orten zum Einsatz kommen."

Die Probstheidaer laden deshalb am 8. Mai, um 19.30 Uhr, zum Duell mit dem "Unsichtbaren Gegner". Tickets für diese nicht ganz alltägliche Partie gibt es ab sofort im Onlineshop der Blau-Gelben. Doch dabei soll es nicht bleiben. "Wir wollen den Club-Zuschauerrekord knacken. 1955 waren zuletzt 55.000 Zuschauer beim Spiel SC Rotation Leipzig vs. Bayern München im "Bruno" und im Jahr 1987 kamen knapp 120.000 Menschen ins Zentralstadion, als unsere Loksche im Europapokal gegen Bordeaux spielte. Schaffen wir das auch? Klar schaffen wir das!", appellieren die Clubverantwortlichen an ihre Fans.

DURCHKLICKEN: Leipzig im Europapokal - Historische Fotos

3. Oktober 1973 - Nach dem Sieg auswärts gewinnt der 1. FC Lok Leipzig auch daheim gegen den AC Turin und zieht in die zweite Runde des UEFA-Cups ein. (@ Archiv) Zur Galerie
3. Oktober 1973 - Nach dem Sieg auswärts gewinnt der 1. FC Lok Leipzig auch daheim gegen den AC Turin und zieht in die zweite Runde des UEFA-Cups ein. (@ Archiv) ©
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Aktion läuft gut an

Ein virtuelles Sonderticket kostet einen Euro und kommt per Mail zum Käufer. Jeder darf so viele Karten erwerben wie er möchte. So wird gewährleistet, das jeder nach seinen Möglichkeiten helfen kann, die laut Lok-Mitteilung durch die Corona-bedingten Heimspielausfälle entstandenen "großen finanzielle Lücken" zu schließen. Ziehen die Anhänger der Blau-Gelben mit und knacken den Rekord, könnten mehr als 120.000 Euro in die Kasse fließen. Auch deshalb lockt der Regionalligist mit einem zusätzlichen Bonbon: "Die zehn Personen, die die meisten Karten erwerben, dürfen sich auch eine besondere Überraschung freuen, die man sonst mit keinem Geld der Welt kaufen kann."

Der Auftakt der Aktion verläuft verheißungsvoll. Am Donnerstagmittag (Stand 14.30 Uhr) waren bereits mehr als 5000 der ganz besonderen Tickets verkauft. Laut Facebook-Seite des 1. FC Lok erwarb ein Anhänger allein 500 Karten.

SO LÄUFT DIE GROSSE REKORDJAGD … 19.03. | 11:45 Uhr: Ein guter Start, liebe Leute! 2.815 Tickets sind bereits über die...

Gepostet von 1. FC Lokomotive Leipzig am Donnerstag, 19. März 2020

Virtuelle "Waren" zum Kauf anzubieten und sich so zumindest ein paar Einnahmen zu verschaffen, ist keine exklusive Idee. So bietet Bundesligist Union Berlin virtuelles Bier und Bratwurst an. Die leider nicht verzehrbare Currywurst gehört auch zum Angebot des Landesligisten SC Göttingen 05.

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