24. Juli 2019 / 20:19 Uhr

Lok Leipzig: Fragezeichen vor dem Saisonstart

Lok Leipzig: Fragezeichen vor dem Saisonstart

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Das neue Trainerteam des 1. FC Lok Leipzig: Cheftrainer Rainer Lisiewicz und Team-Chef Björn Joppe.
Björn Joppe und Rainer Lisiewicz © Christian Modla
Anzeige

Nach den vielen Testspiel-Pleiten müssen sich die Fußballer am Freitag zum Regionalliga-Punktspiel-Start gegen Hertha BSC II beweisen.

Anzeige
Anzeige

Leipzig. Björn Joppe ist ein gelassener Zeitgenosse. Zwar kann er während des Spiels auch mal aus der Haut fahren; außerhalb des Platzes ist Lok Leipzigs Teamchef jedoch die Ruhe selbst. Und so wiederholt er seit Wochen geduldig, dass die vielen Niederlagen in der Vorbereitung keine Rückschlüsse auf die Verfassung seiner Mannschaft vor dem Saisonstart zuließen.

Mit Trainingsrückstand begründete Joppe die Klatschen gegen Aue (1:3) und Fortuna Köln (0:5). Die verlorenen Spiele gegen Halle (0:4) und Zwickau (0:2) erklärte er mit dem großen Unterschied zwischen dritter und vierter Liga. Und auch die jüngst verlorene Generalprobe gegen den West-Regionalligisten Wuppertaler SV (1:3) bringt ihn nicht aus dem Konzept. „Kein Verein weiß, wo er vor dem ersten Spieltag steht“, sagte Joppe auf der Pressekonferenz vor dem Auftaktspiel gegen Hertha II am Freitag (19:30 Uhr). „Die ersten Situationen werden entscheiden – ich wäre auch mit einem ganz ekligen 1:0 in der 90. Minute zufrieden.“

DURCHKLICKEN: Das war das Testspiel Lok Leipzig gegen den Wuppertaler SV

Doppelte Generalprobe im Bruno-Plache-Stadion: Sowohl für Lok Leipzig als auch Wuppertal war’s das letzte Testspiel vorm Punktspielstart. Die Gastgeber verloren 1:3 (1:2). Zur Galerie
Doppelte Generalprobe im Bruno-Plache-Stadion: Sowohl für Lok Leipzig als auch Wuppertal war’s das letzte Testspiel vorm Punktspielstart. Die Gastgeber verloren 1:3 (1:2). ©

Abwehrspieler Patrick Wolf pflichtete seinem Trainer bei: „Letztes Jahr haben wir in der Vorbereitung alles gewonnen und sind schlecht in die Saison gekommen. Ich hoffe, dass es diese Saison genau umgekehrt läuft.“ Der 30-Jährige, Sohn vom neuen Sportdirektor Wolfgang Wolf, führte als Grund für die negativen Resultate die veränderte Spielweise an. „Wir wollen höher stehen und attraktiv spielen. Da ist es normal, dass man anfangs mehr Chancen zulässt – von den Gegnern war jeder Schuss drin, wir haben unsere Gelegenheiten nicht genutzt.“

Torjäger Matthias Steinborn fehlt

In der Tat haperte es in den Testspielen vor allem im vorderen Drittel. Hier machte sich das Fehlen von Torjäger Matthias Steinborn (letzte Saison 22 Tore) bemerkbar. „In den letzten Tagen lief das Aufbautraining ordentlich, er ist ein Kandidat für den Kader“, machte Joppe Hoffnung auf ein baldiges Comeback des Knie-Patienten. Sturm-Neuzugang Stephané Mvibudulu zeigte zwar vielversprechende Ansätze. Körperlich war er den Drittliga-Verteidigern jedoch unterlegen.

Im Heimspiel gegen den Hertha-Nachwuchs soll die Chancenverwertung besser werden. „Letztes Jahr haben wir Berlin zweimal geschlagen. Wir wissen, worauf es ankommt“, blickte Joppe dem Flutlichtspiel optimistisch entgegen. Der 40-jährige Teamchef erwartet eine ähnliche Spielanlage wie bei Herthas Profis. Die jungen Berliner schlossen die letzte Saison als Vierter ab – Lok Leipzig gewann zu Hause 4:1 und in der Hauptstadt mit 2:0.

Offiziel führt Lisiewicz das Zepter

Sollten Ergebnis und Leistung am Freitag nicht stimmen, könnten die anfänglichen Unstimmigkeiten zwischen Sportdirektor Wolf und Teamchef Joppe wieder zutage treten. Kurz nach seinem Start in Probstheida hatte Wolf die Auswahl von höherklassigen Gegnern gleich zu Beginn der Vorbereitung kritisiert. Joppe hielt dagegen und verwies auf eine erhöhte Motivation bei seiner Truppe. In den letzten Wochen war es still geblieben, ein intaktes Verhältnis zueinander betont.

Weitere Meldungen aus der Regionalliga Nordost

Immerhin, um eines macht sich der nach außen gelassene, bei Spielen jedoch zuweilen emotionale Joppe keine Gedanken. So ist es neuerdings möglich, dass Trainer gelbe und rote Karten bekommen können und womöglich auf der Tribüne landen. „Für mich kein Problem“, scherzte er jüngst. Da Joppe noch keine A-Trainer-Lizenz besitzt, führt Co-Trainer Rainer Lisiewicz auf der Bank offiziell das Zepter. „Dann wird Rainer halt das eine oder andere mal oben sitzen müssen.“ Doch auch Joppe weiß: Verweise können das gesamte Trainer-Personal treffen.

Maximilian König