22. Januar 2022 / 16:35 Uhr

Lok Leipzig gewinnt nach Achterbahnfahrt in Jena

Lok Leipzig gewinnt nach Achterbahnfahrt in Jena

Rainer Kelch
Leipziger Volkszeitung
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Lok Leipzig gewinnt durch viel Glück in Jena. © Picture Point
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Die Probstheidaer halten nach der 3:0-Führung den Sieg schon für sicher und geben beinahe das Spiel aus der Hand. Am Ende behalten die Blau-Gelben das glückliche Händchen und retten sich in einen 3:2-Erfolg.

Jena. In einem hart umkämpften Traditionsduell hat der 1. FC Lok Leipzig mit 3:2 beim alten Oberliga-Rivalen Carl-Zeiss Jena gewonnen. Gegen überlegene Gastgeber überraschte Lok kurz vor der Halbzeit mit der Führung und behielt in einer turbulenten zweiten Hälfte mit etwas Glück und viel Geschick die Oberhand.

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Auf seine Bestbesetzung konnte Lok-Coach Almedin Civa beim FC Carl-Zeiss Jena bauen. Zwei Positionen – beide auf der linken Seite – waren dabei im Vorfeld ein wenig offen. Als linker Verteidiger bekam Maik Salewski den Vorzug vor Konkurrent Damir Mehmedovic, in der Offensive begann Eric Voufack und nicht Bogdan Rangelov.

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Die Probstheidaer haben das Auswärtsspiel gegen Jena mit viel Glück 3:2  gewonnen. Zur Galerie
Die Probstheidaer haben das Auswärtsspiel gegen Jena mit viel Glück 3:2 gewonnen. © Picture Point

Das Wetter passte zur gespenstischen Kulisse. Auf der Baustelle Ernst-Abbe-Sportfeld waren keine Zuschauer zugelassen und es regnete in Strömen – entsprechend tief und schwer bespielbar war der Platz. Deutlich besser zurecht kamen damit in der ersten Halbzeit die Gastgeber. Carl-Zeiss schnürte Lok regelrecht in der eigenen Hälfte ein, sorgte mit Dauer-Pressing dafür, dass die Blau-Gelben sich kaum einmal aus der Umklammerung befreien konnten. Ihrerseits erspielten die Jenaer sich Chance um Chance: Dedides (11./24.), Oesterhelweg (21./41.), Eisele (37.) und Wolfram (37.) hatten ein halbes Dutzend sehr gute Einschussmöglichkeiten. Aber entweder fehlte die Treffsicherheit und der Ball landete knapp neben dem Kasten. Oder Lok-Torwart Jan-Ole Sievers war auf dem Posten und rettete.

So kam es wie so oft in solchen Situationen: Machst Du vorne nicht das Tor, bekommst Du es hinten eingeschenkt. Lok hatte bis dato nur eine Möglichkeit (Ogbidi/31.), der zweite Schuss saß dann. Kurz vorm Halbzeitpfiff schlug „Mister 1:0“ Djamal Ziane zu: Nach Vorarbeit von Sascha Pfeffer über links vollendete Ziane mit einer Direktabnahme per Außenrist ins lange Eck. Es war sage und schreibe das neunte 1:0 des Lok-Stürmers in dieser Saison.

Torwarttrainer Dickmann muss ran

Nach der Pause ging es ohne langes Abtasten gleich zur Sache. Jena drückte zwar auf den Ausgleich, aber Lok war gefährlicher. Zunächst scheiterte Luca Sirch nach tollem Solo-Lauf (47.) und Ziane mit einem Kopfball (48.). Wenig später aber das 2:0, als Mike Eglseder im Anschluss an einen Eckball mustergültig per Kopf einnickte. Nach einer Stunde dann ein Schockmoment für die Blau-Gelben: Nach Fehler von Farid Abderrahmane musste Sievers Kopf und Kragen riskieren, wurde von Dedides an der rechten Hand getroffen. Die konnte der Keeper anschließend nicht mehr bewegen. Folgerichtig musste Sievers den Platz verlassen.

Weil die etatmäßige Nummer zwei, Jannes Tasche, den 1. FC Lok aus beruflichen Gründen in der Winterpause verlassen hatte, musste nun der eigentliche Torwarttrainer Dennis Dickmann in den Kasten. Der reagierte in seiner ersten Situation mit einer guten Fußabwehr (63.) und sah wenig später, wie seine Mannschaft nach einem Foul am eingewechselten Bogdan Rangelov einen Strafstoß zugesprochen bekam. Kapitän Pfeffer verwandelte sicher und erhöhte auf 3:0.


Der sicher geglaubte Sieg geriet dann aber doch noch einmal ins Wanken. Einen Schuss von Eisele konnte Dickmann nicht festhalten – Dedides staubte aus Nahdistanz ab (70.). Fortan waren die Rollen klar verteilt: Jena versuchte mit aller Macht, vors Lok-Tor zu kommen. Die Blau-Gelben ihrerseits waren bemüht, viel Ballbesitz zu haben und die Jenaer so möglichst weit vom eigenen Gehäuse wegzuhalten. Das gelang den Leipzigern insgesamt besser Mit etwas Glück und viel Geschick schaukelten sie den Sieg über 90 Minuten und sieben Minuten Nachspielzeit, denn auch Krauß‘ Anschlusstreffer mit dem Schlusspfiff änderte nichts mehr an den drei Punkten.

Statistiken

Lok: Sievers (61. Dickmann) – Berger, Eglseder, Sirch, Salewski (46. Rangelov) – Piplica (90. Heynke), Abderrahmane – Ogbidi (76. Mehmedovic), Pfeffer, Voufack – Ziane (90. Nattermann)

Tore: 0:1 Ziane (45.), 0:2 Eglseder (49.), 0:3 Pfeffer (66.), 1:3 Dedides (70.), 2:3 Krauß (90.+7)

Stimmen zum Spiel

Almedin Civa (Trainer 1. FC Lok): „Wir sind erleichtert und zufrieden und gehen mit drei Punkten nach Hause. Jena hat in der ersten Halbzeit stark gespielt, hat uns stark unter Druck gesetzt - das 1:0 war schon etwas glücklich. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann aber sehr souverän gemacht und letztlich verdient gewonnen.“

Andreas Patz (Trainer Carl-Zeiss Jena): „In der ersten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht. Wir haben die Tore zu leichtfertig bekommen und sind jetzt natürlich sehr enttäuscht.“