06. Mai 2022 / 16:37 Uhr

Lok Leipzig ist bereit für das Derby: Statt Violine sind Kontrabass und Pauke gefragt

Lok Leipzig ist bereit für das Derby: Statt Violine sind Kontrabass und Pauke gefragt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Auch wenn es nicht so lief in letzter Zeit: Für den 1. FC Lok und Trainer Almedin Civa sollen gegen Chemie drei Punkte her.
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Trainer Almedin Civa meint nach zuletzt durchwachsenen Resultaten: „Alles, was vorher passiert ist, hat am Samstag keine Bedeutung mehr. Beide Teams starten bei Null und wir nehmen die Herausforderung gerne an.“ Gegen Chemie soll also der Derbysieg her.

Leipzig. Der zweite und letzte Akt des traditionsreichen Leipziger Fußball-Oratoriums wird für diese Saison im Leutzscher AKS uraufgeführt. Im Hinspiel schwang Lok-Kapitän Sascha Pfeffer den Taktstock, setzte mit seinem Siegtreffer den ersten dramatischen Akzent. Nun soll am Sonnabend (15.30 Uhr, MDR) das blau-gelbe Opus magnum und damit die interne Stadtmeisterschaft seine Vollendung finden.

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„Die Erwartungshaltung bei Lok ist immer hoch“

Auf sportlicher Ebene – also beim Blick auf die Tabelle – hat die Begegnung keine riesige Relevanz, die Anhängerschaft wird dem Ausgang der Partie dennoch jede Menge Bedeutung beimessen. Es bietet sich eine tolle Möglichkeit, die durchwachsenen Ergebnisse der letzten Wochen ein wenig aufzuhübschen.

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Almedin Civa, Chef-Intendant der Loksche, ist sich dessen bewusst: „Dieses Derby ist für die Stadt Leipzig extrem wichtig und wir freuen uns sehr darauf. Manch ein Fan macht Wohl und Wehe seines Lebens von so einem Ergebnis abhängig. Wir können alle froh sein, dass es solche Spiele noch gibt. Alles, was vorher passiert ist, hat am Samstag keine Bedeutung mehr, beide Teams starten bei Null und wir nehmen die Herausforderung gerne an.“

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Er erwartet einen top motivierten Gegner, das kann niemanden verwundern. Angeleitet von Konzertmeister Miroslav Jagatic, der seinerseits auch kein Novize auf der Derby-Klaviatur ist, wird Chemie alles versuchen, dissonante Misstöne in die Darbietung des 1. FC Lok zu streuen. Civa gibt sich keinerlei Illusionen hin: „Chemie hat einige tolle Spiele zuletzt absolviert, ist vielleicht auf dem Papier derzeit etwas besser drauf als wir, dennoch sehe ich keinen klaren Vorteil bei einer der Mannschaften.“

Das Selbstvertrauen sei in Probstheida groß: „Die Erwartungshaltung bei Lok ist immer hoch, wir müssen eigentlich immer jeden schlagen können.“ Der Freundschaft zwischen beiden Dirigenten, die auf gemeinsame Tage bei TeBe und Altglienicke zurückgeht, wird 90 Minuten lang eine professionelle Kunstpause auferlegt. Civa zum Gegner: „Wir müssen zuallererst auf uns schauen, den Kampf, der uns sicherlich erwarten wird, annehmen aber dennoch unser Spiel durchbringen.“ Trotz noch einiger personeller Wackelkandidaten wie Robert Berger (Hüftmuskel) oder Luca Sirch sieht Civa seine Elf gerüstet: „ Ich weiß, was die Mannschaft im Vorfeld eines solchen Spiels braucht, das Vertrauen in die Jungs ist voll da.“

„Die Vorfreude ist da“

Es wird ein letzter richtiger Lackmustest für das blau-gelbe Ensemble. Civa kann – wenn sicher auch noch nicht über 90 Minuten – wieder auf seinen Stargeiger Farid Abderrahmane zählen, der seinen Kontrakt um ein weiteres Jahr verlängert hat. Er bringt er alle Qualitäten mit, die der Coach für seine Art, Fußball zu spielen, benötigt: „Er fordert jeden Ball und hat das volle Vertrauen der Mannschaft.“

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Der Hochgelobte selbst, der sich in Leipzig nach eigener Aussage „sehr wohl fühlt“, blickt zuversichtlich auf sein erstes Gastspiel in Leutzsch: „Die Vorfreude ist da, wir haben ganz gut trainiert und es kann losgehen.“ Mangelnde Derby-Erfahrung wird teamintern abgefedert, die alten Schlachtrösser leisten hier ihren Beitrag: „ Ich habe natürlich unter anderem Djamal Ziane gefragt, auf was man sich einstellen muss.“

Die Instrumente sind gestimmt, nun gilt es, die tosende Menge möglichst fehlerfrei zu entzücken. Es wird kaum möglich sein, das fußballerische Gesamtwerk durchweg in harmonischen Dur-Tonarten durchzuspielen. In solchen Partien bedarf es auch mal der groberen Besaitung, Kontrabass statt Violinsolo gewissermaßen. Auch Paukenschläge und Jagdhörner sind erwünscht. Kurzum, mit elf Thomanerknaben gewinnst Du so ein Derby nicht unbedingt.