15. Oktober 2020 / 21:19 Uhr

Lok Leipzigs Präsident Löwe in der LVZ-Kuppel: „Fans haben Verein durch Corona-Krise getragen“

Lok Leipzigs Präsident Löwe in der LVZ-Kuppel: „Fans haben Verein durch Corona-Krise getragen“

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Sascha Pfeffer (Lok 23), Robert Berger (Lok 2), Lok Präsident Thomas Löwe / Loewe, Moderator Roman Knoblauch, Lok Trainer Almedin Civa 

Talk 1. FC Lokomotive (Lok) in der LVZ Kuppel am 15.10.2020 in Leipzig (Sachsen).
Thema der Talkrunde in der LVZ-Kuppel: Die aktuelle sportliche Situation beim FC Lok Leipzig. © Christian Modla
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Auch beim 1. FC Lokomotive Leipzig ist das Stadionerlebnis in Corona-Zeiten ein Stück weit verloren gegangen. Doch die Messestadt hat Power. Das trifft auch auf die Fans der Loksche und den Verein selbst zu.

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Leipzig. Die wichtigste aktuelle Nachricht vornweg: Der Rasen im Bruno-Plache-Stadion hat die 30 Liter Regen je Quadratmeter gut verkraftet, nach der Platzbegehung am Donnerstag zeigten alle Daumen nach oben: Dem Regionalligamatch zwischen Lok Leipzig und Tennis Borussia Berlin (Freitag, 19 Uhr) steht wohl nichts im Weg.

Die aktuelle sportliche Situation des Siebten der Nordoststaffel war am Donnerstagabend auch Thema der Talkrunde in der Kuppel des Lok-Sponsors LVZ. Doch es ging vor allem ums Große und Ganze. Thomas Löwe blickte auf den Sommer zurück. „Die sechs Wochen nach dem verpassten Aufstieg waren ein regelrechter Kampf, alle Spieler hatten Angebote. Das Profitum stand auf der Kippe. Der verpasste Aufstieg hat uns zwei Millionen Euro gekostet“, sagte der Präsident, dessen Verein sich aber auf seine Partner verlassen, auch in der Pandemie: „Kein einziger Sponsor hat irgendetwas zurückgefordert, obwohl wir wochenlang nicht gespielt haben.“ Nun könne Lok wieder 3.600 Zuschauer zulassen. „Wir sind traurig, dass viele nicht kommen, weil das Stadionerlebnis in Corona-Zeiten ein Stück weit verloren gegangen ist. Wir haben viele Sponsoren, aber unsere Fans und Gönner sind unsere Hauptsponsoren. Die Fans haben den Verein durch die Corona-Krise getragen.“

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Almedin Civa spürte in den ersten Monaten, dass man als Trainer in Probstheida auch Gegenwind aushalten muss: „Ich habe kein Facebook, lese keine Zeitung, habe ein dickes Fell. Und ich stehe wie der Verein und unsere Spieler fürs Kämpfen.“ Der 48 Jahre alte Bosnier spielte einst selbst beim VfB Leipzig und in Leutzsch. Sein Vergleich zu seiner aktiven Zeit: „Es gibt wenige Städte, die sich in 17 Jahren so gut entwickelt haben. Davon kann auch der 1. FC Lok profitieren. Leipzig hat Power, das trifft auch auf unseren Verein zu.

Auf Sascha Pfeffer und Robert Berger, die sich vor vier Wochen beide innerhalb weniger Tage eine Innenbandverletzung zugezogen hatten, muss Civa länger verzichten. Gemeinsam mit Löwe unde Civa standen sie in der LVZ-Kuppel Rede und Antwort. Beide versicherten, dass es körperlich und mental bergauf gehe, momentan könnten sie ihr Knie schon wieder 60 Grad beugen.

Derby- und Pokalsieg

Pfeffer sagte über den Trainer: „Alme ist ein ruhiger, geselliger Trainer, er nimmt alle Spieler mit. Seine Art, Fußball zu spielen gefällt mir.“ Berger ergänzte: „Er hat sich von Anfang an für uns Spieler und unsere persönliche Situation interessiert. Das fand ich stark. Mir gefällt es in Leipzig, für mich kam es nicht in Frage wegzugehen.“

Sascha Pfeffer hatte nach dem verpassten Aufstieg überlegt, alles hinzuwerfen. Doch dann kam der Ehrgeiz: „Mit dem Negativerlebnis Relegation wollte ich doch nicht aufhören.“ Berger ergänzte: „Wir hatten nur drei Wochen Zeit, uns auf das wichtigste Spiel vorzubereiten. Es tut schon noch weh, daran wird man noch nach Jahren immer mal wieder denken. Die Familie und mein kleiner Sohn haben mir stets Halt gegeben.“

Welches Ziel hat der 1. FC Lok aktuell? Die Fans riefen spontan: „Derbysieg, Pokalsieg.“ Civa würde es tatsächlich gern ändern, dass die Blau-Gelben noch nie den Sachsenpokal gewonnen haben.