27. Mai 2020 / 19:07 Uhr

Lok Leipzig startet am Donnerstag das Mannschaftstraining

Lok Leipzig startet am Donnerstag das Mannschaftstraining

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Wolfgang Wolf und der 1. FC Lok trainieren ab Donnerstag wieder gemeinsam auf dem Rasen - allerdings in Kleingruppen.
Wolfgang Wolf und der 1. FC Lok trainieren ab Donnerstag wieder gemeinsam auf dem Rasen - allerdings in Kleingruppen. © Christian Modla
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Eigentlich glaubte Lok-Coach Wolfgang Wolf nicht mehr an ein Training in der laufenden Saison. Ab Donnerstag steht die Mannschaft aber wieder auf dem Platz: Mögliche Relegationsspiele gegen den RL-West-Meister winken.

Leipzig. 48 Tage dauerte die Winterpause des 1. FC Lok Leipzig, 69 Nächte vergingen gar zwischen dem letzten Spiel der vergangenen und dem Auftakt der laufenden Saison im Sommer 2019. Ganze 90 Tage ist es her, dass Lok vor der Corona-Unterbrechung ein Pflichtspiel bestritten hat – wohlgemerkt ohne Testkicks oder Training.

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Dies wollten die Verantwortlichen des Viertligisten erst wieder starten, wenn Land, sprich Fußball, in Sicht ist. Und nachdem Trainer und Sportdirektor Wolfgang Wolf zunächst prophezeite, die Probstheidaer würden diese Saison nicht mehr trainieren, kehren Wolfs Schützlinge am Donnerstag wieder zurück auf den Platz an der Connewitzer Straße. Eine Woche wird nun täglich trainiert, in Kleingruppen, hygienegerecht und auch an den Feiertagen. „Wir fangen langsam an, es wird nur mit Ball trainiert, um alle wieder heranzuführen“, erklärt Wolf.

Nordost- und West-Meister stehen nicht fest

Der Re-Start passiert nicht aus Langeweile, sondern weil die Pflicht ruft: Aller Voraussicht nach rutscht Lok am grünen Tisch in die Relegationsspiele um Liga drei. Aus der Kalten auflaufen kommt da nicht infrage. Obwohl Wolf findet: „Es ist sowieso ein Witz, dass man 14 Wochen Pause macht und dann Relegation spielen soll. Da kannst du auch gleich eine Münze werfen. Aber wir nehmen es so, wie es kommt.“

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Dass sowohl in der RL Nordost als auch in der West-Staffel die Meisterfrage noch nicht beantwortet wurde, ist unglücklich, handelt es sich doch um die Verbände, deren Regionalliga-Meister in die Relegation müssen. Die Nord- oder Südwest-Staffel mit sicheren Aufsteigern haben dagegen bereits Nägel mit Köpfen gemacht. Ärgert auch Wolf. „Der Verband muss so schnell wie möglich eine Entscheidung treffen“, fordert der bis dato ungeschlagene Lok-Coach.

"Die Spieler wissen, was ich von ihnen halte"

Seine letzten Matches an der Seitenlinie, bevor er wieder als Sportdirektor auf die Tribüne rückt, werden mithin entscheiden, in welcher Liga sein Nachfolger auf der Trainerbank Platz nehmen darf. Die Personalie hänge jedoch nicht vom Aufstieg ab, versichert Wolf. „Ich suche einen, der in beiden Ligen trainiert. Die Gespräche sind abgeschlossen. Ich habe zwei, drei Kandidaten, über die ich nachdenke und die ich dem Präsidium vorstellen werde“, erzählt er.

Schwieriger gestalten sich die Vertragsverhandlungen mit den Spielern. Spielmacher Paul Schinke hat verlängert, Ersatzkeeper Lukas Wenzel wechselt zum TSV Aubstadt, ansonsten laufen sämtliche Kontrakte zum 30. Juni aus. „Soll ich einem vor der Relegation sagen: ’Für die vierte Liga behalt ich dich, aber für die Dritte reicht es nicht’? Die Vertragsgespräche sind vorerst auf Eis gelegt“, berichtet Wolf, relativiert jedoch: "Die Spieler wissen, was ich von ihnen halte."

Bereits in der Vergangenheit betonte der 62-jährige Fußballlehrer, den Kader nicht großartig verändern zu wollen, viel Geld für spektakuläre Transfers ist ohnehin nicht da. Spannend ist, wie lange die Lok-Profis ohne vertragliche Gewissheit auskommen. Doch nach fußballfreien 90 Tagen werden wohl die meisten im Warten geübt sein.