16. Oktober 2020 / 20:58 Uhr

1. FC Lokomotive Leipzig trotzt gegen TeBe Berlin den Verletzungssorgen

1. FC Lokomotive Leipzig trotzt gegen TeBe Berlin den Verletzungssorgen

Rainer Kelch
Leipziger Volkszeitung
Paul Schinke, Djamal Ziane und Gabriel Boaye (v.l.) im Jubel nach dem 3:0 im Spiel 1. FC Lok – TeBe Berlin.
Souveräner Auftritt: Lok Leipzig war im Duell gegen Tennis Borussia Berlin spielbestimmend. © Alexander Prautzsch
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Echter Befreiungsschlag: Nach der 5:0-Klatsche gegen die VSG Altglienicke hat der 1. FC Lokomotive Leipzig gegen Tennis Borussia Berlin überzeugt. Die Blau-Gelben setzten die Gäste mit aggressivem Pressing unter Druck und gewannen 4:0 (2:0) gegen den Liga-Aufsteiger.

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Leipzig. Almedin Civa hatte Respekt vor dem Gegner Tennis Borussia. Kein normaler Aufsteiger seien die Berliner. „Markus Zschieche ist ein junger, hungriger Trainer, der die Regionalliga aus dem Effeff kennt. Dazu haben sie ihre Mannschaft mit vielen guten Spielern verstärkt“, charakterisierte Civa während des Fantalks in der LVZ-Kuppel am Donnerstag den Verein, für den er Anfang der 90er sechs Jahre lang selbst aktiv war und sogar in der 2. Bundesliga kickte.

Dazu sind die Blau-Gelben aktuell schwer geplagt von Verletzungssorgen. Mit Sascha Pfeffer und Robert Berger fehlten zwei Säulen der Meistermannschaft der Vorsaison an allen Ecken und Enden. Neuzugang Mike Eglseder sollte eigentlich ein Anker in der Abwehr sein. Der Defensivspieler fällt aber schon zum zweiten Mal in dieser Spielzeit aus. Der junge Niklas Schneider ist schon seit Sommer malade. Zu allem Überfluss brummte Allzweckwaffe Maik Salewski eine Gelbsperre ab. In dieser angespannten Personalsituation vertragslose Spieler zu verpflichten, kommt für den Lok-Coach, der gleichzeitig Sportdirektor ist, jedoch nicht infrage. Ständig bekäme er über Berater „richtig gute, erfahrene Spieler“ angeboten, berichtete Civa, um dann süffisant nachzuschieben: „Aber wir müssten sie bezahlen – auch dann, wenn die verletzten Spieler wieder fit sind.“ Dafür habe Lok nicht das Budget, also werde man mit dem vorhandenen Personal auskommen, was kein Problem sei. „Meine Jungs sind gut – wenn wir unsere Leistung abrufen, hat es jeder Gegner in der Liga schwer gegen uns!“, schickte Civa eine Kampfansage auf den Weg.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spiel zwischen Lok und Berlin

Der 1. FC Lok Leipzig konnte sich souverän mit 4:0 gegen den Regionalliga-Aufsteiger Tennis Borussia Berlin durchsetzen. Zur Galerie
Der 1. FC Lok Leipzig konnte sich souverän mit 4:0 gegen den Regionalliga-Aufsteiger Tennis Borussia Berlin durchsetzen. ©

Dass diese Einschätzung keineswegs übertrieben ist, zeigten die Lok-Spieler von Beginn an. Von der ersten Minute an, setzten die Blau-Gelben TeBe mit aggressivem Pressing unter Druck und gingen früh per Doppelschlag in Führung. Keine fünf Minuten waren absolviert, bugsierte Leon Heynke einen abgeblockten Urban-Freistoß per Flachschuss von der Straffraumgrenze vor 1.755 Zuschauern in die Maschen – das erste Regionalligator des 20-Jährigen überhaupt. Zwei Minuten später ein wunderschöner Angriff über Farid Abderrahmane und Edvardas Lucenka, der den Ball von rechts mustergültig in die Mitte passte, von wo aus ihn Gabriel Boakye aus zehn Metern ins rechte Angel nagelte.

Auch danach war Lok klar besser und hatte schon in Halbzeit eins weitere hochkarätige Chancen. Aber erst kurz nach der Pause klingelte es wieder im TeBe-Kasten. Lok-Torjäger Djamal Ziane wollte sich allerdings zunächst gar nicht richtig über seinen Treffer freuen, weil er nur Sekunden zuvor einen „Tausendprozenter“ ausgelassen hatte, als er den Ball freistehend aus fünf Metern übers Tor drosch. Bis zum Ende agierte Lok mit zahlreichen weiteren guten Chancen. Eine davon verwandelte Denis Jäpel mit seinem ersten Tor für den 1. FC Lok zum 4:0-Endstand.

1. FC Lok: Tasche – Lucenka, Urban, Sirch, Mehmedovic (72. Stendera) – Heynke, Abderrahmane (77. Piplica) – Boakye, Schinke (77. Ntignee), Jäpel – Ziane (67. Nattermann);

Tore: 1:0 Heynke (6.), 2:0 Boakye (8.), 3:0 Ziane (47.), 4:0 Jäpel (67.); G/R: Matt (TeBe/27./wdh. Foulspiel)