19. September 2020 / 16:07 Uhr

Lok Leipzig verpasst Belohnung: Unglückliches 1:1 gegen Chemnitzer FC

Lok Leipzig verpasst Belohnung: Unglückliches 1:1 gegen Chemnitzer FC

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
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Schade! Trotz eines guten Spiels bleibt nur ein Punkt in Leipzig-Probstheida: 1:1 endet die Partie gegen den Chemnitzer FC. © Picture Point
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Da war mehr drin! Im sächsischen Topspiel kommt der 1. FC Lok nicht über ein 1:1 gegen Drittligaabsteiger Chemnitzer FC hinaus.

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Leipzig. Dieses Unentschieden wird wehtun. Der 1. FC Lok Leipzig muss sich mit einem Punkt im Ost-Topduell gegen den Chemnitzer FC zufrieden geben, obwohl der amtierende Regionalliga-Meister die bessere, griffigere, überzeugendere Mannschaft ist. Nach 30 Minuten führen die Gastgeber nach einem Tor von Maik Salewski 1:0 und bestimmen die Partie, ein raffinierter Freistoßtrick des CFC-Mannes Christian Bickel in der 70. Minute versaut Lok und den 2083 Fans im Bruno-Plache-Stadion die blau-gelbe Sause. Erkenntnis: 90 Minuten sind lang, auch für Zuschauerinnen und Zuschauer. Einige scheinen von der überall geltende Maskenpflicht befreit zu sein, insbesondere gegen Ende der Partie fallen mehrere Masken.

Lok-Coach Almedin Civa vertraut auf seine Formation, die zuletzt zwei Mal zu Null gewann, ersetzt nur Zak Piplica mit dem wieder genesenen Mike Eglseder. Und das Selsbtvertrauene von vier Spielen ohne Niederlage beflügelt: Phasenweise spielen sich die Gastgeber in einen Rausch. Schnörkellos und schnell setzen Civas Schützlinge dessen Idee vom flachen Ball um – da werden auch mal in den Sang gesetzte Doppelpässe verziehen. Die himmelblauen Chemnitzer haben sichtbare Probleme, Loks Balance zwischen Tempo und Ruhe durcheinanderzubringen.

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Der 1. FC Lok Leipzig und der Chemnitzer FC trennen sich im sächsischen Topspiel 1:1. Zur Galerie
Der 1. FC Lok Leipzig und der Chemnitzer FC trennen sich im sächsischen Topspiel 1:1. © Picture Point

Die Quirligkeit von Damir Mehmedociv auf der Außenbahn, die Schlitzohrigkeit der Flügelbeauftragen Sascha Pfeffer und Maik Salewski sowie die Robustheit von Djamal Ziane oder Leon Heynke machen den Gästen zu schaffen. Die Führung ist verdient. Nachdem Pfeffer die Gasse findet, braucht Salewski nur noch einzuschieben. Sein zweites Saisontor, Pfeffers zweiter Saisonassist – so viele hatte er letzte Saison in fünfzehn Spielen. Eine mögliche Abseitsposition wird im Stadion wenige interessiert haben, Auswärtsfans waren nicht zugelassen.

Die zweiten 45 Minuten sind ähnlich gestrickt. Lok dominiert und kombiniert, Chemnitz läuft hinterher. Umso überraschender, dass der Drittligaabsteiger noch zu einem Tor kommt. Als Bickel in der 70. Minute einen Freistoß aus 25 Metern zurechtlegt, dirigiert Lok-Keeper Jannes Tasche noch die Mauer. Einziges Problem: Der Ball ist bereits freigegeben. Einen Zeitlupen-Schlenzer in die lange Ecke kann Tasche nicht kriegen, das schmerzhafte Gegentor wird durch die ungläubige Stille auf den Tribünen noch gespenstischer. Durch das zweite Unentschieden in dieser Saison bleibt Lok auf den Spitzenrängen, verliert den dritten Tabellenplatz jedoch an Stadrivale BSG Chemie.

CFC-Trainer Daniel Berlinski sagte nach der Partie: "Wir kommen nicht richtig rein in das Spiel, dann liegen wir gegen einen starken Gegner zurück. Kompliment an meine Mannschaft, dass sie noch zurückgekommen ist. Wir können mit diesem Punkt hier leben." Lok-Coach Almedin Civa sieht das ähnlich: "Ich denke, es ist ein Punktgewinn für Chemnitz. Heute habe ich eine Lok-Mannschaft gesehen, die 90 Minuten überlegen war. Vom Läuferischen, vom Kämpferischen, vom Spielaufbau - die Mannschaft hat heute sehr vieles sehr gut gemacht. Es war ein perfektes Spiel von uns"

"Wir hätten drei Punkte verdient gehabt"

Djamal Ziane sieht einen großen Schritt nach vorne: "Ich will keine großen Töne spucken, aber wir sind noch nicht perfekt eingespielt, wir werden von Spiel zu Spiel besser. Am Ende sind wir noch nicht, wir kriegen ja auch noch Neue dazu, da müssen wir uns auch wieder finden. Es war ein überragendes Gefühl, wieder vor so vielen Zuschauern zu spielen. Das ist das, was man will."

"Schade, dass wenn über 3000 Fans zugelassen sind, nicht über 3000 kommen - bei diesem schönen Wetter. Aber vielleicht haben einige noch Bedenken wegen Corona, es kam im Fernsehen, nur Leipziger dürften kommen, das hat bestimmt die Zahl auch gedrückt. Aber für die Verhältnisse war das brutal überragend. Das hat man auf dem Platz auch gemerkt.", so Ziane weiter. Weniger optimistisch waren die Worte von Sascha Pfeffer: "Ich spreche für die Mannschaft, wenn ich sage: Wir sind enttäuscht.", so der 33-jährige Routinier. "Wir hätten drei Punkte verdient gehabt.", resümierte Mike Eglseder.