21. Juni 2020 / 18:18 Uhr

1. FC Lok Leipzig: Wackelt die Relegation?

1. FC Lok Leipzig: Wackelt die Relegation?

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Auf Grund des Corona-Ausbruchs in der Tönnies-Fleischerei im Kreis Gütersloh ist noch nicht sicher, ob Lok Leipzigs Relegationsspiel beim SC Verl im Stadion der Westfalen stattfinden kann.
Auf Grund des Corona-Ausbruchs in der Tönnies-Fleischerei im Kreis Gütersloh ist noch nicht sicher, ob Lok Leipzigs Relegationsspiel beim SC Verl im Stadion der Westfalen stattfinden kann. © Getty Images/Christof Koepsel
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Lok Leipzigs Relegationsgegner SC Verl wäre von einem Gütersloher Shutdown betroffen. Indes bereiten sich beide Mannschaften unterschiedlich auf die Entscheidungsspiele vor.

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Leipzig. Auf einmal könnte alles wieder auf der Kippe stehen. Der Fleischerei-Skandal in Gütersloh mit über tausend Corona-Neuinfizierten bedroht plötzlich das Relegationsrückspiel des 1. FC Lok Leipzig beim SC Verl am 30. Juni. Die westfälische Kleinstadt gehört zum Kreis Gütersloh, in dem ein erneuter Shutdown diskutiert, doch vorerst laut NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nicht geben wird. Und so bereiten sich beide Regionalligisten weiterhin auf die Entscheidungspartien vor, wenn auch jedes Team auf seine Weise.

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Beim SC Verl darf zurzeit nur die erste Mannschaft und deren Staff das Trainingsgelände betreten, alle anderen Kicker und Abteilungen müssen sich gedulden und hygienebedingt fernbleiben. Die Verler Mannschaft würde sich nun „mehr denn je“ an das Hygienekonzept des DFB halten, verrät SC-Pressesprecher Norbert Meyer im Sport im Osten. Ein Quarantäne-Trainingslager bestreiten die Westfalen dagegen nicht. Möglich macht dies die Lockerung des Hygiene-Konzepts seitens des DFB, welches für die ersten drei Profiligen konzipiert wurde und vergangene Woche entschärft wurde.

Spielpraxis, Videoanalysen, Teamgeist

In Probstheida in der Connewitzer Straße sind die Profis von Lok dennoch nicht mehr anzutreffen. Sie befinden sich trotz der nicht mehr so strengen Maßnahmen seit gestern in der Sportschule Egidius Braun, trainieren, analysieren und schlafen dort. Obwohl nicht mehr notwendig, zogen Chefcoach Wolfgang Wolf, sein Trainerteam und alle Spieler nach Abtnaundorf.

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Der Fokus soll auf die Spielpraxis gelegt werden, auf Videoanalysen des Gegners und nicht zuletzt auf die Beschwörung des Teamgeists in einem solchen Camp, welches die berühmt-berüchtigten letzten Prozente rauskitzeln kann. Zudem sparen sich die Verantwortlichen wohl auch ein wenig Stornierungs-Stress.

Ausweichstadion: Paderborn

Am Donnerstag findet schließlich im Bruno-Plache-Stadion das erste Spiel nach 115 Tagen, fast vier Monaten, statt. Eine Wundertüte, die vor fast leeren Rängen geöffnet wird: Auf den Sitzen der historischen Holztribüne werden Stofftier-Schweinchen Platz nehmen, die Lok für 15 Euro als Talisman verkauft. Bereits über 1700 Stück gönnten sich die Fans des NOFV-Meister bis Sonntag, die die Matches im Gegensatz zu ihren Plüschtieren vor den Bildschirmen schauen müssen. MDR und MagentaTV übertragen live, mögliche TV-Gelder wurden (noch) nicht vereinbart.

Angepfiffen wird das Spiel um 17 Uhr, deshalb plant Wolfgang Wolf auch, bis Mittwoch mindestens eine Trainingseinheit um diese Uhrzeit zu absolvieren. Sollten Covid-19 und die Politik doch noch einen Strich durch die Relegationsrechnung ziehen, hätte Verl immerhin ein Ausweichstadion. Für einen möglichen Aufstieg in Liga drei hat der Vertreter der RL West die Benteler-Arena, normalerweise Heimstätte des SC Paderborn, angegeben und könnte im Notfall für das Rückspiel dorthin ausweichen. Dass beide Partien in Leipzig stattfinden, ist keine Möglichkeit.