06. Januar 2020 / 18:09 Uhr

Lok Leipzig wird Dritter beim Halplus-Cup, Erfurt schlägt HFC im Finale

Lok Leipzig wird Dritter beim Halplus-Cup, Erfurt schlägt HFC im Finale

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Lok beim Turnier in Halle.
Lok beim Turnier in Halle. © Thomas Gorlt
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Die Frage nach Hallenturnieren spaltet die blau-gelben Gemüter. Beim Halplus-Cup in Halle, das zweite Parkettturnier für den 1. FC Lok Leipzig in nur zwei Tagen, scheiden sich die Geister beim Thema Budenzauber.

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Halle. „Ich muss ja sagen, dass es mir gefällt“, scherzt Lok-Keeper Herbert Schötterl und gibt berechtigte Torwartsorgen preis: „Weich fällt man hier nicht.“ Flügelmann Robert Berger findet: „Als ich jünger war, war ich noch heißer auf Hallenturniere, jetzt hat es etwas abgenommen.“ Das ist dem trotzdem erst 23-Jährigen auf dem Feld jedoch nicht anzusehen, er und Kollege Sascha Pfeffer wirken besonders motiviert, müssen als Stammkräfte auch junges Personal mitziehen. Denn wie bereits bei den Ur-Krostitzer Masters am Sonntag sind Moritz Butzke und Johannes Pistol im Einsatz.

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HalPlus-Cup in Halle Januar 2020. Zur Galerie
HalPlus-Cup in Halle Januar 2020. ©

„Ich glaube, die Jungen haben Spaß“, vermutet Schötterl. „Die muss man nicht zwingen, hier mitzukommen.“ Die beiden 18-Jährigen müssen aber feststellen: „Technisch können wir mithalten, nur athletisch ist es ein anderes Niveau.“ Doch auch der Kopf ist im Fußball wichtig, weiß Butzke. „In der Jugend kannst du befreiter aufspielen, hier ist dann schon etwas mehr Nervosität dabei“, sagt der Kapitän der A-Jugend.

Überraschungsteam Blau-Weiß Dölau

Die rührt eventuell auch von der stadionähnlichen Atmosphäre, die die Ultras des Halleschen FC in die Erdgas-Arena bringen. Inklusive Choreographie trommeln und singen die „Saalefront Ultras – Sektion Stadionverbot“ den Gastgeber ins Finale. Auf dem Weg dahin besiegen sie in der Gruppenphase und im Halbfinale die Leipziger Gäste aus Probstheida zweimal, im entscheidenden Match müssen sie sich aber überraschenderweise mit 0:2 Rot-Weiß Erfurt geschlagen geben.

Nicht so viel Unterstützung von den Fans bekommt das „Oldie“-Team der Hallenser, die jedoch mit abgebrühten und erfahrenen Fußball überzeugen. Die größte Überraschung des stimmungsvollen Tages ist der SV Blau-Weiß Dölau. Der Verbandsligist aus Sachsen-Anhalt schaltet im Viertelfinale den ZFC Meuselwitz aus, das Neunmeterschießen um Platz drei verlieren die Außenseiter jedoch gegen Lok vor den Augen vom ehemaligen RB- und jetzigem HFC-Stürmer Terrence Boyd und Markus Krug.


Wolf hätte auf den Budenzauber verzichten können

Klar, dass der langjährige Lok-Kapitän und Jugendspieler der Saalestadt bei diesem Cup nicht fehlt. „Das Herz schlägt schon etwas mehr für Blau-Gelb“, erzählt Krug. Für die Rückrunde schätze er die Chancen für seinen ehemaligen Club sehr gut ein. „Es gibt niemanden, der sich absetzt. Platz 1 ist möglich!“ Die gestrige Zuschauerrolle gefällt ihm: „Hallenturniere waren nie so meins, aber ich habe immer gerne zugeguckt.“ Anderer Meinung ist Aykut Soyak, der lieber mitgespielt hätte. „Das ist fußballerisch genau mein Ding“, meint Loks Topscorer, der jedoch nach seiner Augapfelquetschung Ende letzten Jahres noch geschont wird.

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Seinen Einsatz auf der Platte wird er vielleicht am 11. Januar beim „Sonnenland-Cup“ bekommen, Loks dritter und letzter Hallentest. Die Entscheidung wird Wolfgang Wolf treffen, der auf den Budenzauber hätte verzichten können und eher auf der Seite der Skeptiker steht: „Im oberen Profibereich wurde es schon abgeschafft. Die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß.“