10. Februar 2021 / 07:47 Uhr

Lok Leipzigs Goteh Ntignee: Ein Flick-Flack-Jubel in der Regionalliga geht immer

Lok Leipzigs Goteh Ntignee: Ein Flick-Flack-Jubel in der Regionalliga geht immer

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Goteh Ntignee in einem Testspiel VFC Plauen gegen Lok Leipzig im August 2020 in Aktion.
Goteh Ntignee in einem Testspiel VFC Plauen gegen Lok Leipzig im August 2020 in Aktion. © Thomas Gorlt
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Goteh Ntignee ist Lok Leipzigs jüngster Spieler und kam bisher wegen zunächst fehlender Arbeitserlaubnis und Lockdown auf lediglich zwei Kurzeinsätze. Währenddessen bringt Präsident Thomas Löwe den dritten Tabellenplatz als Saisonziel ins Gespräch.

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Leipzig. Noch bei den Victoria Highlanders aus Kanada unter Vertrag, bejubelte Goteh Ntignee einen seiner Treffer mit einem artistischen Flick-Flack-Jubel und abschließendem Salto a lá Miroslav Klose. In acht Spielen in der amerikanischen USL League Two gelangen dem damals erst 17-jährigen Angreifer vier Buden. Genügend Argumente, um 15.471 Kilometer entfernt an der Connewitzer Straße auf Ntignee aufmerksam zu werden und das kanadische Offensivtalent im Sommer beim 1. FC Lok Leipzig für zwei Jahre unter Vertrag zu nehmen.

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Debüt gegen Energie Cottbus

Doch dann kam das doppelte Warten. Zunächst wurde die Arbeitserlaubnis des mittlerweile volljährigen gebürtigen Beniners, der mit fünf Jahren mit seiner Familie nach Kanada zog, nicht erteilt. Erst einen Monat nach seiner Ankunft durfte Ntignee auflaufen und feierte schließlich beim 1:1 gegen Energie Cottbus in der Regionalliga Nordost sein Debüt.

DURCHKLICKEN: Bilder vom 1:1 gegen Cottbus

Der 1. FC Lokomotive Leipzig und der FC Energie Cottbus trennen sich im Bruno-Plache-Stadion mit 1:1. Zur Galerie
Der 1. FC Lokomotive Leipzig und der FC Energie Cottbus trennen sich im Bruno-Plache-Stadion mit 1:1. © Picture Point

Gute acht Wochen später dann die erneute Ernüchterung: Lockdown und Saisonpause. „Es ist ein wenig hart – Warten und sich fithalten. Aber Training ist besser als gar nichts“, verrät Ntignee dem SPORTBUZZER von der Tugend der Geduld, in die sich ab und an verständliche Zweifel säen. „Es war mein absolutes Ziel, nach Europa zu kommen. Ich wollte es unbedingt. Doch wegen der Pandemie fragt man sich natürlich: Soll ich hier warten oder soll ich zu Hause warten?“ grübelt der 18-Jährige, der gemeinsam mit einem guten Freund in einer WG lebt.

In zwei Kurzeinsätzen schnupperte der jüngste Spieler des Lok-Kaders bereits Regionalliga-Luft auf Nordost-Rasen, auf dem ein anderes Niveau als in Kanada herrsche. „Es ist etwas härter, aber das ist sehr gut für mich“, schätzt Ntignee den Qualitätsunterschied. Vor seinen ersten Profiminuten hatte der Kanadier dennoch Lampenfieber. „Ich war wirklich aufgeregt, meine Arme haben geschüttelt, ich habe ein bisschen zu viel nachgedacht. Doch meine Teamkameraden haben mir dann gesagt, das passiert immer beim ersten Spiel.“


„Die Motivation ist super“

Aufgrund des Schneefalls mussten Ntignee und Kollegen am Montag ihr Training ausfallen lassen, am Dienstag wurde es in der Kunstrasenhalle der Probstheidaer nachgeholt. Dass der vom NOFV angedachte 1. März als Restart-Termin durchsetzbar wird, ist indes unwahrscheinlich. Die Lok-Verantwortlichen spekulieren vielmehr auf das erste April-Wochenende, um die ausstehenden sieben Spiele der Hinrunde zu absolvieren.

Klar ist: die Leipziger haben keine Chance mehr auf den Aufstiegsrang. Präsident Thomas Löwe brachte im vereinsinternen Podcast zwar Rang drei als Saisonziel ins Gespräch, doch selbst ein Treppchenplatz wäre für die Profis wohl eher eine goldenen Ananas. „Die Motivation ist super, von mir können sie ein gutes Training kriegen“, erklärt Trainer Almedin Civa. Und Sportvorstand Torsten Kracht weiß: „Die Mannschaft hat einen tollen Charakter. Außerdem können wir die noch die Pokalrunde zu Ende spielen.“ Also doch noch eine Chance auf einen Titel. Und egal ob beim Ananasspiel in der Liga oder während einer Pokalschlacht im Landescup: ein Flick-Flack-Jubel samt Salto geht immer.