15. April 2020 / 19:13 Uhr

Lok Leipzigs Jugendmannschaften trainieren online

Lok Leipzigs Jugendmannschaften trainieren online

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Plache
Das Bruno-Plache-Stadion und die dazugehörigen Trainingsplätze vom 1. FC Lok Leipzig sind zur Zeit unbespielt. © Andre Kempner
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Von den Junioren wird das Online-Training gut aufgenommen, doch ersetzt es nicht die Mannschaftseinheiten auf dem Fußballplatz. Jugendleiter Jürgen Schwarz und die Trainer überlegen derweil, wie man in kleinen Gruppen trainieren könnte, sollte das Verbot aufgehoben werden.

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Leipzig. „Die Jungs fanden es sofort cool“, erzählt Ronny Meißner von den ersten Videogruppenchat-Trainingseinheiten. „Man hat gemerkt: es ist schön, dass sie sich wieder sehen, sie haben sich gleich gefoppt: Geh doch mal zum Friseur.“ Da der Trainingsbetrieb lahmgelegt ist, müssen die ambitionierten Jugendteams des 1. FC Lok Leipzigs umstrukturieren – online.

Und so trifft sich der U19-Coach Meißner mit seinen Schützlingen im Internet, um eine halbe Stunde Kraft-und Stabilitätseinheiten durchzuführen. „In den Intervallspausen nehmen wir auch den Ball dazu, dann wird mit Fuß, Oberschenkel und Kopf jongliert.“

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Die Spielpause und ein möglicher Saisonabbbruch kommen für die Großfeldmannschaften der Lok-Jugend zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, die U15, U17 und U19 befanden sich mitten im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga. „Ich glaube, der Verein ruft danach, dass der Nachwuchs nach oben kommt“, schätzt Meißner richtig ein.

Schwarz wünscht sich schnelle Lösung

Der Lehrer hat zu Beginn der Ausgangssperre Heimpläne mitgegeben, um seinen A-Jugendlichen Ersatz für die vier Trainingstage unter der Woche sowie das Spiel am Wochenende zu schaffen. „Aber du kannst noch so viel machen, es ersetzt zu keinem Zeitpunkt Fußballtraining“, bedauert er.

Wann ein Mannschaftstraining für andere Vereine als die Bundesligisten möglich ist, weiß niemand. „Wenn ich das beantworten könnte, müsste ich Lotto spielen“, ist auch Jürgen Schwarz ratlos. Loks Jugendleiter wünscht sich jedoch eine schnelle Lösung: „Jeder Sport hat einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert, auch ohne Wettkampf. Einfach wieder zum Training gehen und die sozialen Kontakte aufnehmen.“ Meißner und Schwarz könnten sich vorstellen, in kleineren Gruppen zu trainieren. „Drei Einheiten für jeweils eine Stunde hintereinander“, schlägt Meißner vor. Und sein Nachwuchschef überlegt: „Zwei Tage die Woche trainiert die eine und zwei Tage die Woche die andere Gruppe.“

Schmidt, der im Winter seinen Posten an der Seitenlinie als U12-Coach wegen der umfänglichen Aufgaben als Jugendleiter der Probstheidaer aufgeben musste, ist stolz auf sein Trainerteam, die früh Maßnahmen für die fußballfreie Zeit eingeleitet haben. Bis zur U12 werden die Videoeinheiten durchgeführt, die Bambinis haben von ihren Übungsleitern Hausaufgaben mit in die Ausgangssperre bekommen. Sein Credo: „Es nicht nur wichtig, um zu kontrollieren, viel wichtiger ist der Austausch untereinander.“