07. Februar 2020 / 17:45 Uhr

Lok Leipzigs Keeper Guderitz Erfolgsgeheimnis: Per Dauerschleife zum Erfolg

Lok Leipzigs Keeper Guderitz Erfolgsgeheimnis: Per Dauerschleife zum Erfolg

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Lok-Torwart Fabian Guderitz 

möchte auch im Spitzenspiel bei Energie Cottbus die Null festhalten. 
Lok-Torwart Fabian Guderitz möchte auch im Spitzenspiel bei Energie Cottbus die Null festhalten.  © Christian Modla
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Der Torhüter der Probstheidaer will mit Hilfe seiner Playlist auch im Spitzenspiel bei Energie Cottbus die Null halten

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Leipzig. Fußballer sind für ihre Rituale vor Spielbeginn bekannt, doch besonders speziell war der Aberglaube des berüchtigten Elfmeterkillers Sergio Goycochea. Der ehemalige argentinische Nationaltorhüter, den gefühlt nur Andy Brehme im WM-Finale ’90 vom Punkt überwinden konnte, pullerte bei jenem Turnier vor den Elfmeterschießen gegen Jugoslawien und Italien aufs Spielfeld. Mit Erfolg – je zwei Strafstöße parierte „Goyco“ und verhalf sich und seinen Landsmännern zum Einzug ins Endspiel.

Auch Fabian Guderitz behauptet, ein Elfmeterkiller zu sein. Tatsächlich hielt die neue Nummer eins des 1. FC Lok Leipzig letzte Saison im Dress seines Jugendklubs Germania Halberstadt drei von vier Elfern. Seine rituelle Spielvorbereitung ist jedoch weitaus humaner als die von Goycochea.

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„Ich höre seit über einem Jahr dieselbe Playlist“, erzählt er von seiner Macke. Seinen Transfer im Winter fädelte Loks Sportdirektor und Trainer Wolfgang Wolf ein, nachdem Guderitz’ Arbeitgeber Wacker Nordhausen pleite gegangen war. „Als die Insolvenz bekannt wurde, hat sich jeder irgendwo umgehört. Als der Anruf von Wolf kam, war ich selber überrascht. Aber besser hätte es nicht kommen können“, berichtet er und schwärmt: „Es ist ein Fortschritt in allen Belangen.“

Die glückbringende Playlist wird der Winterneuzugang von Wacker Nordhausen auch vor dem Regionalliga-Spitzenspiel (16 Uhr) gegen Energie Cottbus hören. In seinem zweiten Einsatz für Lok erwartet ihn im Lausitzer Stadion der Freundschaft eine fünfstellige Kulisse. „Was will das Fußballerherz mehr?“, freut er sich. Der 1,92 Meter große Schlussmann, der gestern 23 Jahre alt geworden ist, muss gegen ein treffsicheres Trio bestehen: Energie-Kapitän Dimitar Rangelov (14 Scorerpunkte), Stürmer Felix Brügmann (13 Scorerpunkte) oder Talent Berkan Taz (14 Scorerpunkte) waren an allen Toren des Zweitplatzierten beteiligt.

Der junge Wolfgang Wolf war ähnlich abergläubisch wie Sergio Goycochea oder Guderitz, hörte mit dickem Walkman Herbert Grönemeyer vor Spielen. Und heute? „Im Alter glaubt man nicht mehr alles.“ Die Musik, die jetzt aus der Lok-Kabine dröhnt, ist nicht sein Ding:  „Das ist richtig aggressiv. Aber wenn’s hilft, habe ich nix dagegen.

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