08. November 2020 / 17:32 Uhr

Lok Leipzigs Präsident Thomas Löwe ist für Saison-Restart im nächsten Jahr

Lok Leipzigs Präsident Thomas Löwe ist für Saison-Restart im nächsten Jahr

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Lok Leipzigs Präsident Thomas Löwe hält einen Regionalliga-Restart im neuen Jahr für sinnvoller.
Lok Leipzigs Präsident Thomas Löwe hält einen Regionalliga-Restart im neuen Jahr für sinnvoller. © Christian Modla
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Lok-Präsident Thomas Löwe hält einen Restart am 25. November für zu früh. Der Virus, Geisterkulissen, Finanzen: Er plädiert für eine frühere Winterpause und eine Fortsetzung Anfang 2021.

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Leipzig. Corona-Pause heißt nicht Arbeits-Pause, stellt Thomas Löwe klar. Der Präsident des 1. FC Lok Leipzig erklärt im 22. Lok-Podcast "Lok Cast": „Nur, weil keine Spiele sind, haben der Aufsichtsrat und die Verwaltung keineswegs nichts zu tun. Wir wollen die Zeit jetzt auch nutzen, um die Sanierung des Tribünendachs fertigzustellen.“

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Aber auch die Spieler der Probstheidaer können und dürfen sich nicht auf die faule Haut legen. Montag, Mittwoch und Freitag bittet Coach Almedin Civa nun zum gemeinsamen Training – einerseits zum Fithalten, andererseits um Bereit zu sein. Denn nachdem bereits die sächsische und thüringerische Landesregierungen Training und einen möglichen Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost abgenickt haben, wird Sachsen-Anhalt nun wohl nachziehen. Geht alles ganz schnell, könnte der Ball ab dem 25. November wieder rollen. Zu früh, findet Löwe. „Man muss vor dieser Krankheit demütig sein und Respekt haben. Gemessen an den steigenden Zahlen finde ich es unverfünftig. Die Krankheit kommt näher, Spiele fallen aus“, bringt der Lok-Boss gesundheitliche Aspekte vor.

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Aber auch vor Geisterkulissen „fürchtet“ er sich. „Wir haben es in der Relegation erlebt: Es macht keinen Spaß. In den Bundesligen kann ich es aufgrund der hohen TV-Verträge verstehen, aber in den Regionalligen nicht. Ich sehe weder von der Stimmung noch finanziell einen Sinn darin. Ohne Fans sehe ich keinen Sinn, dieses Jahr ein Spiel anzupfeifen. Für wen sollen wir denn spielen?“, möchte der 53-jährige auch Zuschauer bei den Ligapartien dabei haben. „Man sollte sagen: Wir machen Winterpause“, so Löwe, der den 15. Januar als neuen Starttermin ins Spiel bringt.

Dass sich die Mehrheit der RL-Clubs bei einer Telefonkonferenz mit dem Nordostdeutsche Fußballverband für ein schnelles Comeback ohne Fans ausgesprochen hat, kann Löwe nicht verstehen. „Wir waren einer der wenigen Vereine, die sich klar Stellung genommen haben“, erzählt er, verweist aber auf die demokratischen Prinzipien des Verbandes und die Kollegialität innerhalb der Konkurrenz: „Wir haben keinen Stress mit anderen Vereinen. Es läuft alles auf vollkommen fairer Basis ab und keiner muss sich unserer Meinung anschließen.“

Worüber sich wohl alle Clubs einig sind: Einen Zuschuss, wie die Teams der RL West ihn von der NRW-Landesregierung erhalten haben, könnten sie auch gut gebrauchen. Ein Hilfspaket von 15 Millionen Euro erhalten die Vereine vom Land Nordrhein-Westfalen, um den Spielbetrieb auch bei Geisterspielen aufrecht erhalten zu können. „Die Schere zwischen Ost- und Westfußball ist jetzt schon sehr groß, auch wegen der ganz anderen Sponsorenmöglichkeiten“, überlegt Thomas Löwe besorgt und verrät: „Wenn man das Hilfspaket mal durchrechnet und auf die Teams der Regionalliga West aufteilt, dann ist das mehr als unser Mannschafts-Etat.“