26. Mai 2020 / 19:45 Uhr

Lok Leipzigs Robert Zickert: Der Kapitän will an Bord bleiben

Lok Leipzigs Robert Zickert: Der Kapitän will an Bord bleiben

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Lok-Kapitän Robert Zickert (re.) will mit Sascha Pfeffer (li.) und Co. in die 3. Liga.
Lok-Kapitän Robert Zickert (re.) will mit Sascha Pfeffer (li.) und Co. in die 3. Liga. © Imago images
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Mindestens drei Spiele muss Lok Leipzig wohl noch absolvieren. Kapitän Robert Zickert wünscht sich eine schnelle Trainingsrückkehr und eine Vertragsverlängerung.

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Leipzig. Der VfB Lübeck weiß bereits, wie es sich anfühlt, am grünen Tisch eine Meisterschaft zu gewinnen. Vergangenen Freitag beantragte der Norddeutsche Fußballverband, dass die laufende Saison der Regionalliga Nord abgebrochen und der Meister mit Hilfe der Quotientenregelung ermittelt wird. Die Lübecker hatten den höchsten Punkteschnitt und feierten am Wochenende ausgelassen, wie Kapitän Daniel Halke dem Magazin 11Freunde verriet. „Wäre alles normal gelaufen, wären wir jetzt gerade auf Mannschaftsfahrt am Ballermann“, ärgerte er sich.

Dort wäre Robert Zickert jetzt auch gerne. „Ich wäre lieber schon aufgestiegen und würde mit den Jungs seit drei Tagen auf Malle sitzen,“ gibt der Kapitän des 1. FC Lok Leipzig zu. Doch ein Aufstieg in Liga drei ist noch lange nicht gegeben, obwohl der Staffelsieg der Leipziger durch das selbe Modell wie in der RL Nord ein offenes Geheimnis ist. Doch auch wenn der Nordostdeutsche Fußballverband die Spielzeit abbrechen sollte, würden immer noch die wichtigsten Partien der jüngsten Vereinsgeschichte des Traditionsklubs warten: die Relegation gegen den Sieger der RL West, der nach der Quotientenregelung SC Verl hieße.

„Es kribbelt schon seit elf Wochen“

Die Rahmenbedingungen dieser Entscheidungsspiele samt Hygiene-Maßnahmen sind jedoch noch völlig offen. Klar ist hingegen: Die Prosbtheidaer müssen auf den Platz zurückkehren. Denn auch das Sachsenpokalhalbfinale gegen den FC Eilenburg steht noch aus, auf die mindestens drei ausstehenden Spiele müssen sich Zickert und Kollegen selbstverständlich an der Connewitzer Straße vorbereiten. Ein Rückkehrdatum gibt es noch nicht, doch lange kann es nicht mehr dauern. Auch Zickert weiß: „Wir hatten drei Monate lang kein Pflichtspiel, von daher sollten wir schon drei bis vier Wochen vor dem nächsten Spiel im Mannschaftstraining sein.“

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Erwarten kann es der 30-Jährige kaum noch. „Es kribbelt schon seit elf Wochen“, berichtet er von unruhigen Füßen. Täglich Joggen gehen tut nur bedingt Abhilfe, aber: „Die Jungs haben mit Bravour ihre Läufe gemacht – Läuferisch sind wir so stark wie noch nie.“ Als Kapitän habe er keine besonderen Aufgaben während der Krisenwochen gehabt. „Ich war natürlich trotzdem weiterhin Sprachrohr zwischen der Mannschaft und Wolfgang Wolf“, berichtet der gebürtige Falkenberger.

Gegen Ryan Malone in Liga Drei?

Mit Sportdirektor und Trainer Wolf sei er generell in gutem Kontakt und Austausch, und demnächst noch intensiver. Denn wie bei allen anderen Lok-Spielern läuft auch Zickerts Vertrag aus. Seit 2015 läuft der Innenverteidiger für die Probstheidaer auf, eine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus würde er sich wünschen. „Ich bin sehr positiv gestimmt, dass ich nächstes Jahr für Lok spiele. Wir haben so ein gutes Verhältnis, wir werden uns zusammensetzen und Butter bei die Fische machen“, so Zickert, der dies keineswegs für selbstverständlich nimmt: „Ich bin in einem für Fußballer fortgeschrittenen Alter, es laufen alle Verträge aus und der Verein muss für beide Ligen planen. Es ist sehr schwierig, weil die Gewissheit fehlt. Doch ich habe großes Vertrauen in Herrn Wolf.“

Möglicherweise führt Zickert mit neuem Vertrag ausgestattet die Leipziger nächste Saison gegen den VfB Lübeck aufs Feld – in Liga drei würde bei den Hansestädtern Ex-Lokspieler Ryan Malone warten.