19. November 2021 / 20:04 Uhr

Lok Leipzigs Trainer Civa vor Chemie-Derby: „Unter der Gürtellinie sollte nichts sein“

Lok Leipzigs Trainer Civa vor Chemie-Derby: „Unter der Gürtellinie sollte nichts sein“

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Almedin Civa will, dass das Derby zwischen Lok Leipzig und Chemie auf den Rängen fair verläuft.
Almedin Civa will, dass das Derby zwischen Lok Leipzig und Chemie auf den Rängen fair verläuft. © Christian Modla
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Lok-Coach Almedin Civa beschwichtigt vor dem Stadtderby gegen Chemie Leipzig und hofft, dass auf und neben dem Feld alles friedlich verläuft. Die Sicherheitsvorkehrungen in Probstheida nehmen derweil Form an, sogar Hunde sollen im Einsatz sein, um Pyrotechnik am Einlass abzufangen.

Leipzig. Beim Leipziger Stadtderby geht es nie nur um den Sport – so ehrlich müssen die Beteiligten sein. Zu rivalisiert sind der 1. FC Lok und Chemie Leipzig, zu heftig waren Ausschreitungen in der Vergangenheit. Ein trauriger Höhepunkt: Das letzte Duell im Plache-Stadion 2017, was polizeiliche Auflagen, Sicherheitseinschränkungen und nicht das beste Verhältnis zwischen den beiden Clubs nach sich zog.

„Das Stadion ist ein Schweizer Käse“

Vier Jahre später sind die Leutzscher zum ersten Mal wieder zu Gast in Probstheida. Almedin Civa kickte für beide Farben und trainiert nun im zweiten Jahr die Lokomotive. Wenn es nach ihm ginge, soll es auf keinen Fall krachen am Sonntag (14.05 Uhr, MDR). „Derby hin oder her, Hass hin oder her – wenn man sich nach dem Spiel nicht in die Augen gucken kann, haben alle verloren. Ich gebe auch alles, mit Haken und Ösen, egal ob mit oder ohne Ball. Doch unter der Gürtellinie sollte nichts sein. Das ist mein Appell an alle“ so der 49-jährige Sportchef der Probstheidaer. Sein Wunsch lautet: „Ich würde mich freuen, wenn es eine coole, laute Stimmung ist und sich alle auf das nächste Derby freuen. Was dann hoffentlich ausverkauft sein kann, weil alle sehen: Wir können das machen.“

DURCHKLICKEN: Leipziger Derby am 22. November 2017

Das Leipziger Stadtderby zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und der BSG Chemie im November 2017 beschäftigte Hundertschaften von Polizisten und bliebt trotz aller Bemühungen im Vorfeld und am Spieltag nicht friedlich. Zur Galerie
Das Leipziger Stadtderby zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und der BSG Chemie im November 2017 beschäftigte Hundertschaften von Polizisten und bliebt trotz aller Bemühungen im Vorfeld und am Spieltag nicht friedlich. ©

Damit es ruhig bleibt, sind mehrere Sicherheitskräfte im Einsatz. So werden die Polizei und der Ordnungsdienst das Stadion sowie das Umfeld bereits in der Nacht überwachen. Hunde werden zusätzlich nach Pyrotechnik schnüffeln, der Chemie-Bus und die Gästefans werden zudem durch den Hintereingang ins Stadion geleitet. Die Lok-Verantwortlichen befinden sich außerdem im engen Austausch mit der Fanszene. „Wir haben gesagt, was wir erwarten und uns erhoffen. Sie wissen, dass sich 2017 nicht wiederholen darf“, berichtet Alexander Voigt. Loks Geschäftsführer weiß indes auch: „Das Stadion ist ein Schweizer Käse.“ Alles verhindern ist selten möglich.

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Farid Abderrahmane wieder dabei

Läuft alles glatt, reden im Nachhinein des Lokalderbys die Beteiligten über Fußball. Die üblichen Überlegungen im Vorfeld haben dafür nur bedingten Mehrwert. Matchplan und Taktik sind bei einem solchen Duell meist obsolet. „Du kannst gucken, machen, es wird sowieso ein anderes Spiel. Wenn der Schiri anpfeift, kannst du alles in die Tonne werfen“, so Civa. Trotzdem stellt er klar: „Ich weiß, was Chemie kann und was Chemie nicht kann.“

Verzichten muss er neben einem aktuellen Corona-Fall auf Mittelfeldmann Zak Piplica. Gegen Cottbus sah er fälschlicherweise die fünfte gelbe Karte, die Eric Voufack gegolten hätte. Dafür ist Farid Abderrahmane nach auskurierter Covid-Infektion wieder dabei.