20. September 2018 / 17:59 Uhr

Lok Leipzigs Trainer Heiko Scholz: „Wir brauchen jetzt Kerle auf dem Platz“

Lok Leipzigs Trainer Heiko Scholz: „Wir brauchen jetzt Kerle auf dem Platz“

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Lok Leipzigs Trainer Heiko Scholz gibt sich kämpferisch und kündigt im Falle weiteren Misserfolgs Veränderungen an. 
Lok Leipzigs Trainer Heiko Scholz gibt sich kämpferisch und kündigt im Falle weiteren Misserfolgs Veränderungen an.  © Christian Modla
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Der Trainer der Probstheidaer gibt vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Halberstadt kämpferisch. An Aufgeben denkt er nicht. 

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Leipzig. Heiko Scholz weiß um seine schwierige Ausgangslage. Verliert sein Team am Sonnabend (14.05 Uhr) zu Hause gegen Germania Halberstadt, befinden sich die Blau-Gelben Leipziger nach neun Spieltagen im Abstiegskampf. „Wenn wir verlieren, heißt es: Prost, Mahlzeit! Keiner meiner Spieler kennt Abstiegskampf. Aber an so eine Scheiße denken wir gar nicht“, so der 52-jährige auf der Pressekonferenz am Donnerstag im Vereinsheim des 1. FC Lok.

Seit fünf Jahren ist Scholz in Probstheida Cheftrainer, eine Krise wie die jetzige ist neu für ihn. „Einen solchen Druck hatte ich noch nie gehabt in meiner Karriere als Cheftrainer, aber besonders viel macht mir das nicht aus. Ich kann nachts immer noch schlafen, weil ich weiß, dass ich alles gebe – Tag für Tag.“

Doch in Sachen Mannschaftsführung habe Scholz genug Erfahrung, schützend stellt er sich immer wieder vor seine Mannschaft. „Ich bin Mann genug, um die Negativserie auf meine Kappe zu nehmen. Für den Verein und für die Fans tut es mir leid. Es ist alles andere als rosig, doch wir dürfen ja nicht verkrampfen. Im Leben sowie im Fußball braucht man Lockerheit und den Willen, etwas zu erreichen. Das spüre ich bei jedem meiner Spieler. Samstag ist unser Neuanfang. Diese Woche haben wir alles auf Null gedreht!“

Mit erschienen zur Pressekonferenz ist Robert Zickert, dem bei der Berichterstattung der letzten Tage „die Worte fehlen. Mich nervt das einfach, aber ich schaue es mir auch nicht mehr an." Dass einige gegen den Trainer spielen würden, sei  schlichtweg falsch. "Ich spiele hier seit vier Jahren und noch nie ist einer aufs Feld gegangen und hat absichtlich schlecht gespielt.“

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Auf die Berichte über den Abgang von Maurer und dem angeblich laschen Training angesprochen, wird Scholz etwas aggressiver, er wirkt zum ersten und einzigen Mal richtig angefressen: „Jetzt kommen die wieder aus dem Keller, die vor vier, vor drei und vor zwei Jahren schon gemeckert haben. Respekt ist das Wichtigste und den habe ich häufig vermisst. Wenn Lügen erzählt werden, hört es bei mir auf. Ich hab Nicky Adler gefragt, der meinte, wir trainieren hier härter als bei Aue. Ich glaube, die sind zweite Liga, oder?“

Seine Spieler hätten Charakter. "Manchmal gibt es einen Kurzschluss, deswegen die Roten Karten. Die Jungs machen sich Druck und ich sage ihnen immer: Es ist nur Fußball!“ Der Samstag-Gegner Halberstadt sei jung, schnell und werde "wie jedes Team 110 Prozent gegen uns geben.“

Auf die Frage, ob Scholz nach weiteren Niederlagen persönliche Konsequenzen ziehen würde, antwortet er: „Nein, ich hatte diese Woche ein überragendes Gespräch mit Olaf Winkler und Thomas Löwe. Wir haben zwei Stunden lang alles auf den Tisch gehauen, alles analysiert aus den letzten fünf Jahren. Die sind nämlich wichtiger als die letzten acht Spiele. Das Gespräch war so geil, dass wir auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind – wir werden den Weg weiter gemeinsam gehen.

Triotzdem weiß Scholz: Gehen die nächsten Spiele verloren, wird es Veränderungen geben. "Ich bin weiter geil drauf, Trainer zu bleiben. Und einen solchen Zusammenhalt wie hier, findet man nicht woanders!“

Anton Kämpf