10. Februar 2016 / 17:59 Uhr

Lok Leipzigs U13 zu spät unter Dampf

Lok Leipzigs U13 zu spät unter Dampf

Carsten Gottlieb
SPORTBUZZER-Nutzer
Lok Leipzigs U13 zu spät unter Dampf USER-BEITRAG
Lok Leipzigs U13 zu spät unter Dampf © CaGo
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D1-Junioren des 1. FC Lok zeigen erst im letzten Spiel ihr Können.

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Die U13 des 1. FC Lok Leipzig nahm am Talentecup in Großenhain teil und belegte am Ende Platz sieben. In der Vorrunde trafen die Blau-Gelben dabei auf den haushohen Favoriten RB, die Fortuna aus Chemnitz und Borea Dresden. Dass das Los den Probstheidaern dabei sehr starke Hallengegner zugeführt hatte, zeigte sich am Ende an den Platzierungen der Gegner.

Gleich im ersten Spiel ging es gegen RB, die das Spiel schon nach zehn Sekunden einer Vorentscheidung zuführten. Eine einstudierte Variante nach dem Anpfiff überrumpelte die unaufmerksame Lok-Abwehr und ließ das taktische Konzept von Trainer M. Rom ins Leere laufen. Dass die Blau-Gelben durchaus das Spiel hätten spannender gestalten können, belegten ein Latten- als auch ein Pfostenschuss. Da die Probstheidaer dem RB-Umschaltspiel nichts entgegensetzen konnten, ging das Spiel mit 0:4 verloren. Und in diesem Spiel zeigten sich nach Aussage von Trainer Rom die Problemfelder seiner U13 des heutigen Tages: alle Gruppenspiele wiesen taktische Fehler auf, fehlende Bewegung im Spiel und eine Passungenauigkeit. Dass die Spieler dies selbst gut genug erkannt hatten, zeigte die Antwort eines Spielers auf die Frage des Trainers, wieviel von seinen Vorgaben umgesetzt worden sei: „Fast gar nichts!“ Im zweiten Spiel gegen Fortuna Chemnitz stand schon eine Vorentscheidung um das Weiterkommen an. Doch eine gut stehende Abwehr, ein Freistoß und ein Konter reichten den Forttönen zum Sieg.

Im letzten Gruppenspiel begannen die Blau-Gelben ihrem eigentlichen Leistungsstand entsprechend und lagen 1:0 in Front, bevor eine weiteres Arbeitsfeld der nächsten Wochen aufzeigt wurde: die Handlungsschnelligkeit. Deren erster Faktor ist das Hören und Sehen. Zweimal gelang dies den Probstheidaern unvollkommen und Borea Dresden gelang mit dem letzten Angriff das 2:1. Im Halbfinale konnten die Zuschauer das vorweggenommene Finale zwischen RB und dem CFC erleben. Nach einem spannenden Spiel, dass den Favoriten am Rande der Niederlage sah, setzte sich RB mit 2:1 durch und gewann das Turnier später gegen Erzgebirge Aue. Erst in der letzten Begegnung der Blau-Gelben zeigten diese ihr Können und setzten sich in einem umkämpften, sehr körperbetonten Spiel durch schnelle Pässe in die Tiefe mit 3:2 durch und belegten am Ende Platz sieben, der zwar ein besseres Abscheiden als letztes Jahr darstellte, Mannschaft und Trainer aber nicht zufrieden sein ließ.

Lok Leipzigs U13 zu spät unter Dampf

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Lok Leipzigs U13 zu spät unter Dampf © CaGo

Der Talentecup in Großenhain spiegelte insgesamt beeindruckend den Leistungsstand der Mannschaften der Talenteliga wieder. Es wurden vereinzelt aber auch – vor allem pädagogische - Arbeitsfelder für die weitere Entwicklung der leistungsorientiert trainierenden Jugendlichen sichtbar. Das Abschlagen einer Entschuldigung des Gegners, erkennbar fehlende Frustrationstoleranz und eine daraus resultierende, überharte Spielweise, die ein Eingreifen durch Trainer und Schiedsrichter erforderlich machen würde, das Lamentieren bei und Infragestellen von Schiedsrichterentscheidungen sind medial geförderte, vor allem aber alterstypische Erscheinungen, die ein Gegensteuern durch Trainer und Schiedsrichter hervorrufen sollte. Wenig hilfreich sind dabei die Form und der Inhalt des verbalen Coachings einzelner Trainer und das Auftreten bzw. die lautstarken Kommentare einzelner Eltern im U13-Bereich. Diese Sachverhalte blieben auch den anwesenden SFV-Vertretern nicht verborgen, die sich aber wie die Zuschauer an den bemerkenswerten Fähigkeiten der jungen Fussballer erfreuen und sehr ansehnlichen Jugendfussball erleben konnten.