24. August 2020 / 16:53 Uhr

Lok Leipzigs Ziane: "Brauchen vielleicht noch etwas mehr Breite im Kader"

Lok Leipzigs Ziane: "Brauchen vielleicht noch etwas mehr Breite im Kader"

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Die zwei Gesichter des Djamal Ziane im Spiel gegen BAK: mit dem Torschrei auf den Lippen und nach der gelb-roten Karte.
Die zwei Gesichter des Djamal Ziane im Spiel gegen BAK: mit dem Torschrei auf den Lippen und nach der gelb-roten Karte. © Picture Point
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In der vergangenen Saison hießen die Leitwölfe beim 1. FC Lok Leipzig unter anderem Steinborn und Zickert. Nach dem verpassten Aufstieg fällt die Leader-Rolle nun auch Djamal Ziane zu. Beim 2:1 gegen den Berliner AK ging der Stürmer voran, und nach zwei geschossenen Toren frühzeitig vom Platz.

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Leipzig. Der Mann des Spiels beim 2:1-Erfolg des 1. FC Lok Leipzig gegen den Berliner AK am Sonntag war ohne Zweifel Djamal Ziane. Der aktuell dienstälteste Probstheidaer erzielte nicht nur beide Tore, sondern flog in der 80. Minute auch mit Gelb-Rot vom Platz. Ein Umstand, der am 28-Jährigen auch am Tag danach noch ordentlich nagte. Zum Einen, weil er die Strafbemessung des Unparteiischen Eugen Ostrin nicht so recht nachvollziehen konnte. „Ich begehe im ganzen Spiel zwei Fouls und muss runter“, monierte Ziane am Montag im SpiO-Talk des MDR. Zum Anderen verpasst der Angreifer so die anstehende Partie bei Carl Zeiss Jena. „Dort macht es immer viel Spaß zu spielen. Umso mehr ärgert mich das. Und dann muss ich auch Strafe zahlen. Außerdem sind wir ja im Moment nicht so viele.“

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Ligafavorit? Altglienicke

Womit Ziane einen aktuell doch wunden Punkt der Blau-Gelben anspricht: die Kadergröße. Gegen BAK standen 17 Lok-Kicker auf dem Spielberichtsbogen. Immerhin: Damit hätte Coach Almedin Civa das Wechselkontingent (bezogen auf die Feldspieler) ausschöpfen können. Beim Pokal-Halbfinale in Eilenburg hatte das noch anders ausgesehen. Da waren nur 16 Akteure mit von der Partie. „Wir brauchen vielleicht noch etwas mehr Breite im Kader“, formuliert es der Angreifer vorsichtig. „Aber das muss eben auch finanziell passen. Und es bringt auch nix, noch fünf Leute zu holen, damit wir im Training dann Elf gegen Elf spielen können. Wer kommt, muss uns auch helfen.“

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum 2:1 von Lok Leipzig gegen den BAK

Der 1. FC Lok Leipzig ist zurück in der Erfolgsspur: Gegen den Berliner AK feierte die Civa-Elf einen verdienten 2:1-Heimsieg. Zur Galerie
Der 1. FC Lok Leipzig ist zurück in der Erfolgsspur: Gegen den Berliner AK feierte die Civa-Elf einen verdienten 2:1-Heimsieg. ©

Das liebe Geld, es bestimmt Vieles bei 1. FC Lok in diesen Tagen, auch die Zielsetzung für die Saison. „Mit den Zielen ist es schwierig“, bestätigt Ziane. „Jeder weiß, dass wir das Budget extrem reduzieren mussten.“ Da könne man nicht sagen: Ok, in diesem Jahr hat es mit dem Aufstieg nicht geklappt. Klappt es eben im nächsten Jahr. „Es ist nicht so, dass wir rausgehen und mal gucken, was passiert. Wir wollen jedes Spiel ziehen.“ Liga-Favorit seien die Probstheidaer aber nicht. Da sieht der Stürmer eher die VSG Altglienicke ganz vorn. Mit einem Alleingang der Berliner rechnet er indes nicht. „Ich denke, es wird eine enge Saison mit Überraschungen.“

Neue Marschroute unter Coach Civa

In diesem Zusammenhang schickte der 28-Jährige anerkennende Worte Richtung Leutzsch. Denn nach zwei Siegen führt Erzrivale BSG Chemie aktuell die Liga an. „Es gibt ja viele, die sagen, die bolzen da nur. Aber die haben zweimal 3:1 gewonnen. Also haben sie vielleicht doch einen Plan und setzen den um.“

Wie sieht eigentlich der Plan der Probstheidaer aus? Coach Civa ("Der Trainer kommt gut an.") hat seine eigene Philosophie mitgebracht. Die trägt laut Djamal Ziane trotz extrem kurzer Vorbereitungszeit auch bereits Früchte. „Der Trainer will, dass wir sehr viel fußballerisch lösen. Das sorgt dann bei dem Einen oder Anderen auch mal für Atemstillstand“, sagt der Stürmer mit einem Grinsen und schiebt schnell nach. „Das heißt nicht, dass wir bei Herrn Wolf nur nach vorn gebolzt haben.“

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Die neue Marschroute sei natürlich fehleranfällig. Das verlorene Pokal-Halbfinale und die Niederlage zum Saisonauftakt waren ein Beleg dafür. Ein Umstand, für den Beobachter Verständnis mitbringen müssten, so der 28-Jährige. „99,99 Prozent stehen immer hinter uns, aber es gibt auch Besserwisser, die dann draufhauen und sagen: Alles ist scheiße. Ich will gar nicht so ins Detail gehen, keine Namen nennen. Du kriegst es aber natürlich manchmal im Umfeld mit, was geredet wird. Alle wollten den Umbruch. Jetzt ist er da. Da passieren dann auch Fehler. Die nötige Abstimmung ist mit zwei drei Spielen nicht erledigt.“ Der Spielaufbau klappe schon ganz gut. Vorn müsse man allerdings noch konzentrierter und geschlossener agieren. „Dann gelingt es uns auch besser, uns zu belohnen.“