19. November 2021 / 07:45 Uhr

Lok Leipzigs Ziane vertraut auch im Derby gegen Chemie auf seine Glücksboxershorts

Lok Leipzigs Ziane vertraut auch im Derby gegen Chemie auf seine Glücksboxershorts

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Lok Leipzigs Djamal Ziane
Für Djamal Ziane ist ein Sieg mit Lok Leipzig gegen die BSG wichtiger, als ein eigener Treffer im Derby. © Christian Modla
Anzeige

Für das Duell gegen Chemie Leipzig werden beim 1. FC Lok  nicht mehr Zweikämpfe oder Grätschen trainiert als gewöhnlich. Probstheidas Toptorjäger Djamal Ziane bemerkt allerdings eine deutlich stärkere Vorfreude. Vor einem vollen Haus wird aber Corona bedingt wohl nicht gespielt werden.

Leipzig. Egal welche Liga, für Djamal Ziane steht fest: „Das Leipziger Derby ist unter den Top Ten Deutschlands.“ Wenn der 1. FC Lok am Sonntag (14.05 Uhr, MDR) auf Chemie trifft, guckt die Republik auf die Messestadt. „Ich will uns nicht größer machen, als wir sind. Aber es werden viele schauen“, vermutet Loks Toptorjäger, der sich der Tragweite des Duells bewusst ist. Auch im Probstheidaer Umfeld: „Ich hab viele Kumpels, die quasi seit Geburt zu Lok gehen – ich weiß, was das Spiel für sie bedeutet.“

"Es fallen nicht viele Tore"

Entsprechend bereiten sich Ziane und Kollegen auf das Spiel des Jahres vor. Und werden eingeheizt. Am Mittwoch schauten Vertreter verschiedener Fangruppierungen beim Training vorbei, um der Mannschaft noch einmal wärmende Worte mit auf den Weg zu geben. „Wir haben gequatscht, sie haben uns heiß gemacht und betont, dass wir eine gute Saison spielen und uns belohnen sollen“, erzählt Ziane. Der gebürtige Leipziger hat diese Saison bereits zwölf Treffer in dreizehn Spielen erzielt, ist in der Offensive Loks Mann für das 1:0. Im Derby konnte der Vollblutstürmer in vier Aufeinandertreffen jedoch noch nie ein Tor erzielen. „Wenn wir gewinnen, muss ich auch nicht treffen“, listet der 29-Jährige seine Prioritäten auf.

DURCHKLICKEN: Das Leipziger Derby in Bildern

01.12.1984: Oberligaderby zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und der BSG Chemie Leipzig. Endstand 4:0. Im Bild: P. Schöne. Zur Galerie
01.12.1984: Oberligaderby zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und der BSG Chemie Leipzig. Endstand 4:0. Im Bild: P. Schöne. © LVZ

Vier Derbys – nur Maik Salewski hat für die Probstheidaer ebenfalls so viele Duelle miterlebt. Daher weiß Ziane auch: „Es ist egal, wo wir in der Tabelle stehen oder in welcher Liga die Vereine spielen. Es ist immer eng, es fallen nicht viele Tore“, analysiert er. Eine offene Rechnung haben die Blau-Gelben auch wegen der 0:2-Niederlage gegen die Leutzscher vor zwei Jahren, was schließlich auch das letzte Spiel von Ex-Trainer Björn Joppe war. „Es war verdient, wir waren nicht auf der Höhe. Doch Rache ist immer schwierig, da spielst du meistens verkrampft und kopflos.“

Anzeige

Wohl kein ausverkauftes Derby

Daher wird im Training auch nicht sonderlich viel anders gemacht. „Wir üben jetzt nicht mehr Zweikämpfe oder Grätschen“, scherzt Ziane. Also die selben Abläufe, um im körperlichen und mentalen Saft zu bleiben. Ganz ausschalten lässt sich die Größe der Partie jedoch nicht. „Du bist natürlich etwas angespannter und aufgeregter im Vorfeld.“ Apropos Abläufe: Ziane ist abergläubisch und vertraut auch in einem der Top-Ten-Derbys Deutschlands auf die gleichen Rituale. „Ich trage immer die selben Glücksboxershorts bei Spielen, auch gegen Chemie. Aber natürlich gewaschen.“

Ausverkauft wird das Derby wohl nicht sein. Lok-Geschäftsführer Alexander Voigt vermutet, dass sich die Zuschauerzahl bei 5000 statt der 6800 erlaubten Fans einpegeln wird. Ziane meint: „Vorher war es wegen der Sicherheit, jetzt wegen Corona. Zudem kommt es im TV. Ohne Einschränkungen wäre es definitiv ausverkauft.“