29. November 2021 / 11:11 Uhr

Lok Rangsdorf: Motiviert trotz Niederlagenserie

Lok Rangsdorf: Motiviert trotz Niederlagenserie

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Eine verschworene Einheit: Das Damenteam des SV Lok Rangsdorf zeigt trotz der Niederlagenserie viel mentale Stärke.
Eine verschworene Einheit: Das Damenteam des SV Lok Rangsdorf zeigt trotz der Niederlagenserie viel mentale Stärke.
Anzeige

Handball-Oberliga Ostsee-Spree der Damen: Der SVL unterliegt beim Rostocker HC II und zeigt viel Sportsgeist.

Den Spaß auf der langen Rückreise ließen sie sich nicht nehmen: Musik schepperte durch den Bus, es wurde gemeinsam mit einem mitgereisten Häuflein Fans gelacht und gefeiert. Kurz zuvor hatte der SV Lok Rangsdorf in der Handball-Oberliga Ostsee-Spree der Damen beim Rostocker HC II die zehnte Niederlage im zehnten Saisonspiel hinnehmen müssen. Am Ende hatte es bei der Reserve des Drittligisten 16:24 (9:11) gestanden. Die Grundstimmung ist trotzdem weiterhin gut beim Ensemble aus dem Landkreis Teltow-Fläming – auch, weil von Anfang klar war, dass der Sprung von der Brandenburgliga in die vierte Liga gewaltig werden würde.

Anzeige

„Natürlich war im Bus auf der Rückfahrt Party. Die Mannschaft hat alles gegeben, ist motiviert und hat sich nichts vorzuwerfen“, sagte Trainer Dennis Hartmann. „Wir sind ordentlich aufgetreten. Nicht wie eine Mannschaft, die sich aufgegeben hat, sondern engagiert wie ein Team, dass sich nach einer harten Trainingswoche selber belohnen will – warum sollen wir dann nicht gemeinsam den Samstagabend zusammen genießen?“ Oder anders formuliert: Die Niederlagenserie hat zwar deutliche Spuren hinterlassen in der Tabelle – nicht aber in den Köpfen der Spielerinnen. Eine Mischung aus echtem Sportsgeist und Größe in der Niederlage, das Team steht zusammen im sportlich schwierigen Herbst 2021.

Mehr zum Sport in der Region

Die Kapitänin Isabell Burian, die derzeit wegen einer Schwangerschaft pausiert, war ebenso mit in die Hansestadt gereist wie Angelina Seehof, die sich vor Kurzem einen Bänderriss im Knöchel zugezogen hatte. Die Spielführerin macht vor allem den Teamgeist und die sportliche Seelsorge des Betreuerteams um Hartmann, Annett Mai und Anja Ihwe für die mentale Stabilität verantwortlich. „Diese Motivation und Freude kommt natürlich nicht von irgendwo her. Wir arbeiten dafür hart als Mannschaft immer wieder an uns selbst. Es ist natürlich nicht leicht, sich immer wieder seine Fehler vor Augen zu führen und sich zu fragen, warum es schon wieder nicht gereicht hat. Klar fällt man da auch mal in ein Loch“, sagte die Mittelspielerin. „Unser Trainerteam führt aber immer wieder Gespräche mit jeder Einzelnen. Alle hier im Team tragen das Herz am richtigen Fleck.“

In der ersten Spielhälfte hatte sich in Mecklenburg-Vorpommern eine enge Partie entwickelt, der SVL hatte bei der jungen, talentierten Rostocker Mannschaft sogar in der 17. Minute mit 6:3 geführt. „Im ersten Durchgang war es ein Duell auf Augenhöhe, wir haben eine gute Leistung abgeliefert“, sagte Hartmann, der mit manch einem Pfiff der Schiedsrichter unzufrieden war. „Aus meiner Sicht wurde im ersten Teil der zweiten Hälfte zu viel gegen uns gepfiffen, sonst wäre es ein engeres Spiel geworden.“ Bis zur 50. Minute war die Rostocker Reserve auf 20:11 davongezogen.

Anzeige

Derby gegen den HV Grün-Weiß Werder

Nun steht ein Derby in der heimischen Erwin-Benke-Sporthalle auf dem Programm. Das Lokalduell gegen den HV Grün-Weiß Werder, der auf Rang acht liegt, soll am Sonnabend um 17 Uhr in Rangsdorf angepfiffen werden. „Ich hoffe, dass wir spielen dürfen“, gab Trainer Hartmann zu Protokoll, „dann nehmen wir den nächsten Anlauf. Die Spielerinnen wollen sich selbst belohnen für die Arbeit im Training.“ Isabell Burian sagte mit Blick auf die Saison in der Oberliga: „Klar wollen wir auf jeden Fall Punkte holen. Im Moment aber sind wir, ehrlich gesagt, froh um jedes Spiel und jede Trainingseinheit, die wir gemeinsam verbringen dürfen. Noch eine Lockdown-Phase wäre jetzt wirklich hart.“

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.