17. November 2020 / 12:08 Uhr

Matthäus spekuliert über DFB-Zukunft von Löw – Klopp würden sich als Nachfolger "alle wünschen"

Matthäus spekuliert über DFB-Zukunft von Löw – Klopp würden sich als Nachfolger "alle wünschen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Vertrag von Joachim Löw als Bundestrainer läuft noch bis 2022. Lothar Matthäus bringt als Nachfolger Jürgen Klopp ins Spiel.
Der Vertrag von Joachim Löw als Bundestrainer läuft noch bis 2022. Lothar Matthäus bringt als Nachfolger Jürgen Klopp ins Spiel. © imago images/Montage
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Schon seit 14 Jahren ist Joachim Löw für die deutsche Nationalmannschaft verantwortlich. Inzwischen ist der 60-Jährige nicht mehr gänzlich unumstritten. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kann sich vorstellen, dass die EM im kommenden Jahr das letzte Turnier des Bundestrainers ist. 

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Der Vertrag von Joachim Löw als Bundestrainer läuft noch bis 2022. Ob der 60-Jährige die deutsche Nationalmannschaft allerdings wirklich auf die Weltmeisterschaft in Katar im Dezember 2022 vorbereiten wird, hängt aus Sicht von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus entscheidend davon ab, wie das DFB-Team bei der EM im kommenden Jahr abschneidet.

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Der seit Monaten nicht mehr völlig unumstrittene Löw habe es angesichts seiner Leistungen in den vergangenen 14 Jahren verdient, "mindestens bis zur EM in Ruhe arbeiten zu dürfen und dann vor den Augen der Welt zu zeigen, dass sein Plan und seine Strategie des Neuanfangs richtig waren", schrieb Matthäus in seiner wöchentlichen Sky-Kolumne. Die Europameisterschaft, in der Deutschland mit Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Ungarn eine starke Gruppe erwischt hat, sei indes "der Maßstab" für Löws Zukunft.

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"Das Abschneiden der DFB-Elf bei diesem Turnier ist für Löw Position entscheidend. Ein Ausscheiden in der Vorrunde ist gleichbedeutend mit einem Aus als Bundestrainer", glaubt Matthäus, der grundsätzlich verstehen kann, warum der Weltmeister-Coach von 2014 in der Kritik steht: "Löw hat über zwölf Jahre nahezu perfekte Arbeit abgeliefert, aber irgendwann war der WM-Bonus aufgebraucht und er musste wieder bei Null beginnen."

Bierhoff: "Müssen uns alle an Ergebnissen messen lassen"

Dem holprigen Umbruch zum Trotz hatte DFB-Direktor Oliver Bierhoff, früher ein Nationalmannschafts-Kollege von Matthäus, Löw bis zum Turnier im kommenden Sommer das Vertrauen ausgesprochen. "Wir müssen nun auch die Stimmung ins Positive drehen. Den Weg, den der Bundestrainer eingeschlagen hat, gehe ich bis einschließlich der EM mit. Am Ende des Tages müssen wir alle uns an Ergebnissen messen lassen. Das weiß Jogi auch. Jetzt ist aber noch nicht der Zeitpunkt für eine Entscheidung - das Turnier kommt noch“, sagte Bierhoff der Frankfurter Allgemeinen Zeitung - eine Aussage, die von manchen Experten als ein Misstrauensvotum gesehen wurde. Löw fasste das Interview indes nicht als Affront auf.

Der Bundestrainer kann mit einer starken EM das Blatt für sich persönlich wieder zum Guten wenden. Davon ist auch Matthäus überzeugt. "Übersteht Deutschland die schwere Gruppe, kommt es darauf an, wie man sich in den K.o.-Spielen präsentiert. Verliert Deutschland im Achtel- oder Viertelfinale, kommt es aus meiner Sicht auch auf das Wie an und nicht nur auf das Ergebnis", sagte der 59-Jährige, der zwischen 1980 und 2000 insgesamt 150 Länderspiele für den DFB absolvierte. "Ein Ausscheiden nach einer tollen Performance gegen eine Top-Nation muss nicht unbedingt das Aus von Löw bedeuten." Bei einem erfolgreichen Turnier "idealerweise heißt der Europameister Deutschland" würde man Löw "mit großer Wahrscheinlichkeit auch noch bei der WM 2022 der DFB-Bank" sehen, glaubt Matthäus.

Matthäus: Klopp ist "extrem erfolgreich und sympathisch"

Muss Löw allerdings nach der EM gehen, gibt es für Matthäus lediglich einen potenziellen Nachfolger, der in Deutschland mehrheitsfähig ist. "Wenn man über mögliche Kandidaten spricht, gibt es nur einen, den sich in Zukunft alle wünschen würden und das ist Jürgen Klopp." Der Meistertrainer des FC Liverpool sei "extrem erfolgreich, sympathisch und bei Fans und Medien gleichermaßen beliebt". Dass Klopp, dessen Vertrag an der Mersey noch bis 2024 läuft, abkömmlich ist, daran hat Matthäus jedoch Zweifel: "Ich glaube, er ist in Liverpool noch lange nicht fertig und für die Nationalmannschaft hat er auch noch in einigen Jahren Zeit." Bis dahin drücke er "Jogi weiter fest die Daumen".