05. Oktober 2021 / 11:01 Uhr

Matthäus rät Bayern-Reservist Sarr zu Wechsel: Wenn er spielen will, sollte er sich "einen neuen Verein suchen"

Matthäus rät Bayern-Reservist Sarr zu Wechsel: Wenn er spielen will, sollte er sich "einen neuen Verein suchen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Kommt beim FC Bayern über den Status als Reservist nicht hinaus: Bouna Sarr (l.).
Kommt beim FC Bayern über den Status als Reservist nicht hinaus: Bouna Sarr (l.). © IMAGO/Revierfoto/Sportfoto Rudel (Montage)
Anzeige

Bouna Sarr kommt auch in seiner zweiten Saison beim FC Bayern München nicht die Rolle als Dauer-Reservist hinaus. Trotz eines Engpasses auf seiner angestammten Rechtsverteidigerposition setzt Trainer Julian Nagelsmann auf andere. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus rät dem 29-Jährigen deshalb zum Vereinswechsel.

45 Bundesliga-Minuten nach sieben Partien, fünf Kurzeinsätze in elf möglichen Pflichtspielen, lediglich ein Einsatz über 90 Minuten – im DFB-Pokal gegen Fünftligist Bremer SV (12:0). Die Zahlen verdeutlichen das Dilemma von Bouna Sarr beim FC Bayern München. Auch in seiner zweiten Saison hat der 29-Jährige beim deutschen Rekordmeister weiter einen schweren Stand. Dabei ist durch die endgültige Versetzung von Joshua Kimmich auf die Sechserposition und das regelmäßige Fehlen von Benjamin Pavard (erst EM-Nachwehen, jetzt Rotsperre) in der Rechtsverteidigung die Chance auf einen Platz in der ersten Elf größer, als noch in der vergangenen Saison.

Anzeige

Dennoch wird Sarr nur selten gebraucht. Ein neuerliches Indiz dafür: Beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag (1:2) wurde dem 29-Jährigen bei der Auswechslung von Niklas Süle auf dessen angestammter Rechtsverteidigerposition mit Marcel Sabitzer ein nomineller Mittelfeldspieler vorgezogen. Sarr schmorte stattdessen 90 Minuten auf der Bank. Für Ex-Bayern-Profi Lothar Matthäus ist klar: Eine tragende Rolle wird Sarr bei den Münchenern auch in Zukunft nicht einnehmen. So zeige die Sabitzer-Einwechslung, dass Nagelsmann "genauso wie schon Hansi Flick auf den gelernten Rechtsverteidiger Bouna Sarr überhaupt nicht zählt", erklärt der 60-Jährige in seiner Sky-Kolumne.

Matthäus verdeutlicht die Problematik Sarrs: "Der sitzt auf der Bank, der Trainer wechselt jemanden für die rechte Außenverteidiger-Position ein und er muss mit ansehen, wie ihm ein Spieler, der eigentlich im Mittelfeld angesiedelt ist, vorgezogen wird", skizziert der Rekord-Nationalspieler weiter. "Ich an seiner Stelle hätte aus dem Stadion flüchten wollen." Für die Zukunft rät Matthäus dem Außenverteidiger deshalb dazu, dem FC Bayern den Rücken zu kehren, sollte er auf mehr Einsatzzeiten aus sein. "Wenn er spielen und nicht nur am Monatsende seinen Scheck möchte, sollte er sich einen neuen Verein suchen", so die klaren Worte des TV-Experten.

Matthäus: "Sarr ist einfach kein Bayern-Spieler"

Sarr war vor der vergangenen Spielzeit für eine Ablösesumme von acht Millionen Euro von Olympique Marseille zum Klub von der Säbener Straße gewechselt, hatte in seiner Premieren-Saison lediglich 17 Pflichtspiele – davon fünf über 90 Minuten – bestritten. "Der einzige, der von dieser Verpflichtung überzeugt war, ist Hasan Salihamidzic. Er hat für ihn trotz der finanziell angespannten Corona-Lage einiges an Geld gezahlt", erklärt Matthäus mit Blick auf die Transfer-Politik des Bayern-Sportvorstands. In der laufenden Spielzeit wurde dem senegalesischen Nationalspieler regelmäßig der 21-jährige Josip Stanisic, der zuvor in der Reserve kickte, vorgezogen. Den Status als gestandene Größe im Kader des Rekordmeisters spricht der 60-Jährige dem senegalesischen Nationalspieler deshalb ab. "Sarr ist einfach kein Bayern-Spieler", lautet das ernüchternde Matthäus-Fazit.