03. August 2020 / 21:10 Uhr

Lothar Matthäus versteht Dortmund-Kritik von Uli Hoeneß: "Der BVB müsste härter sein"

Lothar Matthäus versteht Dortmund-Kritik von Uli Hoeneß: "Der BVB müsste härter sein"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lothar Matthäus (klein, r.) kann die Kritik von Uli Hoeneß an Borussia Dortmund verstehen.
Lothar Matthäus (klein, r.) kann die Kritik von Uli Hoeneß an Borussia Dortmund verstehen. © Getty Images (Montage)
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Mit seiner Kritik an der Transferpolitik von Borussia Dortmund hat Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hohe Wellen geschlagen und für Unverständnis beim Rivalen gesorgt. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat Hoeneß nun aber beigepflichtet: Er verstehe nicht, warum der BVB Ausstiegsklauseln verankere.

"Wie soll ein Spieler die DNA eines Vereins aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein?" – mit diesen deutlichen Worten hatte Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß in einem FAZ-Interview am Montag gegen den FCB-Rivalen Borussia Dortmund ausgeteilt. Der 68-Jährige hatte die vielerorts als modellhaft bewertete BVB-Strategie, Talente zu sichten, zu entwickeln und teuer zu verkaufen, als "unklug" bezeichnet und damit für Unverständnis bei Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc gesorgt, der die Hoeneß-Kritik als "ziemlich arrogant" bezeichnete.

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Matthäus: "Okay für den BVB, wenn sie alle paar Jahre den Pokal holen und Zweiter werden"

Doch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat Hoeneß nun beigepflichtet: "Die Bayern wollen eben jedes Jahr die Champions League gewinnen und für Dortmund ist es okay, wenn sie alle paar Jahre mal den DFB-Pokal holen und Zweiter werden", schrieb Matthäus in einer Kolumne bei Sky, relativierte aber: "Das ist keine Kritik und wir können froh sein, dass wir in Deutschland eine solche zweite Kraft haben. Aber die Nummer eins wird man mit Ausstiegsklauseln für die besten Spieler nicht werden."

Zwar seien Verhandlungen mit Spielern für den BVB schwieriger als für den FC Bayern. "Ich bin aber der Meinung, dass der BVB dann eben härter sein müsste", schrieb der 59-Jährige Weltmeister von 1990 – und erklärte das auch an einem konkreten Beispiel: "Wenn ein Haaland die super Option hat, von Salzburg nach Dortmund zu wechseln und es zu dem Zeitpunkt weder ein Angebot von Bayern, Real, Barca oder City gibt, weil die eben einen bessere Neuner haben, dann soll er entweder ohne Klausel kommen oder gar nicht."

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Mats Hummels, Erling Haaland und Jude Bellingham (v.l.) gehören zu den teuersten Transfers in der BVB-Geschichte. Wie viel Geld die Dortmunder für sie ausgaben, erfahrt ihr in unserer Galerie.  ©

Matthäus über BVB-Strategie: "So kann es keine Sieger-Mentalität geben"

Indem man aber immer wieder Ausstiegsklauseln in den Verträgen verankere, riskiere man, dass Stars dem Verein dann auf der Nase rumtanzen, weil sie wissen, dass sie sowieso am längeren Hebel sitzen und bald weg sind", so Matthäus. Als Beispiel dafür nannte er unter anderem den aktuellen BVB-Star Jadon Sancho, der vor einem Wechsel zu Manchester United steht. "So kann es auch keine Sieger-Mentalität und Hierarchie-Struktur geben, die über Jahre wächst." Allerdings räumte der TV-Experte auch ein, dass eine Besserung dieser Probleme Jahre dauere. "Und klar ist auch: Mit den Möglichkeiten, die der BVB vor zehn Jahren hatte, haben sie unglaublich gut gearbeitet", lobte Matthäus den Vize-Meister zudem.

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