21. November 2020 / 09:20 Uhr

Lothar Matthäus stellt Arbeit von Bundestrainer Löw in Frage: "Macht Jogi die Spieler schlechter?"

Lothar Matthäus stellt Arbeit von Bundestrainer Löw in Frage: "Macht Jogi die Spieler schlechter?"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht Bundestrainer Joachim Löw kritisch.
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht Bundestrainer Joachim Löw kritisch. © dpa/Montage
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Lothar Matthäus legt nach: Der Rekordnationalspieler kritisiert Bundestrainer Joachim Löw erneut deutlich und betont, dass die Krise der Nationalmannschaft aus seiner Sicht nicht auf die Spieler zurückzuführen sei.

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Lothar Matthäus hat seine Kritik an Joachim Löw erneuert und die Arbeit des Bundestrainers offen in Frage in gestellt. "Es sind nicht die Spieler, die Qualität stimmt. In den Klubs zeigen Profis wie die des FC Bayern, aber auch ein Toni Kroos bei Real Madrid oder Matthias Ginter in Gladbach anders als beim DFB Leistung", meinte der Rekordnationalspieler in der Bild: "Die Frage ist also: Macht Jogi die Spieler schlechter? Der Bundestrainer muss sich da hinterfragen."

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Matthäus weiter: "Neuer, Süle oder Goretzka sind bei Bayern Führungsspieler, übernehmen dort Verantwortung. In der Nationalelf gingen sie als Mitläufer mit unter. Löw muss sie in die Pflicht nehmen, es fehlt an Ansprache." Auch taktisch hat der Sky-Experte bei der Nationalmannschaft Defizite ausgemacht. Er erklärt: "Bayern spielt ein System mit Viererkette, egal wie der Gegner heißt. Boateng, auf den er freiwillig verzichtet, oder Süle können das blind spielen. Jogi Löw hat für sein Team dagegen noch kein System gefunden, das seiner Mannschaft Sicherheit gibt. Er wechselt wie gegen Spanien zudem viel zu spät von Vierer- auf Dreierkette."

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Schon kurz nach dem 0:6-Debakel am vergangenen Dienstag in Sevilla gegen Spanien hatte Matthäus sich Löw vorgeknöpft und deutliche Worte gefunden. Der Bundestrainer habe "den perfekten Zeitpunkt zum persönlichen Rücktritt verpasst. Und der wäre nach dem WM-Titel 2014 gewesen", monierte der 59-Jährige da. Löw selbst hatte im Anschluss an die Pleite weitgehend ratlos gewirkt. Nach Bild-Angaben soll DFB-Direktor Oliver Bierhoff der Verbandsspitze am 4. Dezember nun eine Analyse präsentieren und aufzeigen, wie die Wende bis zur EM im kommenden Jahr gelingen soll. Dabei dürfte es auch um ein mögliches Comeback der Routiniers Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels gehen.

Die drei Profis gelten als der Typ Führungsspieler, an dem es der Nationalmannschaft nach Ansicht von Matthäus derzeit mangelt. "In Sevilla hörte man auf dem Rasen nur spanische Kommandos. Müller würde dem Team in dieser Hinsicht gut tun", meinte der frühere Weltfußballer: "Löw müsste selbst lautstark eingreifen, aber von ihm war an der Seitenlinie auch nichts zu hören." In einer SPORTBUZZER-Umfrage hatten sich zuletzt 93,2 Prozent der User für eine Ablösung Löws ausgesprochen.