19. April 2020 / 22:26 Uhr

Lothar Matthäus rügt Manuel Neuer: Bayern-Torwart darf sich über fehlende Wertschätzung nicht beschweren

Lothar Matthäus rügt Manuel Neuer: Bayern-Torwart darf sich über fehlende Wertschätzung nicht beschweren

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lothar Matthäus rät Manuel Neuer dazu, nicht von fehlender Wertschätzung des FC Bayern zu sprechen.
Lothar Matthäus rät Manuel Neuer dazu, nicht von fehlender Wertschätzung des FC Bayern zu sprechen. © dpa
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Der Vertragspoker zwischen Manuel Neuer und dem FC Bayern München wird nach dem Interview des FCB-Torwarts nun auch in der Öffentlichkeit ausgetragen. Für "Sky"-Experte Lothar Matthäus keine gute Lösung - zudem dürfte sich Neuer über fehlende Wertschätzung nicht beschweren.

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Es ist der Vertragspoker der Corona-Pause im deutschen Fußball: Manuel Neuer und der FC Bayern München können sich seit längerem nicht über eine Vertragsverlängerung einigen. Neuers Kontrakt läuft im kommenden Sommer aus. Mit einem Interview in der Bild am Sonntag ging der deutsche Nationaltorwart zuletzt an die Öffentlichkeit. Für Rekordnationalspieler Lothar Matthäus ist das der falsche Weg, wie er am Sonntag gegenüber Sky sagte: "Vielleicht ist einiges nicht so gelaufen, wie man es sich von beiden Seiten vorgestellt hat, aber das ist allgemein üblich. Es in der Öffentlichkeit auszutragen, ist natürlich schädlich", kritisiert Matthäus.

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Zum Hintergrund: Der Vertrag des DFB-Keepers läuft noch bis Sommer 2021. Zuletzt gelangen über Berichte der Bild und des Kicker angebliche Details über die Vertrags-Gespräche des 34-Jährigen mit den Bayern an die Öffentlichkeit. So fordere Neuer nicht nur einen Vertrag bis 2025 (dann wäre er 39 Jahre alt), sondern auch ein Jahresgehalt von 20 Millionen Euro. In ersten Gesprächen habe der Rekordmeister dem Weltmeister lediglich einen neuen Vertrag bis 2023 angeboten. Die Verhandlungen vor zwei Wochen scheiterten vorerst. In der Bild am Sonntag dementierten Neuer und dessen Berater Thomas Kroth diese Zahlen nun - Neuer gehe es statt um Geld um Wertschätzung, die er den noch "grundsätzlich" spüre. Ihn ärgere es jedoch, dass Inhalte der Vertragsgespräche an die Presse gelangt sind - ob mit wahren oder unwahren Details.

SPORTBUZZER-Schalte zum Neuer-Poker mit Bayern-Reporter Patrick Strasser

Matthäus: Der FC Bayern hat Manuel Neuer immer bedingungslos unterstützt

Dass Neuer darüber nachdenkt, ob er beim FC Bayern genug Wertschätzung erhalt, stört Matthäus. Er erinnert den Keeper an die Vergangenheit: "Das Wort Wertschätzung ist gerade im Fall Manuel Neuer vom FC Bayern in der Vergangenheit sehr stark angewendet worden. Als er seine Leistungen nicht gebracht hat, als er fast ein Jahr verletzt war, da hat man voll zu Manuel Neuer gehalten", erläutert der Sky-Experte. "Da hat man die, die gegen Manuel Neuer geschrieben haben, attackiert und Manuel den Rücken gestärkt."

Auch in der Debatte um die Nummer eins beim DFB habe der FCB Neuer bedingungslos unterstützt, so Matthäus: "Daher genießt Manuel Neuer dieses Wort 'Wertschätzung' beim FC Bayern, bei den Fans, in der Mannschaft, beim Trainer und bei allen Beteiligten des FC Bayern. Es ist für mich fehl am Platz, dass Manuel Neuer keine Wertschätzung beim FC Bayern bekommt."

Matthäus schlägt im Neuer-Poker eine simple Lösung vor

Der Ex-Bayern-Kapitän schlägt im Vertragspoker eine simple Lösung vor: Neuer und die Bayern-Verantwortlichen sollten sich einfach nochmal an einen Tisch setzen. "Nach einer so langen und erfolgreichen Zusammenarbeit, von der beide Seiten voneinander profitiert haben, das ist eine Sache von zehn Minuten, in denen man das Thema aus der Welt räumen kann. Ich verstehe das nicht", sagte Matthäus, der fest davon ausgeht, dass Neuer bei den Bayern trotzdem verlängert: "Man wird sich zum Schluss in der Mitte treffen und ich bin überzeugt, dass Manuel Neuer in den nächsten Jahren beim FC Bayern spielen wird."