04. Juli 2018 / 14:39 Uhr

Lothar Matthäus über „Schauspieler“ Neymar: Er hat den Spott verdient

Lothar Matthäus über „Schauspieler“ Neymar: Er hat den Spott verdient

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lothar Matthäus kann den Schauspieleinlagen von Brasiliens Superstar Neymar nichts abgewinnen.
Lothar Matthäus kann den Schauspieleinlagen von Brasiliens Superstar Neymar nichts abgewinnen. © imago/East News
Anzeige

Lothar Matthäus hat für die Mätzchen des brasilianischen Superstars Neymar bei der WM in Russland keinerlei Verständnis. Zudem sprach Deutschlands Rekord-Nationalspieler bei einem Termin in Moskau auch über seine Erwartungen an Bundestrainer Joachim Löw.

Anzeige

Die Ex-Weltmeister Lothar Matthäus und Ronaldo standen nur wenige Meter voneinander entfernt – ihre Meinungen über die kontroverse Neymar-Debatte hätten nicht unterschiedlicher sein können. Während der Brasilianer seinen Landsmann vehement gegen die weltweite Kritik verteidigte, legte Matthäus mit weiteren „Schauspielerei“-Vorwürfen nach.

Anzeige

„Er hat es nicht nötig, er ist ein exzellenter Spieler. Aber das gehört sich nicht. Man spottet ja auch über ihn – und das zu Recht“, sagte Matthäus am Mittwoch in Moskau. Neymars jüngster an Theatralik kaum zu überbietender Auftritt beim 2:0-Erfolg im Achtelfinale gegen Mexiko spaltet die Meinungen bei den sogenannten Fußball-Legenden. „Ich denke, die Schiedsrichter schützen ihn nicht genug“, meinte Ronaldo.

Mehr zur WM 2018

In den ersten beiden Gruppenspielen war Neymar fast nur durch schauspielerische Einlagen aufgefallen. Im dritten Spiel steigerte er sich fußballerisch, gegen Mexiko machte er dann sein bisher bestes Spiel beim Turnier in Russland. In Erinnerung aber bleibt mal wieder eine andere Szene: Der Mexikaner Miguel Layun war ihm unmittelbar vor der brasilianischen Bank leicht auf den Knöchel getreten, das hätte Rot geben können, aber der Blick des Schiedsrichters haftete auf Neymar. Dieser drehte und wälzte sich derart heftig auf dem Boden, dass man das baldige Ende seiner Karriere hätte vermuten können.

Matthäus sprach bei seinem Auftritt derweil auch über Joachim Löw, der am Dienstag verkündet hatte, seine Tätigkeit als Bundestrainer fortzusetzen. Matthäus erwartet von dem 58-Jährigen und der deutschen Nationalmannschaft nach dem dem WM-Debakel eine klare Stiländerung. „Wir hatten wie Spanien viel Ballbesitz, aber nicht viele Chancen, weil wir zu langsam gespielt haben“, sagte der Rekordnationalspieler. „Du musst aber schnell spielen, du brauchst heute schnelle Spieler, aggressive Leader. So haben es Belgien und England vorgemacht. Diese Spieler muss Jogi Löw finden. Dann haben wir das Potenzial, so schnell wie möglich zurückzukommen.“

Joachim Löw: Seine Bundestrainer-Ära in Bildern

Weltmeister-Macher und Rekord-Bundestrainer: Bereits seit 2006 trainiert Joachim Löw die deutsche Nationalmannschaft. Seit der WM 2018 musste der 60-Jährige allerdings auch den einen oder anderen sportlichen Rückschlag hinnehmen. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die emotionalsten Momente der Ära Löw! Zur Galerie
Weltmeister-Macher und Rekord-Bundestrainer: Bereits seit 2006 trainiert Joachim Löw die deutsche Nationalmannschaft. Seit der WM 2018 musste der 60-Jährige allerdings auch den einen oder anderen sportlichen Rückschlag hinnehmen. Der SPORTBUZZER zeigt die emotionalsten Momente der Ära Löw! ©

Die früh ausgeschiedenen Ex-Weltmeister Spanien und Deutschland hatten mit jeweils über 70 Prozent den höchsten Ballbesitzwert aller Teams bei der WM. Allein daran lässt sich jedoch der Misserfolg nicht ausmachen – auch die Viertelfinalisten Brasilien, Belgien und England liegen in dieser Statistikkategorie unter den Top 8. Löw wisse, was er ändern müsse, erklärte Matthäus. „Er ist sehr selbstkritisch mit sich. Er wird Spieler tauschen, seinen Stil ändern.“

Joachim Löw bleibt Bundestrainer – wie bewertest du die Entscheidung?