29. August 2019 / 15:56 Uhr

Lotto King Karl über Robert Enke: "Haben uns 36 Stunden vor seinem Tod noch unterhalten" (Teil 2) 

Lotto King Karl über Robert Enke: "Haben uns 36 Stunden vor seinem Tod noch unterhalten" (Teil 2) 

Jonas Freier
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Lotto King Karl hat 14 intensive Jahre als Stadionsprecher beim Hamburger SV hinter sich.
Lotto King Karl hat 14 intensive Jahre als Stadionsprecher beim Hamburger SV hinter sich. © imago images/Lars Berg
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Lotto King Karl (52), der eigentlich Gerrit Heesemann heißt, hätte eigentlich am Sonntag im Volksparkstadion „Hamburg, meine Perle“ gesungen. Aber der HSV findet das nicht mehr zeitgemäß. Im zweiten Teil des Interviews spricht der Kult-Sänger mit dem SPORTBUZZER über seinen Kumpel Robert Enke und Empathie im Profifußball. 

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Lotto, es gibt viele, die jedes Jahr an Robert Enkes Todestag erinnern, du hast jetzt auf deiner Homepage an seinen Geburtstag erinnert – er wäre am 24. August 42 Jahre alt geworden ...

Ich erinnere an beides. Er war ein Kumpel von mir. Wir haben uns 36 Stunden vor seinem Tod noch unterhalten, abgeklatscht vor dem 96-Spiel damals gegen den HSV. Robert ist lächelnd weggegangen – nichts hat auf irgendwas hingedeutet. Es geht eben nicht nur ums Geld – es geht auch um solche Geschichten.

Nicht nur im Profifußball ...

Natürlich bin ich in einer Branche, in der das auch passiert. In der aber dieses Regulativ, du musst fit sein, nicht so sehr greift wie im Sport. Als Musiker kann man sich auch 40 Jahre seines Lebens jeden Tag eine Flasche Whisky reinhauen und ein bisschen schräg drauf sein, viele Ehen, viele uneheliche Kinder und eheliche Kinder. Und das geht im Sport nicht.

Hier geht's zu Teil 1 des Interviews

Was hast du an Enke geschätzt?

Ich habe immer, wenn ich mit Robert gesprochen habe, das Gefühl gehabt, er ist anders als die anderen. Und zwar in einer sehr positiven Art und Weise. Sanftmütig, sehr intelligent, sehr überlegt, extrem freundlich. Er war einer von den Spielern, von denen du sagst: Mit dem wäre ich auch befreundet, wenn er was völlig anderes gemacht hätte. Nur hätten wir uns dann nicht kennengelernt. Der andere Punkt ist: Das ist eine Krankheit, darüber muss man reden, das ist wie jede Krankheit immer blöd zuzugeben, dass man die hat. Da muss die Gesellschaft an sich arbeiten, finde ich. Es zieht ja so viele andere Leute mit rein: Lokführer, Ersthelfer, Familie, Freunde, das Leben von vielen Leuten hat sich verändert.

Das waren die Sommertransfers von Hannover 96 seit 2010:

Sommer 2019: Dennis Aogo (vereinslos -> Hannover 96) Zur Galerie
Sommer 2019: Dennis Aogo (vereinslos -> Hannover 96) ©
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Haben wir aus dem Fall gelernt? Markus Babbel beispielsweise hatte ja die nach Enkes Tod eingeforderte Nachdenklichkeit schon früh als „Heuchelei“ bezeichnet, als Stuttgart ihn quasi auf Druck der Fans als Trainer entließ.

Dass danach morgen schon kein Hahn mehr kräht – damit hat er absolut recht. Das war damals schon klar, dass es so sein wird. Markus Babbel ist ein total netter, empathischer Mensch, der auch von einigen Leuten rasiert worden ist. Aus der gesamten Fußballszene kommt nichts mehr. Das finde ich ein bisschen schade – zwischen schade und Schande. Deswegen ist die Erinnerung an Roberts Geburtstag und Todestag so wichtig.

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