30. März 2021 / 14:50 Uhr

Löw appelliert in Nachfolger-Frage an den DFB: "Gut, wenn man in die Mannschaft reinhört"

Löw appelliert in Nachfolger-Frage an den DFB: "Gut, wenn man in die Mannschaft reinhört"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Bei der Suche nach seinem Nachfolger wünscht sich Joachim Löw (l.) auch ein Mitspracherecht seiner Führungsspieler um Kapitän Manuel Neuer.
Bei der Suche nach seinem Nachfolger wünscht sich Joachim Löw (l.) auch ein Mitspracherecht seiner Führungsspieler um Kapitän Manuel Neuer. © IMAGO/ActionPictures
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Bei der Suche nach seinem Nachfolger hat sich Bundestrainer Joachim Löw strikte Neutralität auferlegt. Dennoch hat der 61-Jährige einen Wunsch: Der DFB soll in der Frage auch Führungsspieler wie Ilkay Gündogan, Toni Kroos oder Kapitän Manuel Neuer einbeziehen.

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Bei der Suche nach seinem Nachfolger hat sich Bundestrainer Joachim Löw bisher zurückgehalten. Zwar lobte er seinen früheren Co-Trainer Hansi Flick vom FC Bayern München, betonte allerdings stets seine Neutralität. Dabei blieb es auch auf der Pressekonferenz des DFB am Dienstag, allerdings richtete der 61-Jährige, der sein Amt nach 15 Jahren im Anschluss an die EM abgibt, einen deutlichen Appell an den Verband. Er sei "nicht dazu gefragt worden", so Löw, "habe aber zu Fritz Keller (DFB-Präsident, d. Red.) gesagt, dass es gut wäre, wenn man mal in die Mannschaft rein hört."

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Vor allem die Führungsspieler "machen sich viele Gedanken, diskutieren und überlegen: was wollen sie eigentlich? Was kann die Mannschaft gut, was nicht so gut? Welcher Spielstil würde passen?", so Löw weiter. "Von daher würde es aus meiner Sicht Sinn machen beispielsweise mal Ilkay Gündogan, Manuel Neuer oder Toni Kroos anzuhören. Die können schon beurteilen, was man für einen Trainer braucht."

Joachim Löw: "Gu, wenn man ein paar Meinungen hört"

Löw sagte allerdings auch, dass die Entscheidung über den künftigen DFB-Coach "nicht in der Mannschaft fallen wird". Es sei trotzdem "gut, wenn man mal so ein paar Meinungen als Verband hört". Als aussichtsreichste Kandidaten gelten neben Flick zudem Ex-Leipzig-Boss Ralf Rangnick, U21-Bundestrainer Stefan Kuntz und Marcus Sorg, der als Co-Trainer Löws fungiert.

Der DFB hat sich selbst keine Deadline für die Suche nach einem Nachfolger gesetzt. Zuständig ist Oliver Bierhoff, der als Direktor Nationalmannschaften fungiert. Am Ende entscheidet das Präsidium. Womöglich wird der neue Bundestrainer erst nach der EM-Endrunde benannt. Die ersten Länderspiele mit dem Löw-Nachfolger stehen Anfang September auf dem Programm.

Löw sprach außerdem über...

... die Regeneration und mögliche Wechsel am Mittwoch: „Wir waren nach der Rückkehr aus Bukarest erst um 5 Uhr im Hotel, daher war der Montag regenerativ. Aber die gute Nachricht: auch Robin Gosens ist einsatzfähig und hat keinerlei Probleme mehr. Man muss abwarten, ob er vom Rhythmus her soweit ist. Vielleicht wechseln wir auf der ein oder anderen Position, auf jeden Fall im Tor – das haben wir so besprochen.“

… sein letztes WM-Quali-Spiel als Bundestrainer: „Wehmut schwingt auf keinen Fall mit, da ich mich noch nicht mit dem Aufhören beschäftige, sondern alle Kraft brauche für die kommenden Aufgaben. Das Spiel gegen Nordmazedonien wird ein Kraftakt, die sind keinen Deut schlechter als Rumänien – diese Hürde müssen wir auch erst mal nehmen.“

… einen Vereinswechsel von Robin Gosens: „Ich habe mit ihm darüber aktuell nicht gesprochen, im letzten Jahr aber mal. Er hat gesagt, dass er sich den nächsten Schritt vorstellen kann, er hat sich in der Serie A, die eine schwierige Liga ist, sehr gut entwickelt. Der Trainer bei Bergamo ist taktisch sehr versiert, das hat er klasse angenommen. Er hat eine große Dynamik und macht viele Tore – das ist schon eine Qualität als Abwehrspieler auf der Außenbahn. Ich denke aber, dass keine Entscheidung fällt vor der EM.“

… die Innenverteidigung mit Rüdiger und Ginter: „Wir haben neben den beiden noch einige, die darauf drängen, dort zu spielen. Robin Koch, der enormes Potenzial und große Fortschritte gemacht hat. Niklas Süle, der in den letzten Jahren eigentlich gesetzt war. Ich habe mehrfach gesagt, dass mir die Abwehr nicht die allergrößten Kopfschmerzen bereitet, sondern die allgemeine Defensivarbeit. Da haben wir uns in den beiden letzten Spielen schon deutlich verbessert, standen kompakter - sind aber auch nicht aufs Äußerste gefordert worden.“

… die Kroos-Frage: „Das ist mehr ein Medienthema als ein internes. Man muss das nicht permanent diskutieren, wenn man bedenkt, was in den letzten Jahren bei Turnieren passiert ist. Es ist nie so, dass man mit der gleichen Mannschaft durchmarschiert. Da macht es keinen Sinn, darüber diskutieren, wer bei der EM einen Stammplatz hat. Über seine Qualität brauchen wir nicht zu sprechen und auch, dass er jeder Mannschaft guttun kann, steht außer Frage.“

… Leroy Sané: „Er hat in der Defensive extrem gute Momente. Er hat vier oder fünf Bälle gewonnen gegen Rumänien, auch gegen Island – das hat man vorher so nicht gesehen. Da hat er einen eindeutigen Schritt nach vorne gemacht, das war teilweise schon Extraklasse. Wenn er und auch der Serge so gut nach hinten arbeitet, hat es das Mittelfeld leichter. Kurze Wege, direkter Zugriff, davon profitiert die ganze Mannschaft.“