29. März 2021 / 18:04 Uhr

Löwenstarke Ideen: Stadtturnerbund-Visionsgruppe treibt Wettkampfformat voran

Löwenstarke Ideen: Stadtturnerbund-Visionsgruppe treibt Wettkampfformat voran

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Leipziger Stadtturnerbund-Visionsgruppe
Der neugegründete Leipziger Stadtturnerbund hat sich über mögliche Alternativen zu den sonst üblichen Wettkämpfen miteinander beraten. © privat
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Die Mitglieder des Leipziger Stadtturnerbundes wollen die sich häufenden Wettkampfabsagen nicht so einfach hinnehmen, sondern suchen nach möglichen Alternativen. Auch für die Zeit nach Corona erhoffen sich die Turnbegeisterten eine verbesserte Kommunikation innerhalb der sozialen Netzwerke.

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Leipzig. Auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln, das hilft wenig: Die Hallen bleiben zu, ans Kräftemessen für den Leipziger Turnnachwuchs ist nicht zu denken. Da musste der Kopf ran und Ideen her, dachte sich der neu aufgestellte Stadtturnerbund um dessen Vorsitzenden Uwe Zeller (59).

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„Da wir für dieses Jahr keine Normalität für Wettkämpfe sehen, haben wir mit jungen Übungsleitern aus einigen Vereinen Kreativworkshops durchgeführt und Angebote entwickelt, die abweichend von unseren Standard-Formaten als flexible und zugleich attraktive Vergleichsmöglichkeiten genutzt werden können“, erläutert Zeller.

Zu den elf engagierten Mitgliedern des Visions-Kernteams, die die bekannte Breitensport-Wettkampfwelt im Gerätturnen, in der Rhythmischen Sportgymnastik und der Sportakrobatik mal eben auf den Kopf gestellt haben, gehören Anja Petzold (TV Aufbau Süd-West Leipzig) und Laura Mainusch (TSV Leipzig-Engelsdorf). Die beiden 21-Jahre alten Studentinnen sehen in dem Projekt einen Hoffnungsschimmer „unseren Kindern ein Erfolgserlebnis geben zu können, auch wenn es möglicherweise erst im Sommer oder noch später dazu kommt.“

Über den Tellerrand schauen

Doch auch unabhängig vom Corona-Dilemma sei es gut, einen jungen Charakter ins Wettkampfgeschehen zu bringen. Viel zu sehr wurde in der Vergangenheit Leistungs- und Breitensport getrennt und die Sportarten blieben weitgehend unter sich. Beispielhaft für ein attraktives Wettkampfformat steht der traditionelle Internationale TuG-Pokal, ein Turn-Mix der Spitzenkräfte.

„Wir wollen über den Tellerrand schauen, uns mehr vernetzen und miteinander reden“, betont Uwe Zeller, der in Personalunion bei Aufbau Süd-West als Schatzmeister und Übungsleiter fungiert. Dazu müssten dringend Voraussetzungen für die Kommunikation innerhalb der sozialen Netzwerke geschaffen werden. Eine Homepage ist bisher noch nicht am Start. „Leider haben wir als Stadtturnerbund noch keine satzungskonformen Finanzmittel und sind daher auf Sponsorenleistungen angewiesen“, hofft Zeller auf Unterstützung.

Die traditionell ausgetragenen Stadtmeisterschaften müssen sich aus bekannten Gründen hintenanstellen. Eine Signalwirkung soll von einer Spezial-Lipsiade, Online-Challenges, einem Hänsel- und Gretel-Paarturnen oder dem Löwenturnfest als abwechslungsreiche Freiluftveranstaltung ausgehen. Für letzteres Projekt haben sich Anja Petzold und Laura Mainusch stark gemacht. Sie hoffen freilich, dass es in absehbarer Zeit umzusetzen ist. Derweil steht für das Duo ein Einsatz beim Multisport-Event „Turnen21“ zu Himmelfahrt auf dem Messegelände an.