09. August 2019 / 22:48 Uhr

Lübeck empfängt St. Pauli: Polizei geht mit "starken Kräften" ins Risikospiel

Lübeck empfängt St. Pauli: Polizei geht mit "starken Kräften" ins Risikospiel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Polizei wird beim Pokalspiel zwischen Lübeck und St. Pauli, wie schon in 2016, stark vertreten sein. 
Die Polizei wird beim Pokalspiel zwischen Lübeck und St. Pauli, wie schon in 2016, stark vertreten sein.  © Agentur 54°
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Die Sicherheitsbehörden streben strikte Trennung beider Fangruppen - vor und im Stadion - an. VfB-Vorstand Florian Möller nimmt Druck raus:„Solange das eine sportliche Rivalität ist, ist das ja auch alles gut“

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Für den VfB Lübeck und seine Fans ist es ein sportliches Großereignis. Für die Polizei ist es wegen der traditionell starken Rivalität zwischen VfB- und St.-Pauli-Fans ein „Risikospiel“. Am Sonntagnachmittag trifft der VfB im DFB-Pokal auf den FC St. Pauli. Die Fans aber sollen möglichst gar nicht aufeinandertreffen. Dafür sorgt ein besonders großes Aufgebot von Polizisten und Stadionordnern.

Polizei spricht von "starken Kräften" und erhält Unterstützung

Im Stadion sind nach Angaben des VfB 110 Ordner im Einsatz, davon 30 vom Millerntor. Bei Ligaspielen in der Regionalliga setzt der Verein nur 40 Ordner ein. Die Polizei macht keine genauen Angaben über ihre Personalstärke und Taktik. Die Polizeidirektion Lübeck spricht aber in ihrer schriftlichen Antwort auf die Fragen der LN von „starken Kräften“. Sie erhalte Unterstützung von außen, unter anderem aus Eutin und Hamburg. Das Spiel wird um 15.30 Uhr angepfiffen. Der Einlass ins Stadion beginnt aber schon um 12.45 Uhr. Knapp 2000 St.-Pauli-Fans werden erwartet. Die Polizei rechnet mit einem großen Teil von ihnen schon am Vormittag. Der Fanklub „Ultrà Sankt Pauli“ hat für 12.15 einen Marsch vom Hauptbahnhof zur Lohmühle angekündigt. Für die selbe Zeit haben Lübecker Fans zum „Traditionsmarsch“ vom Holstentor zum Stadion aufgerufen. Aufeinandertreffen sollen die beiden Märsche auf keinen Fall.

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Auf dem Bahnhofsgelände ist die Bundespolizei zuständig. Die Beamten werden sich dort mit Diensthunden aufstellen. „Wir sorgen dafür, dass die Hamburger, wenn sie ankommen, keinen Lübeck-Fans im Bahnhof begegnen“, sagt Bundespolizei-Sprecher Gerhard Stelke. Die St.-Pauli-Fans werden über den Ausgang Steinrader Weg aus dem Bahnhof geführt. VfB-Anhänger, die mit dem Zug kommen, verlassen den Bahnhof durch den Haupteingang.

VfB Lübeck im DFB-Pokal

24 Spiele hat der VfB Lübeck im DFB-Pokal bislang bestritten. 1965 gastierte 1860 München auf der Lohmühle. Immer wieder klärte der VfB haarige Situationen, wehrte sich tapfer - wie hier Jürgen Brinckmann. Schließlich gewann die Mannschaft von Max Merkel - 1965 immerhin Bundesliga-Vierter, 1966 sogar Deutscher Meister - mit 1:0 durch den eingewechselten Hansi Küppers. Zur Galerie
24 Spiele hat der VfB Lübeck im DFB-Pokal bislang bestritten. 1965 gastierte 1860 München auf der Lohmühle. Immer wieder klärte der VfB haarige Situationen, wehrte sich tapfer - wie hier Jürgen Brinckmann. Schließlich gewann die Mannschaft von Max Merkel - 1965 immerhin Bundesliga-Vierter, 1966 sogar Deutscher Meister - mit 1:0 durch den eingewechselten Hansi Küppers. ©
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Der VfB hat schon beim Ticketverkauf alles daran gesetzt, die Fangruppen auseinanderzuhalten. Tickets für den Gästeblock gab es nur in Hamburg zu kaufen. Karten für die Heimbereiche des Stadions waren größtenteils nur für Vereinsmitglieder und Dauerkartenbesitzer erhältlich. Das hat nicht nur Sicherheitsgründe, sagt VfB-Vorstand Florian Möller: „Es ist auch sehr, sehr wichtig, um eine Heimspielatmosphäre zu schaffen.“ An den Rändern des Gästeblocks müssen außerdem "Pufferzonen" freigehalten werden. Auch die Parkplätze werden getrennt.

„Die dürfen sich schon mal Gesänge um die Ohren hauen.“

Autofahrer müssen in Lübeck am Sonntag mit Verkehrsbehinderungen rechnen. Eng wird es laut Polizei vor und nach dem Spiel rund um den Bahnhof und die Lohmühle. Was das Sicherheitskonzept angeht, gibt VfB-Vorstand Möller sich zuversichtlich. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Vereine 2016 gab es Probleme mit Pyrotechnik, aber keine Gewalt. „Solange das eine sportliche Rivalität ist, ist das ja auch alles gut“, sagt Möller über die Spannungen zwischen den Fan-Lagern. „Die dürfen sich schon mal Gesänge um die Ohren hauen.“

Von Hanno Kabel

Bilder der letzten Begegnung: VfB Lübeck gegen den FC St. Pauli im August 2016

Die Hamburger Fans sammeln sich am Hinterausgang des Lübecker Bahnhofes. Zur Galerie
Die Hamburger Fans sammeln sich am Hinterausgang des Lübecker Bahnhofes. © Felix König

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