16. Juli 2018 / 20:42 Uhr

„Luka Modric war die richtige Wahl“

„Luka Modric war die richtige Wahl“

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Luca Modric wurde zum besten WM-Spieler gewählt – und begeisterte auch die Peiner Trainer.
Luca Modric wurde zum besten WM-Spieler gewählt – und begeisterte auch die Peiner Trainer. © dpa
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Eine Fußball-Weltmeisterschaft bietet immer eine Menge Erkenntnisse. Eine Umfrage bei Peiner Trainern ergab: Sie halten die Mannschaftsleistung für wichtiger als die Leistung einzelner Superstars. Und: Die meisten sind mit der offiziellen Wahl des Kroaten Luka Modric zum besten WM-Spieler absolut einverstanden. Eine geteilte Meinung gab zum Videobeweis.

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Eine Fußball-Weltmeisterschaft bietet immer eine Menge Erkenntnisse. Dass Kreml-Chef Wladimir Putin die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei der Siegerehrung im Regen stehen ließ, war eine aus dem nicht-sportlichen Bereich. Was den sportlichen Bereich angeht, hat die PAZ vier Trainer aus dem Kreis Peine zu ihren Erkenntnissen befragt. Sie sollten sich zu fünf vorgegebenen Themen äußern.

Taktische Veränderungen:

Klaus Reinecke (TSV Münstedt): Chelsea hat schon vor Jahren gezeigt, dass das Team mit der Abkehr vom Ballbesitz-Fußball Erfolg haben kann. Eigentlich war die WM ziemlich langweilig. Viele technisch beschlagene Mannschaften sind nicht weit gekommen.

*Thomas Mühl *(Ex-Trainer von Arminia Vechelde): Es gab Verfeinerungen zum Beispiel bei der Fünferkette und der Arbeit gegen den Ball. Standards sind wichtiger geworden, zumal auch die Teams aus kleineren Nationen defensiv gut geschult sind.

Hubert Meyer (Fortuna Oberg): Ballbesitz-Fußball ist nicht passé, aber man muss variieren, damit er eine Waffe bleibt. Deutschland hatte nicht mehr schnell gespielt und ist deshalb zurecht ausgeschieden. Standards sollte man immer trainieren, denn sie sind ein Mittel, um gegen defensive Mannschaften zu treffen.

Nedin Cerimovic (Ex-Trainer SSV Plockhorst): Es gab kein neues System, aber es wurde viel Wert auf die Defensive und auf Standards gelegt – was für den Betrachter schade war. Ballbesitz-Fußball kann man im Verein spielen, wo man die besten Spieler zusammenkaufen kann und sie täglich zusammen sind. Im Nationalteam ist das schwieriger.

Videobeweis:

Klaus Reinecke: Er wäre eine gute Sache, wenn man sich nicht auf den Sechzehner beschränken würde. Die Praxis war zwar besser als in der Bundesliga, aber dennoch ausbaufähig. Ich denke, man sollte ihn abschaffen und menschliche Fehler in Kauf nehmen.

Thomas Mühl: Es gab erstaunlich wenig Fehler. Die Anwendung hat mir gut gefallen.

Hubert Meyer: Damit wurde unaufgeregt gearbeitet. Im Gegensatz zur Bundesliga fand ich das positiv. Auch den Elfmeter in Finale konnte man geben.

Nedin Cerimovic: In einzelnen Situationen war er vielleicht unglücklich, aber ich bin für den Videobeweis. Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind. Bedauerlich sind allerdings die vielen Schwalben außerhalb des Strafraums. Dafür müsste es konsequent Gelb geben.

Absturz der Stars:

Klaus Reinecke: Was Neymar an Schauspielerei geboten hat, geht gar nicht. Wenn er sich allerdings auf Fußball konzentriert hat, war er gut. Auch Ronaldo ist bestimmt kein Schlechter, aber er lebt von seinem Team.

Thomas Mühl: Fußball ist immer noch ein Mannschaftssport. Gewonnen hat das kompakteste Team. Giroud ist beim Weltmeister zwar offiziell Stürmer, aber er hat viel verteidigt und nach hinten gearbeitet. Ronaldo und Messi zum Beispiel spielen exzellent, aber entscheidend ist die Mannschaft.

Hubert Meyer: Die WM hat gezeigt: Das Team gewinnt. Das war bei den Franzosen so – auch wenn sie Kylian Mbappe in der Mannschaft haben. Die Engländer haben als Team überzeugt, Belgien auch.

Nedin Cerimovic: Bei Messi war es eklatant und zeigte, dass es auf die Spieler drumherum ankommt. Auch Stars brauchen ein gutes Kollektiv.

Bester Spieler:

Klaus Reinecke: Die offizielle Wahl von Luca Modric war richtig. Er hat nie aufgegeben – so wie seine ganze Mannschaft.

Thomas Mühl: Mittelfeldstrategen gefallen mir gut, und da sticht Luka Modric heraus. Er sieht von der Statur her nicht so robust aus, hat aber viele Zweikämpfe gewonnen. Belgiens Kevin de Bruyne spielt zwar gute Pässe, ist aber nicht unbedingt der Führungsspieler gewesen.

Hubert Meyer: Neben Griezmann war bei Frankreich Mbappé für mich der Superstar. Was er mit seinen 19 Jahren gezeigt hat, ist bisher nur Pelé gelungen.

Nedin Cerimovic: Luca Modric war die richtige Wahl. Für mich folgt dann Kylian Mbappé, der ist mit seinen 19 Jahren sehr stark.

Beste Mannschaft:

*Klaus Reinecke: *Ich hatte auf ein Finale Kroatien gegen Belgien gehofft. Beiden Mannschaften hätte ich den Titel gegönnt. Kroatien ist aufgrund der Einstellung soetwas wie der ’Weltmeister der Herzen’.

Thomas Mühl: Die beste Mannschaft hat das Finale gewonnen. Kroatien hat mir zwar anfangs besser gefallen, aber Frankreich hat die Fehler ausgenutzt.

Hubert Meyer: Die beste Mannschaft war Belgien. Sie hat top gespielt, aber Pech gehabt. Frankreich hatte das Quäntchen Glück und auch die individuelle Klasse der Spieler.

Nedin Cerimovic: Qualitativ war Frankreich am besten. Von der Geschlossenheit und der psychischen Stärke her – plus einer gewissen Qualität – war es Kroatien.

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