22. Juni 2022 / 21:41 Uhr

Luca Toni, Ruud van Nistelrooy und Co.: Diese Ü30-Stars wechselten wie Sadio Mané erst spät in die Bundesliga

Luca Toni, Ruud van Nistelrooy und Co.: Diese Ü30-Stars wechselten wie Sadio Mané erst spät in die Bundesliga

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mit Luca Toni und Ruud van Nistelrooy (von links) zeigten zwei Altstars in der Bundesliga ihre Klasse. Gelingt das auch Sadio Mané?
Mit Luca Toni und Ruud van Nistelrooy (von links) zeigten zwei Altstars in der Bundesliga ihre Klasse. Gelingt das auch Sadio Mané? © IMAGO/Michael Weber/Action Pictures/Sportimage/Ulmer/Montage
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Mit Sadio Mané wechselt ein internationaler Topstar im fortgeschrittenen Fußballer-Alter zum FC Bayern in die Bundesliga. Damit macht er es gleich mehreren Bundesliga-Legenden nach. Der SPORTBUZZER erinnert an einige Ü30-Stars, die sich spät für einen Wechsel nach Deutschland entschieden haben.

Mit Sadio Mané wechselt ein absoluter Superstar in die Bundesliga. Der FC Bayern München verpflichtet den 30-Jährigen für 32 Millionen Euro (zzgl. Boni) vom FC Liverpool. Der Senegalese ist damit allerdings nicht der erste Superstar, der in der Blütezeit seiner Karriere – oder auch etwas danach – den Schritt in die höchste deutsche Spielklasse wagt. Von Legenden wie Raul und Xabi Alonso über Weltmeister wie Luca Toni und Mauro Camoranesi oder Champions-League-Sieger wie Sami Hyypiä. Der SPORTBUZZER zeigt einige große Namen des Weltfußballs, die mit über 30 Jahren erstmals in die Bundesliga gewechselt sind.

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Raúl

Im Alter von frischen 33 Jahren wechselte der spanische Superstar Raúl von Real Madrid zum FC Schalke 04. In Madrid gewann er viermal die spanische Meisterschaft, wurde dreimal Champions-League-Sieger und konnte noch viele weitere Titel holen. Zur Saison 2010/2011 folgte dann der Tapetenwechsel: Von den "Königlichen" zu "Königsblau". Und der Spanier konnte auf Anhieb überzeugen: In seiner Debüt-Saison erzielte er 13 Bundesliga-Tore, legte fünf weitere auf. Auch in der Champions League und im DFB-Pokal war er erfolgreich. Doch in der Liga lief es für den Vizemeister der Vorsaison aus Gelsenkirchen überhaupt nicht nach Plan. Schalke stand zum Saisonende auf einem enttäuschenden 14. Platz. Immerhin: Mit den "Königsblauen" konnte Raúl direkt in der ersten Saison den DFB-Pokal gewinnen – es war der einzige Titel in seinem zweijährigen Bundesliga-Intermezzo.

Ruud van Nistelrooy

Nach einer Weltkarriere zum Hamburger SV: Diesen Weg ging der Niederländer Ruud van Nistelrooy im Januar 2010. Ebenfalls 33 Jahre war er zu dem Zeitpunkt alt, hatte mit Manchester United, Real Madrid und dem PSV Eindhoven bereits sämtliche nationale Titel in Spanien, England und den Niederlanden gewonnen. Knapp anderthalb Jahre lang spielte van Nistelrooy in Hamburg, steuerte in insgesamt 44 Pflichtspielen 17 Treffer und drei Vorlagen bei. Titel konnte er in der Hansestadt allerdings keine gewinnen. 2010 scheiterte er mit dem HSV im Halbfinale der Europa League am FC Fulham.

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Xabi Alonso

Als Weltmeister, zweifacher Europameister und zweifacher Champions-League-Sieger wechselte der defensive Mittelfeldspieler Xabi Alonso im Sommer 2014 nach fünf Jahren bei Real Madrid zum FC Bayern München. 9 Millionen Euro ließ sich der deutsche Rekordmeister die Dienste des damals 32 Jahre alten Spaniers kosten – und dieser entwickelte sich direkt zum Stammspieler und Strippenzieher im Mittelfeld der Mannschaft von Star-Trainer Pep Guardiola. 119-mal stand Alonso in seinen drei Jahren bei den Bayern auf dem Platz, konnte dreimal die deutsche Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal gewinnen. Im Sommer 2017 beendete er mit 35 Jahren beim FC Bayern seine erfolgreiche Karriere.

Luca Toni

Als neuer Star für den Bayern-Kader wurde Luca Toni im Sommer 2007 präsentiert. Für 11 Millionen Euro holte der deutsche Rekordmeister um den damaligen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den italienischen Stürmer von der AC Florenz. Zu dem Zeitpunkt war Toni 30 Jahre alt und auch aufgrund seiner Auftritte bei der WM 2006 auf dem Transfermarkt heiß begehrt. Zwischen 2007 und 2010 lief der 1,94 Meter große Stoßstürmer, der für seinen "Ohr-Schrauber-Jubel" bekannt war, 89-mal für den FCB auf. Zu den zwei deutschen Meisterschaften und den zwei DFB-Pokal-Siegen seines Teams in der Zeit steuerte der Weltmeister von 2006 58 eigene Tore bei und legte 25 weitere vor.

Luca Toni: Seine Stationen, seine Tore

Der am 26. Mai 1977 im italienischen Pavullo nel Frignano geborene Luca Toni galt zu Beginn seiner Karriere nicht grade als Ausnahmetalent. Der 1,94 Meter große Stürmer wirkte oft zu unbeweglich und steif, als dass ihn die Scouts der großen italienischen Vereine eine große Karriere zugetraut hätten. So spielte Toni in den ersten Jahren als Profi ausschließlich für unterklassige Klubs. Seine Karrie begann er mit 17 Jahren beim FC Modena. In drei Jahren machte der Hüne 32 Spiele für den damaligen Zweitligisten. Zur Galerie
Der am 26. Mai 1977 im italienischen Pavullo nel Frignano geborene Luca Toni galt zu Beginn seiner Karriere nicht grade als Ausnahmetalent. Der 1,94 Meter große Stürmer wirkte oft zu unbeweglich und steif, als dass ihn die Scouts der großen italienischen Vereine eine große Karriere zugetraut hätten. So spielte Toni in den ersten Jahren als Profi ausschließlich für unterklassige Klubs. Seine Karrie begann er mit 17 Jahren beim FC Modena. In drei Jahren machte der Hüne 32 Spiele für den damaligen Zweitligisten. © imago/dpa

Massimo Oddo

Per Leihe holte der damals von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann trainierte FC Bayern München den 32-jährigen Massimo Oddo im Sommer 2008 für ein Jahr von der AC Mailand. Zwei Jahre zuvor war der Rechtsverteidiger mit Italien Weltmeister geworden, auch einen Champions-League-Sieg konnte er zu dem Zeitpunkt bereits feiern. Für die Bayern lief Oddo insgesamt 27-mal auf. Dabei bereitete er sechs Treffer vor. Dennoch entschied man sich beim deutschen Rekordmeister dafür, die im Vertrag eingebaute Kaufoption nicht zu ziehen.

Mauro Camoranesi

Einen weiteren Weltmeister von 2006 verpflichtete der VfB Stuttgart im Sommer 2010. Mit dem 33 Jahre alten Italiener Mauro Camoranesi, der von Juventus Turin kam, schienen die Schwaben einen echten Transfercoup gelandet zu haben. In Deutschland konnte Camoranesi allerdings nicht so recht Fuß fassen. Nur 14-mal spielte er für den VfB, bevor er den Verein im Februar 2011 in Richtung Argentinien wieder verließ.

Sami Hyypiä

Noch heute klingt der Name Sami Hyypiä wie Musik in den Ohren der Fans von Bayer 04 Leverkusen. Als der 1,95 Meter große Finne im Sommer 2009 mit 35 Jahren vom FC Liverpool zur Werkself wechselte, hatte er mit den "Reds" bereits alle Titel gewonnen, die es im Weltfußball zu gewinnen gibt. Hyypiä wurde direkt zum Abwehrchef der Leverkusener, denen er als Spieler zwei Jahre lang treu blieb. Immerhin: Nach seinem Karriereende blieb Hyypiä zunächst als Teamchef und später als Trainer in Leverkusen – wenn auch nicht besonders erfolgreich. Nach nicht einmal einem Jahr als Cheftrainer musste der Finne aufgrund von ausbleibendem Erfolg die Trainerbank räumen.

Mikaël Silvestre

Inter Mailand, Manchester United, FC Arsenal: Alleine ein Blick auf die Stationen von Mikaël Silvestre zeigt, dass sich Werder Bremen mit ihm 2010 einen Top-Spieler angeln konnte. Auf der anderen Seite wurde der 40-malige französische Nationalspieler bereits zum Ende seines Engagements bei den "Gunners" für einige Abwehrfehler verantwortlich gemacht. Und auch in der Bundesliga erwischte der damals 33-Jährige keinen allzu guten Start. Zwar konnte er sich in der Rückrunde stabilisieren, wurde jedoch in der Vorbereitung zur Saison 2011/2012 von einer langwierigen Knieverletzung zurückgeworfen. Seinen bis 2012 laufenden Vertrag verlängerte der SVW nicht – 2013 zog es den Franzosen in die USA (Portland Timbers), 2014 nach Indien (Chennaiyin FC).

Stephan Lichtsteiner

Einen siebenmaligen Meister hat man im Kader des FC Augsburg auch nicht alle Tage. Insofern war Stephan Lichtsteiner, der mit Juventus Turin zwischen 2012 und 2018 zum Serien-Titelträger avancierte, ein Hingucker für die Fans der Fuggerstädter. Der Schweizer Verteidiger ließ beim FCA ab 2019 seine Karriere ausklingen, nachdem sein Vertrag beim FC Arsenal nicht verlängert worden war. In Augsburg absolvierte der Rechtsverteidiger 20 Bundesliga-Einsätze, nach der Saison 2019/2020 erklärte er mit 36 Jahren seinen Rücktritt von der Fußballbühne.

Juan Pablo Sorín

Nach der Weltmeisterschaft 2006 blieb Juan Pablo Sorín direkt in Deutschland. Im Anschluss an die Viertelfinal-Niederlage gegen die DFB-Elf im Elfmeterschießen und der anschließenden Sommerpause heuerte der argentinische Defensiv-Routinier beim Hamburger SV an. Der damals 30-Jährige kam vom FC Villarreal an die Elbe. Sein größter Erfolg: der Champions-League-Triumph 1996 mit Juventus Turin, wenngleich Sorín an diesem Erfolg in jungen Jahren noch keinen Anteil hatte. Für den HSV brachte es der einstige Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft in zwei Jahren auf nur 27 Pflichtspiele (vier Tore), da ihm eine Knieverletzung zu schaffen machte.

Maniche

Beim 1. FC Köln träumt man gemeinhin ganz gerne mal von der Champions League. Der Portugiese Maniche hat nicht nur teilgenommen, sondern 2004 sogar den Titel geholt. Der Mittelfeldspieler gehörte der legendären Auswahl des FC Porto an, die unter Star-Trainer José Mourinho erst den UEFA-Cup (2003) und im darauffolgenden Jahr die Königsklasse gewann. Zudem erzielte er im Halbfinale der Heim-EM 2004 gegen die Niederlande einen Treffer, ehe die Portugiesen im Endspiel an Otto Rehhagels Griechen scheiterten. 2009 wechselte Maniche nach Stationen bei Top-Klubs wie Chelsea, Atlético und Inter an den Rhein – im Alter von 31 Jahren. Nach einer Saison und 26 Bundesliga-Spielen (zwei Tore) war das Kapitel Köln für Maniche dann wieder beendet, weil er in seine Heimat zu Sporting Lissabon zurückkehren wollte.