09. September 2019 / 12:17 Uhr

Ungewöhnliches Sondertraining: So schaffte es Luca Waldschmidt bis ins DFB-Team

Ungewöhnliches Sondertraining: So schaffte es Luca Waldschmidt bis ins DFB-Team

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
„Ich war schon immer aufs Tor fokussiert: Luca Waldschmidt wurde gegen die Niederlande und Nordirland erstmals ins DFB-Aufgebot berufen.
„Ich war schon immer aufs Tor fokussiert": Luca Waldschmidt wurde gegen die Niederlande und Nordirland erstmals ins DFB-Aufgebot berufen. © imago/Westend61/Schüler
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Luca Waldschmidt hat es unter Bundestrainer Joachim Löw bis in die Nationalmannschaft gebracht. Trotzdem arbeitet er noch mit Vater und Ex-Profi Wolfgang Waldschmidt auf dem heimischen Trainingsplatz an seinen Schwächen.

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Meistens ruft Joachim Löw bei Spielern, die er zum ersten Mal in sein Aufgebot für die Nationalmannschaft berufen möchte, zunächst vergeblich an. Auch bei Luca Waldschmidt, dem womöglich 102. Debütanten in der Amtszeit des Bundestrainers, war das so. Der Freiburger lag auf der Massagebank, als Löw ihn erreichen wollte. Später klappte es dann doch noch – und nachdem Waldschmidt frisch ins DFB-Team berufen war, griff auch er selbst noch einmal zum Telefon und schellte im hessischen Dillenburg-Frohnhausen durch. Dort wohnen seine Eltern Silke und Wolfgang, Spitzname Wawo. Der Sohnemann überbrachte ihnen die frohe Botschaft.

Zum Start bei der Nationalmann sollte der 23-Jährige in der vergangenen Woche in Hamburg zunächst mal „reinschnuppern“ (Löw), beim 2:4 in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande am Freitag kam Waldschmidt nicht zum Einsatz. Doch am Montag in Belfast gegen Nordirland (20.45 Uhr) könnte er eine Option sein.

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Manuel Neuer hat mit dem DFB-Team eine herbe Heimniederlage gegen Holland kassiert. Der SPORTBUZZER zeigt die Reaktionen der internationalen Medien. ©
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Waldschmidt-Vater Wolfgang: "So schnell konnte man damit nicht rechnen"

Für Vater Wolfgang kam die Nominierung seines Sohnes nun relativ plötzlich: „So schnell konnte man damit nicht rechnen“, sagt er. Trotz der Leistungen des Angreifers bei der U21-EM, als Waldschmidt mit sieben Treffern bester Torschütze des Turniers wurde und sogar eine neue deutsche Bestmarke aufstellte, mit der er Pierre Littbarski (sechs Treffer) übertrumpfte.

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„Ich war schon immer aufs Tor fokussiert, wollte früher immer nur schießen“, erklärte Waldschmidt bereits im SPORTBUZZER-Interview. Mit drei Jahren nahm ihn sein Vater, der einst 14-mal für Darmstadt 98 in der 2. Liga aufgelaufen war, erstmals mit auf den heimischen Sportplatz. „Dort ist er quasi aufgewachsen“, erinnert sich der 56-Jährige. Dass der Filius den anderen weit voraus war, bemerkte Waldschmidt senior erstmals in der E-Jugend. „Während andere auf dem Feld Blümchen gepflückt haben oder im Sandkasten hinter dem Platz gespielt haben, ist Luca dem Ball nonstop hinterhergerannt.“

Luca Waldschmidt trainiert mit seinem Vater auf dem Sportplatz in der Heimat

Noch immer sucht der Profi des SC Freiburg, wenn er mal frei hat und auf Heimatbesuch ist, mit seinem Vater den Sportplatz in Dillenburg-Frohnhausen auf: ein-, zweimal im Monat. Und auch wenn Waldschmidt es inzwischen in den Kreis der A-Nationalmannschaft geschafft hat, wird dort nicht einfach nur losgebolzt. Im Gegenteil: Vater und Sohn feilen dann an Feinheiten im Spiel des Stürmers. „Wir reden über Spiele, gehen einzelne Szenen durch“, gibt Wolfgang Waldschmidt Einblicke, „zumindest wenn Luca das hören will.“

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Nach der aktiven Karriere versuchte der ehemalige Stürmer, der auch mal für ein Probetraining auf Schalke war, sich selbst als Trainer. Ob er sich den Segen von Freiburg-Coach Christian Streich für das Einzeltraining seines Sohns abgeholt habe? „Die Frage ist, wie intensiv ein Trainer, der für fast 30 Spieler zuständig ist, sich um den einzelnen kümmern kann“, entgegnet Papa Waldschmidt nicht ganz ernst gemeint. Er und sein Sohn haben einfach Spaß daran. „Es ist schön, dass Luca diese Leidenschaft fortgeführt hat. Und dass jetzt dabei die Nationalhymne läuft, ist außergewöhnlich.“

Waldschmidt Senior passt auf, dass sein Sohn auf dem Teppich bleibt

Dass Luca Waldschmidt deshalb nun vorschnell abzuheben droht, ist nicht zu erwarten, andernfalls würde sein Vater auch ausreichend Sorge dafür tragen, dass sein Sohn auf dem Teppich bleibt. Wenn er zum Beispiel mal drei Tore schießt, wie im U21-EM-Vorrundenspiel gegen Serbien, sagt sein Vater ihm zuallererst Dinge wie: „Die eine Szene hättest du noch besser lösen können.“ Lachend muss Wolfgang Waldschmidt feststellen: „Ich bin schon sehr kritisch.“ Geschadet hat's offensichtlich nicht.

Nationalmannschaft: Alle Debütanten unter Joachim Löw

Klickt euch hier durch alle Debütanten von Bundestrainer Joachim Löw in der Nationalmannschaft - von Malik Fathi bis Mark Uth! Zur Galerie
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