22. Oktober 2021 / 13:51 Uhr

Lucas Witschel von Chemie Premnitz übernimmt im Jugendfußball Verantwortung

Lucas Witschel von Chemie Premnitz übernimmt im Jugendfußball Verantwortung

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
C-Lizenz Lehrgang mit Lucas Witschel in Lindow, Oktober 2021
Eine Woche lang bekamen die Teilnehmer des Trainerlehrgangs sportliche Inhalte für die Ausübung ihres Hobbys vermittelt. © Privat
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Landesliga Nord: In Lindow nahmen mehrere Spieler von Chemie Premnitz am C-Lizenz-Trainerlehrgang teil. Einer von ihnen ist Landesliga-Kicker Lucas Witschel.

Die Abschlussklausur liegt gerade wenige Minuten zurück, als Lucas Witschel ans Telefon geht. „Ja, es ist ganz gut gelaufen, denke ich“, sagt der Spieler des Havelländer Fußball-Landesligisten Chemie Premnitz, „wenn man die Woche über gut aufgepasst hat, sollte man das schon packen.“ Der 21-jährige Angreifer spricht über die Prüfung zur C-Trainerlizenz des DFB, die er gerade im Sport- und Bildungszentrum Lindow absolviert hat.

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Eigentlich geht Witschel für Chemie auf Torejagd. Doch seit vergangenem Jahr übernimmt der Rechtsfuß im Verein noch mehr Verantwortung. Gemeinsam mit seinem Vereinskamerad Niklas Haase, der ebenfalls am Lehrgang teilnahm, betreut er die F-Jugend von Chemie. „Im letzten Jahr hat mich Niklas angesprochen, ob ich ihn als Co-Trainer unterstützen möchte“, erinnert sich Witschel, „und ich fand die Möglichkeit gut, mein Wissen aus 13 Jahren Fußball an junge Fußballer weiterzugeben.“

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Genau darauf baut auch der C-Lizenz-Lehrgang auf, den Witschel nun mit 24 anderen Teilnehmern, darunter auch die Premnitzer B-Jugendspieler Karl Büchner und Erik Oehme, in Lindow besuchte. „Der Fokus liegt auf dem Kinder- und Jugendfußball. Wie baue ich Trainingsinhalte auf? Was muss ich bei Kindern besonders beachten, gerade wenn es um Themen wie Konditionstraining geht? Das sind Fragen mit denen wir uns im Lehrgang sehr anschaulich befasst haben“, sagt Witschel.

Angeleitet von den erfahrenen Trainern Michael Flottron und Stephan Lutz wurden die Teilnehmer eine Woche lang geschult. Rund 300 Euro musste jeder Teilnehmer dafür zahlen – je nach Veranstaltungsort kann der Preis aber variieren. Premnitz’ Männer-Coach Peter Oberschmidt findet es gut, dass sich sein Spieler schon in jungen Jahren als Trainer engagiert und weiterbildet. „Ich traue ihm das auf jeden Fall zu. Seine ruhige und besonnene Art passt aus meiner Sicht sehr gut zum Jugendfußball, wo es häufig auch darum geht, beruhigend auf die Kinder einzuwirken“, meint Oberschmidt.

Für seinen Trainer hat Witschel nun gehörigen Respekt, wenn es um Themen wie die Trainingsorganisation geht. Aber auch seine eigenen Jugendtrainer Sebastian Kaiser und Marian Krause dienen dem bekennenden eSports-Fan als Vorbilder. „Sie waren ebenfalls sehr jung und für mich starke Bezugspersonen, fast wie große Brüder“, sagt er. Jungen Trainern falle es sicher etwas einfacher, Verständnis und Empathie für die Kinder aufzubringen, ist Witschel überzeugt.

"Ein Freude zu sehen, wie sich die Spieler entwickeln"

Doch nicht nur andere profitieren vom Engagement des 21-Jährigen. Auch Witschel hat sich, da ist er sich sicher, durch seinen Trainerjob verändert. „Ich war vorher ganz bestimmt nicht so organisiert, wie ich es jetzt bin“, sagt er. Dies sei jedoch unverzichtbar, wenn der Laden laufen soll.


Trainingsvorbereitung, der ständige Kontakt mit den Eltern und die Kommunikation innerhalb des Trainerteams – alles wichtige Punkte, die nur durch gute Organisation funktionieren können. Allerdings, das hat der Azubi zum Verwaltungsfachangestellten bei der Verwaltung Rathenow schnell merken müssen, kostet der Einsatz für den Club und die jungen Kicker auch viel Freizeit.

Drei Trainingseinheiten mit den Premnitzer Männern, dazu zwei Einheiten als Co-Trainer der F-Jugend und natürlich Spiele mit beiden Teams am Wochenende – viel Zeit für andere Hobbys bleibt da nicht. „Das ist ein großer Aufwand“, sagt Witschel: „Gleichzeitig ist es eine Freude zu sehen, wie sich die Spieler entwickeln.“

Lucas Witschel, TSV Chemie Premnitz
Der Premnitzer Lucas Witschel kümmert sich nicht nur um die eigene Fußballlaufbahn. © Christoph Laak

Eine Entwicklung, die bei ihm nicht halt macht. Durch den Trainerlehrgang habe er das Spiel als Ganzes aus einer völlig neuen Perspektive kennengelernt. „Als Spieler macht man viele Dinge auf dem Platz sehr unbewusst und intuitiv. Im Lehrgang habe ich ein viel größeres Verständnis dafür bekommen, wie und warum bestimmte Handlungen im Spiel stattfinden“, sagt er.

Die nächste Trainerlizenz soll aber noch warten. Auch Trainer im Herren-Bereich sei frühestens ein Thema, wenn die aktive Laufbahn beendet ist. Ältere Kinder zu trainieren, dass könnte der nächste Schritt sein. Wenn es nicht mehr darum geht, die Grundlagen zu vermitteln, sondern sie zu verfeinern. Bevor es soweit ist, muss Witschel aber noch sein Prüfungsergebnis abwarten.

Die nächste Trainerlizenz soll aber noch warten. Auch Trainer im Herren-Bereich sei frühestens ein Thema, wenn die aktive Laufbahn beendet ist. Ältere Kinder zu trainieren, dass könnte der nächste Schritt sein. Wenn es nicht mehr darum geht, die Grundlagen zu vermitteln, sondern sie zu verfeinern. Bevor es soweit ist, muss Witschel aber noch sein Prüfungsergebnis abwarten.

Chemie Premnitz zum Kellerduell nach Perleberg

Am Samstag um 14 Uhr muss Chemie Premnitz beim SSV Einheit Perleberg antreten. Die Partie des 9. Landesliga-Spieltags hat für beide Teams einen hohen Stellenwert.  Immerhin trifft der Tabellen-15. Chemie auf Perleberg (16.) und damit auf einen direkten Konkurrenten im Keller der Liga. Sowohl Premnitz, als auch Perleberg warten mittlerweile seit dem 2. Spieltag auf einen Sieg in der Liga. Chemie reist mit einer angespannten Personaldecke zu Perleberg. Martin Weber und Lucas Witschel kehren zwar zurück, dafür gesellen sich Christian Freidank und Sascha Weser zu den verletzten Spielern. Peter Oberschmidt, 
Trainer von Chemie Premnitz, fordert vor dem Spiel: „Wir dürfen den Abstand nicht größer werden lassen. Ein Punkt sollte es am Samstag schon sein.“ Chemie-SpielerLucas Witschel sagt sogar: „Ein sehr wichtiges Spiel. Wir sollten unbedingt drei Punkte holen.“