23. November 2019 / 08:47 Uhr

Bericht: BVB-Krisensitzung zwischen Favre und Spielern im Stadion - Zorc wütet über "indiskutable" Halbzeit

Bericht: BVB-Krisensitzung zwischen Favre und Spielern im Stadion - Zorc wütet über "indiskutable" Halbzeit

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Trainer Lucien Favre steht nach einem desolaten Auftritt seiner Mannschaft, vor allem in der ersten Halbzeit, immer mehr unter Druck. Sportdirektor Michael Zorc gab sich wortkarg.
BVB-Trainer Lucien Favre steht nach einem desolaten Auftritt seiner Mannschaft, vor allem in der ersten Halbzeit, immer mehr unter Druck. Sportdirektor Michael Zorc gab sich wortkarg. © Getty Images / dpa
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Dieses Remis wird den Spielern und Verantwortlichen von Borussia Dortmund wohl lange nachhängen: Gegen Aufsteiger SC Paderborn erreicht der BVB im eigenen Stadion nur ein Unentschieden, immerhin noch nach 0:3-Rückstand. Direkt nach dem Spiel soll es eine Krisensitzung zwischen Führungsspielern und Trainer Lucien Favre gegeben haben.

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Ist Lucien Favre noch zu retten? Der Trainer von Borussia Dortmund steht nach einem indiskutablen Auftritt beim 3:3 (0:3) im Heimspiel gegen den SC Paderborn in der Schusslinie der Fans. Erstmals gab es "Trainer raus"-Rufe im Signal-Iduna-Park gegen Favre. Der Coach selbst kündigte bereits kurz nach Abpfiff Konsequenzen an: "Wir werden das zusammen analysieren, das ist sehr, sehr nötig. Das kann nicht so weitergehen“, mahnte der 62-Jährige. Laut eines Berichts der Ruhr Nachrichten setzte der sichtlich niedergeschlagene Favre seine Ankündigung direkt um. Noch in der Kabine des Stadions soll es bis tief in die Nacht eine Krisensitzung gegeben haben.

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Favre ratlos nach 3:3 gegen Paderborn: "Kann nicht so weitergehen"

Bericht: Favre diskutiert mit Trainer-Team und Führungsspielern bis in die Nacht

So sollen laut des Berichts unter anderem Favre mit seinem Trainerteam sowie die Führungsspieler um Lukasz Piszczek und BVB-Kapitän Marco Reus etwa zwei Stunden in der Kabine ausgeharrt haben, um die schwierige Situation zu analysieren. Erst um 1.18 Uhr seien die Beteiligten mit ihren Privat-Wagen nach Hause gefahren.

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Und zu diskutieren gab es einiges: Denn der Versuch der Mannschaft, sich für die Schmach im Topspiel vor zwei Wochen beim FC Bayern München (0:4) zu rehabilitieren, schlug mächtig fehl. Das dürfte die Zweifel an der Arbeit von Favre noch entschieden verstärken. Zumal sich auch kein BVB-Verantwortlicher nach dem Spiel hinter den Trainer stellte. BVB-Sportdirektor Michael Zorc war nur kurz angebunden. Im ersten Frust über die erneut desolate Vorstellung der Dortmunder verweigerte er eine deutliche Stellungnahme. "Ich werde nicht so viel sagen. Außer, dass die erste Halbzeit komplett indiskutabel war und dass man sich bei den Zuschauern dafür entschuldigen muss“, kritisierte Zorc. Beiläufig fügte er an: "Morgen ist auch noch ein Tag."

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Zorc-Aussage sorgt für Spekulationen um Favre-Zukunft beim BVB: Trainer denkt "positiv"

Vor allem der letzte Satz seines kurzen Statements bot viel Raum für Spekulationen. Nicht auszuschließen, dass sich die Vereinsspitze noch vor der Jahreshauptversammlung des amtierenden Vizemeisters am Sonntag ausführlicher äußert - zum Beispiel über die Zukunft von Trainer Favre. Bei allem Frust ("Das war eine desaströse erste Halbzeit") wirkte der Trainer jedoch nicht so, als habe er den Glaube an einen Verbleib beim BVB schon aufgegeben: "Ich versuche weiter, positiv zu denken", sagte der 62-Jährige. Auf die Frage, ob er sich von seinem Team im Stich gelassen gefühlt habe, antwortete er: "Nein, nein, ich stehe immer hinter meiner Mannschaft."

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Und die Führungsspieler stehen aktuell hinter Favre: Abwehr-Boss Mats Hummels wollte sich an einer Trainer-Diskussion nicht beteiligen: "Ich würde mal ganz deutlich sagen, dass das nichts mit der Trainer-Position zu tun hat, wenn wir einfach ohne Druck die Bälle herschenken." Ähnlich sah es Kapitän Reus. „Der Trainer stellt uns super ein. Wir Spieler sind dafür verantwortlich, unsere Leistung zu zeigen", so der Nationalspieler, der noch anfügte: "Man hat sich richtig geschämt. So dürfen wir nie, nie wieder auftreten."