12. Januar 2020 / 22:58 Uhr

BVB-Coach Lucien Favre kritisiert "verrückten" Umgang mit Trainern: "Werden sich eines Tages wehren"

BVB-Coach Lucien Favre kritisiert "verrückten" Umgang mit Trainern: "Werden sich eines Tages wehren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Coach Lucien Favre kritisiert in einem Interview mit dem Kicker das Trainer-Geschäft und die Medien.
BVB-Coach Lucien Favre kritisiert in einem Interview mit dem "Kicker" das Trainer-Geschäft und die Medien. © imago images/Kirchner-Media
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Nach dem 3:3 in der Bundesliga-Hinrunde gegen den SC Paderborn stand BVB-Trainer Lucien Favre stark unter Druck - kämpfte sich aber zurück. Im Interview mit dem "Kicker" schießt der 62-Jährige nun gegen die Medien und kritisiert den "verrückten" Umgang mit den Coachs.

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Carlo Ancelotti hatte sich mit dem SSC Neapel gerade für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert - und wurde trotzdem wenige Stunden später entlassen. Auch Niko Kovac hatte trotz Double-Gewinns beim FC Bayern nach einer schwachen Vorrunde plötzlich keinen Kredit mehr - und musste ebenfalls gehen. Nun steht beim FC Barcelona Trainer Ernesto Valverde trotz Tabellenführung in Spanien vor dem Aus. Für Lucien Favre geht das alles viel zu schnell, wie er nun im Gespräch mit dem Kicker kritisiert hat: "Früher waren Trainer oft unantastbar. Wie heute mit ihnen umgegangen wird, ist teilweise verrückt", sagte der Trainer von Borussia Dortmund.

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Der 62-Jährige hatte in dieser Bundesliga-Saison ebenfalls eine kritische Phase zu überstehen, in der offen über seine Zukunft beim BVB spekuliert wurde. Nach dem peinlichen 3:3 im Heimspiel gegen den SC Paderborn soll Favre sogar von den Bossen ein Ultimatum erhalten haben. Daran gedacht, dass es für ihn eng werden könnte, habe der Coach aber nicht: "So denke ich nicht. Ich folge meinem Weg, versuche, das Maximum zu geben und vertraue meinen Fähigkeiten", betonte der Schweizer.

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Seiner Meinung nach werden die Übungsleiter weltweit zu früh in Frage gestellt. "Carlo Ancelotti sollte in Neapel mit um den Titel spielen. Sorry, das ist meiner Meinung nach ein wenig schwer mit dieser Mannschaft. Trotzdem wird er entlassen", kritisierte Favre. "Und von diesen Beispielen gibt es viele. Es geht zuerst meistens auf die Trainer, aber ich prophezeie: Sie werden eines Tages anfangen, sich dagegen zu wehren", machte der Dortmunder deutlich.

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Favre, der in der Hinrunde von vielen Fans und Medien teilweise hart kritisiert wurde, holte zudem zu einer Medien-Schelte aus: "Ich weiß, dass Journalisten kritisch schreiben müssen, sonst werden ihre Texte nicht gelesen. Für meinen Geschmack wird in der Berichterstattung aber vieles übertrieben dargestellt. Mir wird zu viel schwarz und weiß gemalt", sagte der Trainer des Bundesliga-Vierten und fügte an: "Mir würde es gefallen, wenn Journalisten mehr analysieren würden."

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Ans Aufhören denkt der ehemalige Coach von Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC trotz seiner Kritik am Trainer-Geschäft und den Medien allerdings noch lange nicht: "Mit 70 sitze ich nicht mehr auf der Bank. Doch ein paar Jahre mache ich noch", kündigte der BVB-Verantwortliche an.