05. April 2021 / 09:34 Uhr

Ludwigsfelder FC: Zwei Leistungsträger verlängern

Ludwigsfelder FC: Zwei Leistungsträger verlängern

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Gekommen, um zu bleiben: Julian Hartmann (M.) wird weiter für den Ludwigsfelder FC spielen.
Gekommen, um zu bleiben: Julian Hartmann (M.) wird weiter für den Ludwigsfelder FC spielen. © Lars Sittig
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NOFV-Oberliga Süd: Christoper Lemke und Julian Hartmann werden weiter für den Club aus der Autobauerstadt spielen.

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Manch einen der Coaches hatte Glamour umgeben, wie Vasile Miriuta, den großen Bundesligastar des FC Energie Cottbus, andere wieder kamen bodenständig daher – Stefan Krämer beispielsweise, der Christopher Lemke zu seinem Drittliga-Debüt verholfen hatte. „Ich habe wirklich viele unterschiedliche Trainer kennengelernt, wie René Rydlewicz, Vragel da Silva, Franklin Bittencourt oder Daniel Meyer, viele waren Ex-Profis“, sagt Christopher Lemke, „von ihrer Erfahrung kann man natürlich sehr viel lernen und mitnehmen. Hervorheben kann und will ich keinen. Jeder hatte seinen eigenen Stil, aber alle waren fachlich sehr gut ausgebildet und viele mit reichlich Erfahrung aus dem Profigeschäft ausgestattet.“

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Viele interessante Begegnungen also in der Zeit, als der 26-Jährige noch Erfahrungen sammelte zwischen der dritthöchsten Spielklasse und der Oberliga bei Union Fürstenwalde, Energie Cottbus und Grün-Weiss Brieselang. Inzwischen ist der nach sportlichen Wanderjahren in seinen sportlichen Heimathafen eingelaufen: Der Offensivmann hat seinen Vertrag beim Ludwigsfelder FC erneut verlängert und wird genauso wie Julian Hartmann, der ebenfalls einen neuen Kontrakt unterschrieben hat, auch in der kommenden Saison beim Fußball-Oberligisten spielen. „Nach dem ersten Gespräch mit Sportdirektor Philipp Karaschewitz war für mich klar, dass ich dem Verein treu bleibe. Ich fühle mich sehr wohl beim LFC. Ich gehe nun in meine vierte Saison und ich habe das gesamte Umfeld, die Fans und die Region sehr ins Herz geschlossen“, sagt der Spielgestalter. „In der Mannschaft haben wir super Typen – es macht einfach Spaß.“

Auch Julian Hartmann hat nach vielen Stationen im Nachwuchsbereich (Tennis Borussia Berlin, Eintracht Braunschweig, FC Hertha 03 Zehlendorf, FC Viktoria 1889 Berlin und zwei Jahren beim Brandenburger SC Süd (2018 bis 2020) zumindest in der Frühphase seiner Laufbahn die sportliche Zieladresse gefunden: „Für mich war klar, dass ich verlängern möchte, für mich wäre auch kein Angebot von einem anderen Verein in Frage gekommen“, sagt der 21-Jahre alte Defensivmann. Waldstadion statt Wanderjahren.

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Der Kader des Clubs, der in der NOFV-Oberliga Süd nach dem Saisonabbruch auf dem 14. Platz der regulären Tabelle steht, nimmt damit weiter Konturen an: Nach Brian Blisse, Lucas Lindner und Lukas Bache haben die nächsten Stammspieler ihr Engagement verlängert, mit Neuzugang Patrick Jahn (Hertha Zehlendorf) steht Trainer Aaron Müller in der Offensive eine weitere personelle Alternative zur Verfügung. „Ich freue mich, auch in der kommenden Saison auf Christopher Lemke und Julian Hartmann bauen zu können. Lemmi ist sowohl sportlich als auch als Typ ein sehr wichtiger Baustein der Mannschaft, der in dieser Saison auch in schwierigen Situationen als Führungsspieler vorangegangen ist. Jule hat sich in kürzester Zeit toll in die Mannschaft integriert und sportlich einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. An beiden Spielern werden wir in der nächsten Saison viel Freude haben“, sagt der Coach, dessen Handschrift nach seiner Ankunft im vergangenen Sommer in kürzester Zeit zu sehen war. Modern, elegant und offensiv hatte sein Team gespielt – die Effektivität allerdings hatte noch gefehlt, der LFC hatte sich bis zum Zeitpunkt des Saisonunterbrechung nicht aus dem Tabellenkeller befreien können.

Julian Hartmann, dessen Bruder Yannik im Winter ebenfalls zum LFC gewechselt war, war fast zeitgleich mit dem Chefcoach nach Ludwigsfelde gekommen und gehörte zu einer Reihe junger, gut ausgebildeter Talente, die im vergangenen Sommer beim LFC den Sprung vom Nachwuchs- in den Männerbereich gewagt hatten: Einige haben den Club inzwischen wieder verlassen haben, der robuste, kampfstarke Rechtsfuß aber hatte sich schnell in der Stammelf etabliert und bei sechs Partien in der Oberliga Süd in der Startformation gestanden und beim Remis (3:3) zu Hause gegen den FC Carl Zeiss Jena II einen Treffer erzielt. In der Zukunft hat er einiges vor mit dem LFC: „Mit dem Club würde ich gerne erreichen, den Pokal zum LFC zu holen. Ich sehe extremes Potenzial in der Mannschaft und möchte gerne mein Teil beitragen, etwas zu erreichen. Und ich habe ein super Verhältnis mit dem Mannschaftsleiter Alexander Ende und Sportdirektor Philipp Karaschewitz und dem gesamten Trainerteam.“ Philipp Karaschewitz sagt: "Beide identifizieren sich voll und ganz mit unserem Verein, sind dazu sportlich und menschlich so wertvoll für das gesamte Team. Lemmi hat sich zum Führungsspieler entwickelt und auch Jule hat sportlich unter Trainer Aaron Müller nochmal einen super Schritt nach vorn gemacht. Sie sind ein wichtiger Baustein für eine homogene und gefestigte Mannschaft, die auch Spaß am Fußballspielen haben soll."

Technisch beschlagen: Christopher Lemke wird weiter für kreative Momente in der Offensive des Ludwigsfelder FC sorgen.
Technisch beschlagen: Christopher Lemke wird weiter für kreative Momente in der Offensive des Ludwigsfelder FC sorgen. © Lars Sittig

Christopher Lemke hatte sich auch grundlegend über die Prioritäten auf dem Lebensweg Gedanken gemacht, bevor die Entscheidung gefallen war, sein Engagement beim Traditionsverein fortzusetzen. „Sicherlich habe ich mir in der fußballfreien Zeit meine Gedanken gemacht, wie meine sportliche Zukunft aussieht. Ich war zeitlich durch Beruf und Studium ziemlich eingespannt. Da kommt schon mal der Gedanke auf, etwas kürzer zu treten mit dem Fußball. Jedoch kann das noch warten, ich habe noch viel zu große Lust auf Fußball“, sagt Christopher Lemke, der die freie Zeit während der Saisonunterbrechung genutzt, berufsbegleitend bei der Industrie- und Handelskammer BWL studiert und vor Kurzem den Abschluss zum Betriebswirt erfolgreich bestanden hat.

Auswahlspiele mit Nachwuchsteams des DFB

Kein Wunder, dass der Rechtsfuß, der in der Offensive für die kreativen Ideen zuständig ist, nach mehr besonderen Moment strebt: Er hatte unter anderem Länderspiele in der deutschen U-Nationalmannschaft bestritten, 2016 mit dem FSV Union Fürstenwalde in die Regionalliga geschafft und beim 1:0-Auswärtssieg des LFC beim Derby in Luckenwalde in der Saison 2018/19 den Siegtreffer geschossen. „Dieses Tor beim Lokalduell war schon eine tolle Sache“, sagt er „ich möchte dabei helfen, den Verein weiter in der Oberliga zu etablieren. Wichtigstes Ziel wird in erster Linie der Klassenerhalt sein. Schön wäre es aber, wenn wir uns Schritt für Schritt entwickeln und uns in höheren Tabellenregionen ansiedeln können. Dafür werden wir hart arbeiten. Ins Pokalfinale zu kommen wäre sicherlich auch ein Highlight für jeden Spieler und den Verein.“