04. Oktober 2020 / 08:17 Uhr

Lukas Müller sorgt für drei Punkte in der Nachspielzeit

Lukas Müller sorgt für drei Punkte in der Nachspielzeit

Udo Pütsch
Märkische Allgemeine Zeitung
Sc Eintracht Miersdorf/Zeuthen
Die Mannschaft vom SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen freut sich über den Sieg gegen Klosterfelde. © Udo Pütsch
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Brandenburgliga: Eintracht-Mittelfeld-Spieler erzielt in der 94. Spielminute den Treffer zum 3:2 für Miersdorf/Zeuthen im Heimspiel gegen die SG Union Klosterfelde.

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Auf eigenem Platz ist Fußball-Brandenburgligist SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen bisher in dieser Saison eine echte Macht. Der knappe 3:2-Sieg am 6. Spieltag gegen die SG Union 1919 Klosterfelde war bereits der zweite in dieser Spielzeit auf der Sportanlage am Wüstemarker Weg. Zuvor wurde der SV Falkensee-Finkenkrug ebenfalls knapp mit 3:2 besiegt und dem Spitzenteam vom Oranienburger FC trotzte die Eintracht am 19. September ein 1:1-Unentschieden ab. Mit acht Zählern verbesserte sich Miersdorf/Zeuthen auf den 10. Tabellenplatz.

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„Unser Erfolg gegen die Gäste aus Klosterfelde war sehr glücklich, da der Siegtreffer erst in der 94. Spielminute fiel. Es war ein sehr umkämpftes und ein sehr zerfahrenes Match mit vielen Fehlern auf beiden Seiten“, schätzte Eintracht-Trainer Alexander Schröder die 90 Minuten zuvor ein. "Mir hat sehr gefallen, dass meine Jungs nie aufgegeben und an den Sieg geglaubt haben. Jetzt freuen wir uns erst einmal über die drei wichtigen Punkte, die wie gegen Union einfahren konnten.“

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Schröder musste gegen Klosterfelde auf etliche Stammkräfte in seinem Team verzichten. So kam Sommerneuzugang Florian Hartwig zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz von Anfang an im Kasten der Dahmeländer, da Stammkeeper Florian Peka beim Spiel in Petershagen-Eggersdorf nach 63 Minuten verletzt ausgewechselt und durch den 35-jährigen Hartwig ersetzt wurde.

In der ersten halben Stunde der Begegnung, die sich 150 Zuschauer ansahen, agierten beide Teams aus der Porzellankiste heraus, denn Sicherheit im Spielaufbau war oberstes Gebot. So hatten dann auch beide Mannschaften gleich wenig vom Spiel. Der Spatz in der Hand ließ wenig Risiko zu, Torchancen wurden auf beiden Seiten so gut wie überhaupt nicht kreiert. Die Gäste aus Klosterfelde versuchten es mit langen Bällen über die Außen. Diese Angriffe verpufften jedoch wirkungslos, da die Außenverteidiger der Eintracht einen guten Job machten.

Die Hausherren – die es ihrerseits mit kurzen Pässen versuchten – erzielten aber ebenfalls keine Gefahr im Sechzehner der Gäste. Die Führung der Schröder-Elf fiel dann nahezu aus dem Nichts. Jan Wolter kam im Strafraum an den Ball, zog anschließend trocken ab und es stand 1:0 (35.). Es war der zweite Saisontreffer für den Eintracht-Kapitän. Die Freude der Gastgeber währte allerdings nicht lange. Als die SG Union einen Freistoß schnell ausführte, war Eintrachts Hintermannschaft nicht rechtzeitig genug sortiert und Morten Jechow erzielte fünf Minuten vor der Halbzeitpause den 1:1-Ausgleich. Der zweite Abschnitt sollte zumindest hinsichtlich der Spannung eine deutliche Steigerung für die Zuschauer und Spieler erfahren.

Lukas Müller
Lukas Müller (2.v.l.) erzielte das 3:2 gegen Union. © Udo Pütsch

In der 53. Minute kam es ganz dicke für die Hausherren, da sich auch Peka-Ersatz Hartwig verletzte und ausgewechselt werden musste. Da auf der Reservebank kein weiterer Keeper verfügbar war, rückte Abwehrspieler Matthias Bagola zwischen die Pfosten. Von der Gästebank ertönte aus diesem Grund das Kommando: „Schießen aus allen Lagen“.

 Die Eintracht ließ sich davon jedoch nicht einschüchtern und war um stetige Entlastung bemüht, um die Gäste so viel wie möglich vom eigenen Tor fern zu halten. Einen dieser Angriffe schloss Nils Reichardt sehr abgezockt mit der erneuten Führung für die Platzherren ab – 2:1 (73.). Klosterfelde ließ jedoch nicht locker und kam in der 79. Minute durch Tobias Marz wiederum zum Ausgleich.

Eintracht lässt zwei dicke Möglichkeiten leichtfertig liegen

Von nun an war es ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Teams, in dem die Gastgeber zwei Riesenmöglichkeiten leichtfertig liegen ließen. In der Nachspielzeit tauchte plötzlich ein Union-Angreifer frei vor dem Eintracht-Gehäuse auf, doch sein Schuss verfehlte den Kasten zum Glück für die Dahmeländer nur knapp. Tiefes Durchatmen beim Miersdorfer Anhang. Dann gab es einen allerletzten Angriff, der in einer Eintracht-Jubeltraube endete. Mittelfeldmotor Lukas Müller konnte sich auf dem linken Flügel gegen seinen Gegenspieler durchsetzten, blieb kurz hängen, behielt aber anschließend die Übersicht und vollendete zum nicht mehr für möglich gehaltenen 3:2-Siegtreffer.

Eintrachts Co-Trainer Matthias Klatt nach der Partie: „Spielerisch war das heute sicherlich kein Leckerbissen für die Zuschauer gewesen, aber die Willensqualitäten unserer Mannschaft waren bis zum Schluss da. So kamen wir letztendlich zu einem sehr glücklichen Sieg. Spielerisch werden wir uns in den nächsten Partien aber noch deutlich steigern müssen.“

Anfangen kann der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen damit erst am Sonnabend, dem 17. Oktober, da am kommenden Wochenende Spiele im AOK-Landespokal ausgetragen werden. Am 7. Spieltag muss Miersdorf/Zeuthen danach zum SV Altlüdersdorf reisen (Anstoß: 15 Uhr). An die letzte Begegnung dort dürfte die Eintracht nicht so gerne zurückdenken, denn am 22. Februar kassierte sie eine deutliche 2:6-Niederlage. Auch die anderen beiden Brandenburgliga-Duelle zuvor verlor der SC gegen den ehemaligen Oberligisten.