25. März 2021 / 12:12 Uhr

Lukas Scherff: Hansa bleibt meine erste Wahl

Lukas Scherff: Hansa bleibt meine erste Wahl

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Er ist Hansas einziger Stammspieler aus Mecklenburg: der gebürtige Schweriner Lukas Scherff (24, r.).
Er ist Hansas einziger Stammspieler aus Mecklenburg: der gebürtige Schweriner Lukas Scherff (24, r.). © Lutz Bongarts
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Der Dreijahresvertrag des Linksverteidigers endet im Juni – ob es für den Schweriner danach in Rostock weitergeht, ist noch offen.

Er ist der Einzige im Team, der bei Hansas letztem Aufstieg vor zehn Jahren schon das Trikot mit der Kogge trug. Als Spieler wie Tobias Jänicke, Mohammed Lartey, Björn Ziegenbein und Kevin Pannewitz im April 2011 die Rückkehr der Rostocker in die 2. Bundesliga klar machten, kickte Lukas Scherff in der U15 des Koggenklubs. In dieser Saison ist der mittlerweile 24-Jährige mit Hansa selbst ganz nah dran am Aufstieg. Nach der jüngsten Niederlage von Spitzenreiter Dynamo Dresden (0:1 bei 1860) können die Rostocker mit einem Auswärtssieg am Ostersonntag bei den Sachsen die Tabellenführung übernehmen.

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„Das ist natürlich gut für uns“, sagt Scherff mit Blick auf das immer enger werdende Rennen um die beiden sicheren Aufstiegsplätze. Nur noch ein Punkt trennt die mit Ingolstadt punktgleichen Hanseaten (beide 57 Zähler) vom Tabellenführer aus Sachsen (58). „Wir müssen noch gegen Dresden und Ingolstadt spielen, da müssen wir halt auch gewinnen“, sagt der Linksverteidiger. Dass er auch im absoluten Topspiel am Ostersonntag bei Trainer Jens Härtel wieder erste Wahl sein wird, gilt als sicher. Scherff, neben Oliver Daedlow (20, Neubrandenburg) einziger Mecklenburger im Team, hat sich bei Hansa in der Stammelf festgespielt.

So lange haben die Hansa-Spieler noch Vertrag:

<b>Tor - Markus Kolke:</b> Hat noch Vertrag bis zum <b>30. Juni 2023.</b> Zur Galerie
Tor - Markus Kolke: Hat noch Vertrag bis zum 30. Juni 2023. ©

Trotz des ausgeglichenen Kaders konnte der Schweriner seine Position auch nach der Transferoffensive im Winter gegen die interne Konkurrenz stets behaupten. Wenn er fit war und nicht gerade eine Gelbsperre absitzen musste (wie Anfang März beim 2:1 gegen Kaiserslautern), stand der nur 1,75 Meter große Linksfuß in der Startelf. Seit Trainer Pavel Dotchev ihm in der Saison 2017/18 den Weg bei den Profis ebnete, hat Scherff konstant mehr als 20 Ligaspiele pro Saison gemacht. Wenn alles weiterhin gut läuft, wird der Flügelflitzer am 36. Spieltag im Heimspiel gegen Zwickau zum 100. Mal in der 3. Liga zum Einsatz kommen.

„Im Großen und Ganzen habe ich in den letzten Wochen gute Leistungen gebracht und bin ganz zufrieden. Ich habe gezeigt, dass ich ein wichtiger Bestandteil des Teams bin“, sagt Scherff, der in der Hinrunde zwei Mal für mehrere Wochen durch Muskelverletzungen gestoppt wurde. Was ihn wurmt: Seit einem Dreivierteljahr hat er in der Liga nicht mehr getroffen: „Das eine oder andere Tor wäre nicht schlecht.“ Immerhin acht Treffer stehen bislang in Scherffs Drittligabilanz, zuletzt war er beim letzten Saisonspiel 2019/20 erfolgreich (2:4 in Chemnitz).

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Es läuft gut für Scherff bei Hansa – dass es nach dem Saisonende so weitergehen wird, ist allerdings noch nicht sicher: Im Februar 2018 unterschrieb er seinen zweiten Profivertrag in Rostock - der läuft im Juni aus. Schon im Januar vergangenen Jahres versuchte Hansa das Eigengewächs langfristig zu binden. Doch ein neuer Vertrag ist bislang noch nicht zustande gekommen. Man werde Gespräche führen, es gebe aber noch nichts Konkretes, sagt der Mecklenburger. Nach über zehn Jahren im Verein bleibe der Koggenklub aber seine erste Wahl. „Ich kann mir gut vorstellen, mit Hansa in der 2. Liga zu spielen. Aber erst mal müssen wir den Aufstieg schaffen, das ist das Hauptziel.“

Sein erstes Spiel für Hansa machte Lukas Scherff übrigens unter Hansas bis heute letztem Aufstiegstrainer: Peter Vollmann (2010/11 und 2014 in Rostock) wechselte das vielversprechende Talent, das damals noch zur Schule ging, im Heimspiel gegen Preußen Münster für den verletzen Sascha Schünemann ein (heute Greifswalder FC). Am Ende dieser Spielzeit könnte sich mit dem Aufstieg ein Kreis schließen. Gut möglich, dass die Rostocker drei Jahrzehnte nach dem Gewinn des letzten Ost-Titels 1991 dieses Mal sogar als Meister hochgehen. Das sei auf jeden Fall ein zusätzlicher Anreiz, sagt Scherff: „Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen und in der Erfolgsspur bleiben. Dann wird man sehen, wo wir am Ende stehen.“

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