30. August 2021 / 07:55 Uhr

Lukebakio bringt Tempo nach Wolfsburg - Kandidat Kaminski wird 2022 wieder ein Thema

Lukebakio bringt Tempo nach Wolfsburg - Kandidat Kaminski wird 2022 wieder ein Thema

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburger Tempo-Transfers: Polen-Talent Jakub Kaminski (M.) war noch nicht zu bekommen, Dodi Lukebakio wird für ein Jahr ausgeliehen.
Wolfsburger Tempo-Transfers: Polen-Talent Jakub Kaminski (M.) war noch nicht zu bekommen, Dodi Lukebakio wird für ein Jahr ausgeliehen. © imago images/Newspix
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Der Montag war ein wilder Transfer-Tag beim VfL Wolfsburg - mit der größten Überraschung gleich zu Beginn: Linksaußen Dodi Lukebakio wechselte von Hertha BSC zu den Wölfen. Von ihm verspricht sich der VfL Tempo und Tiefgang im Spiel - das ist genau das, wonach er schon eine Weile sucht.

Der VfL Wolfsburg hat einen Tag vorm Ende der Transferperiode (Dienstag, 18 Uhr) noch mal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und den schnellen Dodi Lukebakio von Hertha BSC ausgeliehen. Omar Marmoush, ebenfalls ein Flügelspieler, ist dafür an den VfB Stuttgart verliehen worden, Youngster Marcel Beifus wechselt zum FC St. Pauli. Hat der VfL damit das Gros in Sachen Transfers schon vom Tisch? „Die wichtigsten Aufgaben sind erledigt“, sagt Jörg Schmadtke, der Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Aber es könnte sich am Dienstag kurz vor Transferschluss noch was tun - etwa bei Marin Pongracic (zu Borussia Dortmund, reiste am Montag schon ab) und Josip Brekalo (zu Lazio Rom), die ebenfalls vor Ausleihen stehen.

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Ein Spieler mit Tempo und Tiefgang - Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer hatten diese Attribute bereits im vergangenen Sommer auf ihrer Einkaufsliste stehen. Es sollte einer sein, der die Bälle in den Lauf und nicht zwingend in den Fuß gespielt bekommen will. Lukebakio ist so einer. „Er hat Tempo und Tiefgang, worüber wir schon länger reden. Genau das gibt er uns“, sagt Schmadtke über den Neuzugang. Ein Jahr lang hat der VfL ihn ausgeliehen, eine Kaufoption gibt es laut Schmadtke nicht, aber der Manager deutet an, dass Lukebakio durchaus länger bleiben könnte, wenn alle Seiten wollen. Er sagt: „Wir haben alle Dinge gut besprochen.“ Mehr ins Detail wollte Schmadtke in Sachen Vertragsinhalten bei Lukebakio nicht gehen.

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Der Neuzugang ist einer, der mit seinem Tempo in den Spielen den Unterschied ausmachen kann, wie er etwa bei seinem Dreierpack gegen die Bayern im November 2018 gezeigt hatte. Lukebakio verfüge über außergewöhnliche Anlagen, schreibt der Tagesspiegel, gleichwohl neige er dazu, die Dinge ein wenig zu locker angehen zu lassen. Deshalb habe Hertha-Trainer Pal Dardai Lukebakio in der Vorbereitung getriezt.


Dass der Umgang mit dem Neuen nicht immer einfach sein kann, darüber macht sich Schmadtke keine Sorgen: „Ich glaube, dass wir mit unserer Gruppe dem Jungen guttun. Ich glaube, es wird keine Probleme geben. Denn wir haben eine homogene und leistungsorientierte Mannschaft. Dodi weiß, was ihn bei uns erwartet und weiß, dass es keine Garantien für irgendwas gibt.“ Keine Garantie auf einen Stammplatz, „sondern er muss sich die Dinge erarbeiten. Das wird er schnell merken, wenn er mit der Gruppe zusammen ist.“ Das wird noch ein paar Tage dauern, denn der belgische Nationaltrainer Roberto Martinez hat ihn - wie VfL-Kapitän Koen Casteels auch - für die Länderspiele in Estland, Tschechien und Belarus nominiert.

Mit Lukebakio verstärkt der VfL einen offensiven Flügel, mit Jakub Kaminski hatten Schmadtke und Schäfer zuvor einen weiteren Kandidaten mit Tempo und Tiefgang an der Angel, aber Lech Posen wollte den 19-Jährigen nicht ziehen lassen - jedenfalls nicht in dieser Transferperiode. Die Wolfsburger Verantwortlichen werden das Top-Talent aber nicht aus den Augen verlieren. „Ja, das stimmt“, sagt der Manager. Im nächsten Jahr wird der VfL den Deal wieder in Angriff nehmen. Schmadtke: „Schauen wir mal...“

Lukebakio ist da, Marmoush wird nach Stuttgart verliehen. „Das ist eine Leihe zu einem Klub, der auf einem höheren Niveau spielt als Omars letzter Klub“, begründet Schmadtke und denkt dabei an den FC St. Pauli. Marmoush hatte in der Rückrunde der vergangenen Saison beim Zweitligisten vollends überzeugen können. Der Ägypter braucht Spielpraxis, beim VfL bekommt er die wegen der starken Konkurrenz in der Offensive nicht. „Omar kommt zu einem guten Klub, bei dem er sich beweisen kann. Wir denken, das passt alles.“

Der letzte Transfertag (Dienstag) ist Schluss wird möglicherweise auch noch einmal spannend - nicht nur wegen Pongracuc und Brekalo, sondern auch wegen Micky van de Ven. Der Abwehrspieler des niederländischen Zweitligisten FC Volendam hat sich am Montag mit seinem Klub vor dem Arbeitsgericht getroffen - weil die Volendamer den 20-Jährigen trotz angeblicher Zusagen nicht für 2 Millionen Euro Ablöse zum VfL wechseln lassen wollen. Den Prozess hat van de Ven verloren, nach einem Bericht der Zeitung „De Telegraaf“ wäre der FC Volendam aber dennoch zum Transfer bereit, wenn die Wolfsburger bei der Ablöse nach oben gehen und/oder Nachschlagszahlungen in die Transfervereinbarung aufnehmen. Nach SPORTBUZZER-Informationen werden beide Seiten am Dienstag noch einmal das Gespräch suchen.