26. März 2020 / 18:32 Uhr

Lüneburger SK droht die Insolvenz

Lüneburger SK droht die Insolvenz

Paul Schubert
Lübecker Nachrichten
Das Regionalliga Rückspiel konnten die Lübecker in Lüneburg mit 3:1 für sich entscheiden.
Das Regionalliga Rückspiel konnten die Lübecker in Lüneburg mit 3:1 für sich entscheiden. © Agentur 54°
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Die Coronakrise trifft den LSK schwer - keine Hilfe seitens des Norddeutschen Fußballverbandes - Anhänger können virtuelle Tickets, Bier und Bratwürste kaufen

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"Es geht ums nackte Überleben." So schildert Hennig Constien (63), Finanz-Vorstand beim Lüneburger SK, die aktuelle prekäre finanzielle Situation des Vereins gegenüber einer deutschen Tageszeitung. Er brachte damit das zum Ausdruck, was viele Amateurvereine momentan schon am eigenen Leib erfahren oder in näherer Zukunft zu spüren bekommen dürften. Nämlich die Existenzbedrohung durch den Coronavirus.

Keine Unterstützung vom Norddeutschen Fußballverband

Für den Regionalliga-Elften und Mitkonkurrent des VfB Lübeck droht das finanzielle Aus. Bis zum 31. März müssen beim Norddeutschen Fußballverband die Lizenz-Unterlagen für die neue Saison sowie 3000 Euro (zzgl. 570 Euro Mehrwertsteuer) als Zulassungsgebühr eingereicht werden. Liegen diese nicht vor, heißt es keine Lizenz für den LSK. In Anbetracht der aktuellen Umstände erkundigte sich Constien nach einer Fristverlängerung und einen damit verbundenen späteren Zahlungstermin beim NFV. Doch dieser verneinte seine Anfrage und besteht weiterhin auf den 31. März. Nach einer ausbleibenden Antwort auf die Frage des LSK was der Verein nun machen solle, wenn man bis dahin nicht zahlen kann, zeigte sich Constien frustriert: „Wenn wir keine Unterstützung aus der Politik bekommen, schaffen wir das nicht. Bei uns trainieren auch 250 Kinder. Was wird aus denen, wenn wir insolvent sind?"

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Fans können "Geisterspiel-Tickets" kaufen

Doch die Lüneburger lassen die Köpfe nicht hängen und probieren auf kreative Art und Weise ihren Verein zu retten und setzten dabei auf ihre treuen Fans. Während ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer probieren den Verein am Leben zu halten, können die Anhänger mit vielfältigen finanziellen Spritzen helfen. Für die restlichen Heimspiele verkauft der Verein "Geisterspiel-Ticktes" (ab zwei Euro), Bratwurst (2.5 Euro) und Bier (zwei Euro). Auch eine Becherspende für die Junioren oder ein Betrag für die symbolische Junioren-Mannschaftskasse sind möglich. Inzwischen ist bereits ein mittlerer vierstelliger Betrag zustande gekommen. Doch dieser reicht noch nicht aus, um die Schäden der Coronakrise abzufedern. Die Zukunft der Vereins steht weiterhin auf dem Spiel, sollte der NFV dem Regionalligisten nicht doch noch Unterstützung anbieten.

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