27. August 2020 / 14:50 Uhr

Lupo/Martini: 14 Aktive in Corona-Quarantäne, Saisonstart ist verschoben

Lupo/Martini: 14 Aktive in Corona-Quarantäne, Saisonstart ist verschoben

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Erstmal kein Training und keine Spiele: Bei Lupo herrscht Corona-Stillstand.
Erstmal kein Training und keine Spiele: Bei Lupo herrscht Corona-Stillstand. © Britta Schulze
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Zwei positive Corona-Fälle - seit Donnerstag ist nun klar, dass mehr als ein Dutzend Spieler in Quarantäne müssen! Lupo/Martini Wolfsburg ist als erster Verein im heimischen Amateur-Fußball massiv von der Pandemie betroffen. Der Saisonstart des Oberligisten ist verschoben. Alle Mannschaften des Klubs machen sportlich jetzt erst einmal nichts mehr.

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Text-Update am 27. 8. 2020, 1845 Uhr:

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Am Dienstag hatte der Klub einen ersten Corona-Fall gemeldet, am Mittwoch einen weiteren. Der Verein leitete, wie in den Konzepten von DFB und NFV gefordert, die notwendigen Schritte ein. Seit Donnerstag ist klar: 14 Team-Mitglieder der ersten Mannschaft inklusive der beiden positiven Fälle müssen in die 14-tägige Quarantäne. Auch ein Mitglied des Team-Stabs ist betroffen.

Alle anderen sollen auf jeden Fall ihre Kontakte minimieren. Für die Oberliga-Mannschaft wurde festgelegt, dass der Betrieb frühestens am 7. September wieder aufgenommen wird. Die Partie am 6. September bei Arminia Hannover wird verlegt, das gab Staffelleiter Burkhard Walden inzwischen bekannt. Lupo möchte auch das zweite Spiel (13. September gegen Egestorf) und wenn möglich auch das dritte (angesetzt für den 19. September bei FT Braunschweig) verlegen, "dafür ist es aber noch zu früh", will Walden erst einmal abwarten..

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Teams müssen Verlegung nicht zustimmen

"Da hoffen wir auf die Solidarität der anderen Teams", so Spartenleiter Giuseppe Genetiempro. Per se zustimmen müssen die anderen Teams nicht, üblicherweise passierte das aber bei Krankheits- und Verletzungswellen früher durchaus. Der Verband hat nichts Genaues festgelegt, allerdings eine Empfehlung an die Spielausschüsse gegeben, Verlegungen zuzustimmen, wenn eine erhebliche Anzahl Spieler nicht eingesetzt werden kann.

Warum Lupo auch an die Verlegung von Spiel zwei und Spiel drei denkt, erklärt Team-Manager Lennart Gutsche: "Für die Akteure in Quarantäne ist es ein totales Runterfahren, anders als zu Zeiten des allgemeinen Trainingsverbots dürfen sie ja gar nicht raus, also nicht einmal laufen." Und die Mannschaft hatte jetzt fast schon den Fitness-Zustand für den Saisonstart erreicht. Mehr als ein Dutzend Aktive wieder in spielfähigen Zustand zu versetzen, geht nicht binnen weniger Tage, auch wenn sie von Lupos Fitness-Coach mit Plänen für Heim-Training versorgt werden.

Viel Arbeit für den Klub

Lupo ist an den verschiedensten Fronten gefordert. Klub-Vorsitzender Giovanni Carboni: "In dem Moment, wo man betroffen ist, merkt man erst, wie viel da dran hängt." Der Verein steht in Kontakt mit dem Gesundheitsamt und dem Verband, der Spartenleiter mit dem Verband und mit anderen Vereinen, der gesamte Vorstand in Kontakt mit den eigenen Trainern, Aktiven und Eltern aus allen Teams. Wann auf der Anlage in der Kreuzheide die Teams unterhalb der ersten Mannschaft wieder Sport betreiben können, ist - Stand Donnerstagmittag - offen. " Spartenleiter Genetiempro: "Bis auf Weiteres gibt es bei allen Teams keinen Spiel- und Trainingsbetrieb. Über die Wiederaufnahme werden wir informieren."

UPDATE, 27.08. 2020, 21 Uhr: Die positive Nachricht für die Teams unterhalb der Ersten und Zweiten kam noch im Laufe des Tages. Carboni: "Wir werden den Trainingsbetrieb ab Montag wieder aufnehmen, da wir sehr streng die Richtlinien für die einzelnen Mannschaften eingehalten haben."

Schwere Zeiten für Lupo/Martini. Was Carboni allerdings erfreut, ist: "Wir haben von allen Seiten Unterstützung und Informationen bekommen, etwa vom Gesundheitsamt und vom Verband. Es wurde gut vorgearbeitet, man ist vorbereitet. Das gibt uns ein gutes Gefühl." Dass es einen Verein treffen würde, war nur eine Frage der Zeit. "Dass wir es sind, ist Pech." Auf die Erfahrungen, die man jetzt sammelt, hätte man verzichten können, aber, so der Klub-Vorsitzende: "Wir sammeln sie halt jetzt, machen als Erste die Erfahrungen aus erster Hand. Und wir werden sie gern weitergeben, wenn sich Vereine bei uns über das Vorgehen informieren wollen."