22. November 2018 / 12:40 Uhr

Lupos Plus im Keller? „Alle denken, dass wir bereits abgestiegen sind“

Lupos Plus im Keller? „Alle denken, dass wir bereits abgestiegen sind“

Malte Schönfeld
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Richitg Reinhängen: Lupo/Martini (Kapitän Jan Ademeit, Mitte) steckt im Abstiegskampf.
Richitg Reinhängen: Lupo/Martini (Kapitän Jan Ademeit, Mitte) steckt im Abstiegskampf. © Boris Baschin
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Lupo/Martini Wolfsburg steckt in der Regionalliga Nord tief im Abstiegskampf. Das Team um Kapitän Jan Ademeit hat sich aber längst noch nicht aufgegeben, wie er dem SPORTBUZZER im Interview verrät.

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Jan Ademeit ist der Kapitän von Lupo/Martini Wolfsburg, das als Regionalliga-Aufsteiger aktuell auf dem vorletzten Platz steht. In seinem WhatsApp-Status steht, dass beim Fußball der Erfolg vor allem auch eine Kopfsache ist. Einstellung, Überzeugung, Wille – das sind auch die Schlagworte, die bei Lupo zählen. Denn die Wolfsburger haben sich auch bei fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer noch lange nicht aufgegeben, wie der Kapitän SPORTBUZZER-Mitarbeiter Malte Schönfeld im Interview verriet...

Nun sind fünf Monate in der Regionalliga vergangen. Was sind die Herausforderungen, was macht die Liga aus?

Man darf nicht vergessen, dass 98 Prozent von uns arbeiten gehen und nicht zweimal am Tag trainieren können. Jeder geht arbeiten, macht seine Schule oder ist am Studieren. Wir treffen uns dann abends zum Training, weil es unser Hobby ist. Eine besondere Herausforderung entsteht zum Beispiel dann, wenn wir an einem Mittwoch beim SC Weiche Flensburg 08 spielen müssen, so wie es am zweiten Spieltag war. Sowas ist nicht zu verachten, wir haben uns alle freinehmen müssen.

Regionalliga Nord: Lupo/Martini Wolfsburg gegen SC Weiche Flensburg

Regionalliga Nord: Lupo/Martini Wolfsburg gegen SC Weiche Flensburg. Zur Galerie
Regionalliga Nord: Lupo/Martini Wolfsburg gegen SC Weiche Flensburg. ©

Sicherlich gibt es aber auch sportliche Herausforderungen...

Gerade weil wir arbeiten, klappt es bei uns nur über die Geschlossenheit, den Teamgeist und den Kampf. In der ersten Regionalliga-Saison vor zwei Jahren hatten wir auch viel Pech mit Verletzungen, wir waren in der Breite auch nicht so gut aufgestellt. Mittlerweile ist das etwas anders. Wir haben auch deswegen eine gute Kabinenstimmung. Sie ist die Grundlage, um sich auf dem Platz zu zerreißen. In der vergangenen Saison standen wir nach acht Spieltagen auf dem letzten Platz, am Ende sind wir aufgestiegen. Es ist immer alles möglich. So wie auch am vergangenen Wochenende gegen Flensburg, wo wir früh 0:2 zurücklagen, aber noch 2:2 gespielt haben. Das war gut für die Moral.

Nach dem Spiel beim Letzten VfL Oldenburg, das 0:1 verloren ging, trat Ihr Coach Giampiero Buonocore zurück. Klaus Fricke übernahm. Was hat der Trainerwechsel verändert?

Klaus Fricke hat auf jeden Fall Spaß in die Mannschaft gebracht, aber auch ganz offen mit uns gesprochen. Es liegt nicht am Trainer, wenn etwas nicht klappt. Die Mannschaft steht auf dem Platz und muss es richten. Klaus hat sich bei jedem Training drei, vier Spieler geschnappt, sie in den Arm genommen und aufgebaut. Er hat das Team mit einbezogen, was gut ist, weil wir vielleicht auch ein paar sensiblere Typen dabei haben. Nach dem Lüneburg-Spiel vor drei Wochen, was wir 0:2 verloren haben, ist er aber auch richtig laut geworden. Das musste auch so sein. Zuckerbrot und Peitsche – Klaus findet da eine gute Balance. Es geht nur mit beidem.

Von den letzten fünf Spielen hat Lupo nur eines verloren. Die Formkurve Ihrer Mannschaft zeigt nach oben. Spüren Sie eine neue Sicherheit im Team?

Ja, so war es auch beim Flensburg-Spiel, das wir noch gedreht haben. Das klappt aber nur, wenn sich die Spieler mit dem Verein identifizieren. Das war bei Lupo immer so. Wir haben jetzt durchaus das Gefühl, die Spiele noch drehen zu können, wenn wir auch mal zurückliegen. Das ist für den Kopf extrem wichtig. Nur muss auch langsam der Tag kommen, an dem wir uns dafür belohnen. Der Rückstand zum rettenden Ufer wird ansonsten immer größer.

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Es sind nun noch drei Spiele bis zur Winterpause, Sie stecken schon mitten in der Rückrunde. Auf was kommt es jetzt in den letzten Partien des Jahres an?

Wir müssen da anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Wir müssen über den Kampf und die Leidenschaft kommen, alles andere klappt dann von allein. Von Anfang an müssen wir Gas geben, ob gegen Oldenburg, Jeddeloh oder Lübeck. Wir müssen das Glück erzwingen und befreit aufspielen. Denn alle denken, dass wir bereits abgestiegen sind. Wir haben nichts zu verlieren – und genau das ist unsere Chance.

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