06. April 2021 / 21:00 Uhr

Machaceks Schuss ins späte Glück: Grizzlys Wolfsburg schlagen Schwenningen 5:3

Machaceks Schuss ins späte Glück: Grizzlys Wolfsburg schlagen Schwenningen 5:3

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Sebastian Furchner und Garrett Festerling von den Grizzlys Wolfsburg feiern das Tor zum 3:2 wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Schwenninger Wild Wings am 06.04.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Yes! Sebastian Furchner und Garrett Festerling, die beide trafen, freuten sich mit den Grizzlys über ein 5:3 gegen Schwenningen. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg ist voll zurück im Kampf um einen Play-Off-Platz. Durch ein 5:3 gegen die Schwenninger Wild Wings kletterten die Niedersachsen auf Platz drei in der Nordgruppe der DEL.

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Endlich mal wieder zwei Siege in Folge: Mit 5:3 (2:2, 1:0, 2:1) bezwangen die Grizzlys Wolfsburg im Eishockey-Oberhaus am Dienstag die Schwenninger Wild Wings und kletterten mit dem Erfolg gegen den Südvierten auf Platz drei im Norden. Garrett Festerling (2), Spencer Machacek, Sebastian Furchner und Toto Rech schossen die Tore. Sie verschafften sich so ein klein wenig Luft zum Fünften Düsseldorf auf dem ersten Nicht-Play-Off-Platz.

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Personal

Nicht überraschend: Bei den Grizzlys war Jordan Boucher nicht dabei. Der Kanadier war schon öfter überzählig. Aber: Die Grizzlys teilten kurz vor dem Spiel mit: Er fehlt aus disziplinarischen Gründen. Eine genauere Begründung gab es vor dem Spiel nicht. Danach hieß es: "Das Thema wurde intern besprochen und geklärt. Es soll auch dabei bleiben." Eine genaue Begründung der Verfehlung gab es nicht. Boucher war beim Heimspiel am Sonntag auf der Tribüne ohne FFP2-Maske im Gesicht zu beobachten. In diesem Bereich ist eigentlich Maskenpflicht.

Valentin Busch fehlte den Grizzlys mit einer gegen Nürnberg erlittenen Unterkörperverletzung. Als zwölfter Stürmer rückte so Max Adam mal wieder aus der Abwehr in den Angriff und Steven Raabe kehrte als siebter Verteidiger in die Abwehr zurück.

Tore satt

Duell Nord-Vierter gegen Süd-Vierter, für beide ist es eng im Kampf um den Play-Off-Platz. Im ersten Drittel machte Schwenningen den wacheren Eindruck. Die Gäste begannen gleich mit Schwung, die Grizzlys allerdings legten vor. Gerrit Fauser und Festerling hatten stark an der Bande gearbeitet, den Puck in der Offensivzone gehalten, Festerling zirkelte den Puck ins Tor.

Das gab Wolfsburg aber keinen Schub. Das Team von Cheftrainer Pat Cortina agierte wieder einmal recht passiv, ließ viel zu. Colby Robak scheiterte erst einmal. Als Johannes Huß und Marius Möchel dann zu viel Platz hatten, glich Ex-Grizzly Möchel aus. Pekka Jormakka hatte ihn zu spät attackiert, sein spätes Stören bremste zu allem Überfluss den Schuss, der Dustin Strahlmeier dadurch durch die Beine rutschte. Mit einem Bauerntrick (einmal rund ums Tor) überlistete Rech Schwenningens Keeper Patrick Cerveny. Doch in der ersten Überzahl des Spiel glichen die Gäste schnell wieder aus - direkt vom Bully weg. Spencer Machacek konnte die Strafbank bereits nach drei Sekunden wieder verlassen.

Ins zweite Drittel starteten die Wolfsburger sichtlich angestachelt. Sie machten Druck, belohnten sich früh. Jormakka stahl Möchel die Scheibe, spielte schnell zu Furchner, der drehte sich um Cerveny - 3:2. Furchners 450. Punkt in der DEL für die Grizzlys.

Und nun behielten die Gastgeber ihre Linie bei, schnürten die Gäste immer wieder ein, überstanden eine Unterzahl, in der Matti Järvinen aber eine Konterchance ausließ. Und er war nicht der einzige, der hätte treffen können, vielleicht müssen. Die Schwarzwälder hatten zwar zweimal Powerplay, doch gefährlich war nur noch eine Mannschaft, die man offensiv selten so wild gesehen hatte in dieser Saison. Das einzige Manko: Wie schon gegen Nürnberg wollte der Tor-Abstand nicht größer werden. Schwenningen rettete sich in die Kabine, lag aber eben nur ein Tor zurück.

Szenen vom DEL-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen Schwenningen am 6. April 2021

Szenen vom DEL-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen Schwenningen Zur Galerie
Szenen vom DEL-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen Schwenningen © Borisch Baschin, Grizzyls Wolfsburg/City-Press GmbH

Und deshalb war es nicht überraschend, dass die Gäste sich berappelten. Sie taten wieder mehr, für die Grizzlys rächte sich erneut, dass sie ihre Chancen liegen gelassen hatten. Dazu kam Scheibenglück des Gegners: ein Schuss von Maximilian Hadraschek, der schon gehalten schien, tropfte Strahlmeier wie in Zeitlupe unter dem Arm heraus, Möchel kam genau im richtigen Moment heran, tippte die Scheibe an, die tropfte an den Pfosten, der nachgreifende Strahlmeier drückte sie hinter die Linie, wo er sie zu spät zu fassen bekam - 3:3.

Wolfsburg steckte den Nackenschlag weg, baute wieder Druck auf, Fauser verpasste, Armin Wurm schoss vorbei. Allerdings: Auch Schwenningen kreierte noch einmal Momentum im spannenden Ringen um wichtige Zähler im Kampf um einen Play-Off-Rang. Fünf Minuten vor Schluss der regulären Zeit hatten die Grizzlys noch einmal Powerplay. Und zwar satt. Fast eine Minute doppelter Überzahl, dann war Will Weber wieder da, schmetterte Jormakka in die Bande, weiter ging es 30 Sekunden mit Fünf gegen Drei und noch eine Minute mit Fünf gegen Vier. "Wir brauchen unser Powerplay", hatte Furchner vor kurzem treffend festgestellt. Und dann kam Mister Powerplay: Machacek schoss mit dem 4:3 sein achtes Überzahltor in dieser Saison für einen ganz wichtigen Wolfsburger Dreier. Schwenningen nahm den Torwart raus, als der gerade ging, eroberten die Gastgeber die Scheibe und banden den Sack durch Festerling zu.

Festerling sagte: "Es war ein schweres Spiel, wir haben hart gekämpft, ich bin stolz auf die Jungs."

Statistik

Grizzlys: Strahlmeier – Likens, Melchiori; Bittner, Möser; Bruggisser, Wurm; Raabe – Görtz, Järvinen, Furchner; Machacek, Olimb, Rech; Fauser, Festerling, Jormakka; Adam, Nijenhuis, Hungerecker.

Wild Wings: Cerveny - Yeo, Robak; Fischer, Weber; Kristensen, Huß; Brückner - Thuresson, Bourke, Turnbull; A. Weiß, Tyl. Spink, Tys. Spink; Möchel, Hadraschek, Pfaffengut; Bassen, D. Weiß, Cerny.

Tore: 1:0 (1:51) Festerling (Fauser, 1:1 (9:15) Möchel (Huß), 2:1 (15:44) Rech (Olimb), 2:2 (16:02) Robak (Thuresson/Tylor Spink - 5:4), 3:2 (24:56) Furchner (Jormakka/Festerling), 3:3 (46:07) Möchel (Hadraschek/Pfaffengut), 4:3 (58:38) Machacek (Järvinen/Görtz - 5:4), 5:3 (59:01) Festerling (Machacek - 5:6/ENG).

Schiedsrichter: Bauer/Schrader. Zuschauer: keine. Strafminuten: Grizzlys 8 / Wild Wings 10 plus 10 Weber (Check gegen den Kopf)..