24. November 2020 / 21:40 Uhr

Der Mann, der Magath den Autoschlüssel gab, geht in Wolfsburg in Rente

Der Mann, der Magath den Autoschlüssel gab, geht in Wolfsburg in Rente

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Axel Diedrich geht in den Ruhestand
Axel Diedrich geht in den Ruhestand © VW / Matthais Leitzke / Roland Hermstein / Boris Baschin
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Nach über 40 VW-Jahren hat Axel Diedrich am Mittwoch seinen letzten Arbeitstag. Der 63-Jährige, der wie kein anderer für die Sportförderung der Autobauer stand, geht in den Ruhestand.

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Jeder, der im Sport der Region tätig ist, was gewonnen hat oder eine Veranstaltung auf die Beine stellt, kennt ihn - und die meisten von ihnen haben ein Foto, auf dem auch er drauf ist. Als die VW-Sportkommunikation noch VW-Sportförderung hieß, war Axel Diedrich mehr als ihr wichtigster Mitarbeiter - er war die VW-Sportförderung, stand über Jahrzehnte wie kein anderer für die Verbindung von Volkswagen zum großen und zum kleinen Sport. Nicht nur, weil er VW-Geld besorgte - sondern weil für ihn Sportförderung mehr war als nur eine Standort-Verpflichtung des Konzerns oder eine kühle Marketing-Aktivität.

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Jetzt ist Schluss. "Aki", wie er überall genannt wurde, geht in Rente, in seinem Büro in der Mittelstraße, Eingang 75 auf dem VW-Gelände, greift er am Mittwoch zum letzten Mal zum Telefonhörer. Es ist sein letzter Arbeitstag.

Mehr Sport aus der Region

Felix Magath bekam von ihm seinen Touareg-Schlüssel, die WAZ-Cup-Sieger bekamen von ihm ihren Hallenfußball-Pokal, bei den Biathleten in Ruhpolding war er ebenso dabei wie auf den Wolfsburger Springreitplätzen. Diedrich war „die Sportförderung von Volkswagen", wie Oberbürgermeister Klaus Mohrs in einem Grußwort für ihn schreibt. "Wir haben uns sehr oft bei großen Veranstaltungen getroffen, wie dem DFB-Pokalfinale und vor allem auch immer wieder beim Amateursport. Ich hatte immer den Eindruck, dass dort dein Sportherz am stärksten schlägt. Du hast immer den Amateursport gefördert und deutlich gemacht, dass der Konzern, für den du stehst, den Breitensport und den Spitzensport im besonderen Maße unterstützt.“

Seit 1978 ist Diedrich bei Volkswagen beschäftigt, wenn am 1. Februar sein Ruhestand beginnt, werden es gut 43 VW-Jahre gewesen sein. "Vierzig Jahre, das ist eine Menschengeneration, mindestens sechs Autogenerationen und viele Fußballergenerationen ", sagt VW-Kommunikationschef Peik von Bestenbostel. Diedrich habe "in unserer Region die Volkswagen Sportförderung aufgebaut und damit etwas geschaffen, das man nicht mit Geld allein erreichen kann".

Dass Corona nun keine große Abschiedszeremonie für ihn zulässt, wird Diedrich Recht sein. Denn sonst bestünde die Gefahr, dass der 63-Jährige sich womöglich in der Mitte eines Gruppenfotos wiederfände, wo er doch selbst immer lieber am Rand stand - als helfende Hand derer, die organisierten, siegten und jubelten. Seit 1989 war er für die Sportförderung und Sportkommunikation tätig, sportlich wird der einstige Mittelstreckler auch im Ruhestand bleiben, mehr Gelegenheit haben, auf sein Rennrad zu steigen und ansonsten die Zeit mit Ehefrau Angelika (arbeitet im VW-Finanzwesen), zwei Kindern und zwei Enkelkindern verbringen. Und natürlich - wenn das wieder möglich ist - dem VfL in der VW-Arena die Daumen drücken.

Viele Grüße von vielen Absendern - von Mohrs über VfL-Legende Roy Präger bis hin zu Boxer Patrick Wojcicki - werden ihn am Mittwoch erreichen. Auch von Gerd Voss, dem Leiter der VW-Sportkommunikation. "Natürlich wirst du weiterhin unsere Wege kreuzen. Sport in Wolfsburg ohne 'Aki' – das geht nicht", schreibt er. "Und die erste Ehrenspielführerbinde der Sportkommunikation ist dir ohnehin sicher."