02. Mai 2021 / 19:17 Uhr

Magische Nacht bei der Staffel-WM: Alter Hase zu Tränen gerührt

Magische Nacht bei der Staffel-WM: Alter Hase zu Tränen gerührt

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Gold für die Hürden-Mixedstaffel in Polen: Anne Weigold, Gregor Traber, Erik Balnuweit und Monika Zapalska (von links) sind happy.
Gold für die Hürden-Mixedstaffel in Polen: Anne Weigold, Gregor Traber, Erik Balnuweit und Monika Zapalska (von links) sind happy. © Chen Xu/Imago
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Die Leipziger Leichtathleten haben bei der Staffel-WM im polnischen Chorzow hervorragende Leistungen gezeigt. Erst konnten sich Marvin Schulte, Deniz Almas und Ersatzmann Roy Schmidt einen Olympiastartplatz für Tokio sichern, dann holten Erik Balnuweit, Gregor Traber und Anne Weigold mit Monika Zapalska aus Paderborn die Goldmedaille in der Hürdenstaffel. Die Sportler sind happy.

Chorzow. Freudentränen bei der Staffel-WM im polnischen Chorzow: Es war am Samstag ohne Übertreibung eine magische Nacht für fünf Leipziger Leichtathletiksprinter. Erst sicherten Marvin Schulte und Deniz Almas sowie Ersatzmann Roy Schmidt dem 4x100-m-Quartett als Vorlauf-Gesamtvierte den Olympiastartplatz für Tokio. Anschließend errangen Erik Balnuweit und Gregor Traber gemeinsam mit Anne Weigold (Mittweida) und Monika Zapalska (Paderborn) überraschend Gold mit der Hürdenstaffel.

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Die Männer präsentieren sich nervenstark

Marvin Schulte vom SC DHfK führte die Flachsprinter als dynamischer Schlussläufer zu Olympia. Der 22-Jährige hatte bereits bei der WM 2019 in Doha als Neuling einen guten Job gemacht. Nun rechtfertigte der DHfK-Sprinter erneut das Vertrauen der Trainer an Position vier und sagte: „Wir haben uns hervorragend präsentiert, alle haben Vollgas gegeben. Deniz und ich hatten einen sehr guten Wechsel.“ Klubkollege Roy Schmidt vergänzte: „Die Jungs haben einen super Job gemacht, Rang vier aller Vorläufe ist echt top in dem starken Feld. Wir sind happy, das war eines der wichtigsten Rennen der letzten Jahre und ein riesiger Schritt Richtung Olympia.“

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Bundestrainer Ronald Stein aus Leipzig stimmte in die Lobeshymnen ein: „Das Wichtigste ist, dass wir uns auf die Männer verlassen können. Sie haben nervenstark und abgezockt ihr Ding gemacht. Im Finale wollen wir noch einmal angreifen.“, Zuvor vergewisserte er sich beim Weltverband, ob sein Quartett für die Tokio-Quali auch im Endlauf unbedingt ins Ziel kommen müsse. In dem Fall hätte die Devise „Safety First“ gelautet. Doch im Gegensatz zu früheren Jahren lautete die Antwort, dass man lediglich zum Finale am Sonntagabend antreten müsse, um bei Olympia dabei zu sein.

„Wir haben als Team mega gut performt“

Erik Balnuweit ist mit seinen 32 Jahren auf den letzten Metern seiner langen Karriere – und feierte beim „Sprinter-Unwetter“ von 9 Grad Celsius seinen größten Erfolg. Als Teenie war der gebürtige Geraer aus Jena ans Sportgymnasium Leipzig und zu Coach Idriss Gonschinska gekommen. Nun ist er selbst schon Papa und trainiert er an der Pleiße bei seinem langjährigen Weggefährten Alexander John. „Ich bin sehr glücklich, wir haben das sehr gut gelöst“, sagte Balnuweit: „Erst am Dienstag hatten wir das erste Mal Wechsel geübt, aber in so einem großen Stadion ist das doch etzwas anderes. Wir haben uns mit Cleverness, Coolness, Teamgeist und Spaß durchgesetzt.“

Es sei schade, dass die WM ohne Publikum stattfindet. „Aber Weltmeister zu sein, ist eine tolle verrückte Geschichte – gerade für mich im fortgeschrittenem Alter“, sagte Balnuweit. In der auf der Zielgeraden gelaufenen Pendelstaffel war er als Zweiter an der Reihe und bescherte dem DLV-Team im Duell mit den starken Gastgebern die Führung.

Gregor Traber brachte die Goldmedaille ins Ziel und meinte: „Das war sehr emotional, Erik als alter Hase war sogar zu Tränen gerührt. Eine WM-Goldmedaille ist im Sprint ein Knaller.“ Für den 28-Jährigen war es der erste Wettkampf seit der Leipziger Hallen-DM im Februar 2020 und der erste Freiluftstart seit September 2019. „Man könnte also fast meinen, ich sei ein wenig eingerostet. Um so glücklicher bin ich, dass ich ,Back on Track’ bin. Auf der einen Seite wollte ich Wettkampferfahrung sammeln. Andererseits war es ja ein WM-Finale Wir haben als Team mega gut performt und klasse Wechsel hingelegt.“ Nun gelte es, den Schwung in den Sommer mitzunehmen. „Es gibt noch sehr viel zu tun. Mein Rennen war ab Hürde sieben leider nix, als hätte man mir den Stecker gezogen.“ Doch der Titel gibt Auftrieb: „Den kann uns keiner nehmen.“