04. Mai 2021 / 14:56 Uhr

Magnus Wehmann: So wurde aus einem 14-Jährigen Gifhorns Top-Schiri

Magnus Wehmann: So wurde aus einem 14-Jährigen Gifhorns Top-Schiri

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Keiner pfeift höher: Magnus Wehmann ist 22 Jahre jung und leitet mittlerweile Spiele in der Landesliga.
Keiner pfeift höher: Magnus Wehmann ist 22 Jahre jung und leitet mittlerweile Spiele in der Landesliga. © Fotos: Privat
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Einst ein 14-jähriger Schiri-Anwärter, heute - mit 22 - Gifhorns Top-Referee. Magnus Wehmann ist schon in jungen Jahren das Aushängeschild für Gifhorns Schiedsrichter-Gilde. Wie er dazu wurde, erklärt der Unparteiische in der SPORTBUZZER-Kolumne "...denn Sie wissen nicht, was wir tun."

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Erst 22 Jahre jung - und schon das Aushängeschild! Magnus Wehmann ist der höchstpfeifende Schiedsrichter im Fußball-Kreis Gifhorn. Seit er vor fast acht Jahren den Anwärterlehrgang absolvierte, ging's für ihn steil bergauf. Mittlerweile ist er in der Landesliga angekommen. Und in der Bundesliga. Denn: Der Gifhorner wurde jüngst für die neu geschaffene Talentförderung des niedersächsischen Fußballverbandes nominiert. "Hier erwarten mich Einsätze als Assistent in den U19- und U17-Bundesligen." Im Rahmen der SPORTBUZZER-Schiri-Kolumne "...denn Sie wissen nicht, was wir tun" berichtet der Verwaltungsbeamte, wie er es so weit geschafft hat.

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Das "Zugpferd im Stall"

Wehmanns Karriere sorgt für Freude bei den Gifhorner Unparteiischen. "Für die Schiedsrichterei im Kreis Gifhorn ist es auch wichtig, wieder ein Zugpferd im Stall zu haben, an dem sich jüngere und ältere Kameraden orientieren können“, sagte jüngst Kreis-Schiedsrichter-Obmann Dennis Laeseke. Und sie ist ein Lehrstück für die Gifhorner Schiri-Ausbildung.

Mehr Teile der SPORTBUZZER-Kolumne

2013 absolvierte der damals 14-Jährige seinen Anwärterlehrgang, es folgten rasch die Aufnahme in den Bezirks-Talentkader, die ersten Leitungen in der A-Jugend-Landesliga ("Hier standen mir zum ersten Mal Assistenten zur Seite. Das war für meine persönliche Entwicklung ein wichtiger Schritt") und 2017 die Meldung für die Herren-Bezirksliga. "Das erste Jahr lief sehr durchwachsen, war jedoch ein wichtiges Lehrjahr", so Wehmann. Gleichzeitig wurde er für die Talentsichtung des Verbandes nominiert. "Das war verbunden mit Spielen in den Jugend-Regionalligen und als Assistent in der Herren-Oberliga", berichtet der 22-Jährige.

Spielleitungen bei den Talenten des VfL Wolfsburg, von Eintracht Braunschweig und Hannover 96 waren auch dabei. "Besondere Erfahrungen", schwärmt Wehmann für den ein Einsatz an der Linie in der Oberliga aber ganz besonders war. "Atlas Delmenhorst gegen den HSC Hannover. Rund 1000 Zuschauer waren zu Gast. Beim Einlaufen war es schon etwas Besonderes."

"Tempo hebt sich ab"

Er selbst schaffte dann den nächsten Aufstieg, darf seit der vergangenen Saison nun Landesliga pfeifen. Bis zur Annullierung leitete der Gifhorner zwei Partien. Was er da schon bemerkte: "Das Tempo hebt sich deutlich von der Bezirksliga ab."

Nun geht's den Schiris wie den Fußballern. Die Pandemie stoppt ihren Sport. Vorteil für Wehmann: Sein Training geht individuell. Für Spiele und Laufprüfungen trainiert er bis zu viermal wöchentlich. Neben Ausdauerläufen, Intervalltrainings und Sprints stehen auch Übungen für Rumpf- und Rückenstabilität auf dem Plan.

Wie es weitergeht, wenn der Ball wieder rollt? "Dass die Landesliga nicht die Endstation seiner insgesamt jungen Karriere sein muss, haben andere Talente vor ihm bewiesen", so Gifhorns Schiri-Chef Laeseke. Wehmann selbst genießt den Moment: "Ich möchte natürlich so hoch wie möglich kommen, aber für ein konkretes Ziel ist die Schiedsrichterei zu unberechenbar." Weil ein Fehler in einem Spiel "die Saison versauen kann oder eine Verletzung die Chance für Aufstiege minimiert."

Aber so oder so: "Ich kann sagen, dass es eine gute Entscheidung war, den Schritt in dieses Hobby zu gehen. Ich habe viele Freunde gefunden, mit denen man außerhalb des Sports auch einiges unternimmt und sich persönlich weiterentwickelt. Ich kann nur an fußballbegeisterte Leute appellieren: Macht den Schiedsrichter-Schein, probiert es aus und lernt die Gemeinschaft kennen.“

Regelfragen

1.) Unmittelbar bevor ein Einwurf für die Gastmannschaft korrekt ins Spiel gebracht wird, verkürzt ein Spieler der Heimmannschaft den Abstand auf weniger als 2 Meter und hält so den Ball auf. Wie entscheidet der Unparteiische.

a) Indirekter Freistoß und Verwarnung.

b) Wiederholung.

c) Direkter Freistoß und Verwarnung.

2.) Mit Unterstützung des Windes gelingt es dem Torwart, aus einem Abstoß heraus direkt ein Tor zu erzielen. Ist dies gültig?

a) Ja.

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b) Nein.

3.) Um eine schnelle Einwurf-Ausführung an der Mittellinie zu verhindern, spielt der in seiner Coaching-Zone stehende Gästetrainer den Ball, den der Gegner gerade aufheben wollte, zur Seite. Wie entscheidet der Schiedsrichter?

a) Einwurf und Verwarnung.

b) Direkter Freistoß und Platzverweis.

c) Einwurf und Platzverweis.

Alle Lösungen am Textende.

Terminhinweis

Sowohl der Lehrabend am 7. Mai als auch die diesjährige Kreis-Leistungsprüfung am 28. und 29. Mai entfallen aufgrund der Pandemie, wie auch im Jahr 2020, ersatzlos.

Lösungen mit Erklärungen

1 a) Eine Abstandsverletzung führt bei einem Einwurf zu einem indirekten Freistoß und einer Verwarnung.

2 a) Ja, aus einem Abstoß kann direkt ein Tor erzielt werden – ein Eigentor jedoch nicht.

3 c) Das offensichtliche verhindern einer schnellen Spielfortsetzung durch einen Teamoffiziellen wird mit einem Platzverweis bestraft. Da der Ball zum Zeitpunkt des Vergehens bereits das Spielfeld verlassen hat, ist eine andere Spielstrafe nicht möglich und das Spiel wird mit einem Einwurf fortgesetzt.